Neu im Kino/Filmkritik: „Spider-Man: Far From Home“ in good old Europe

Juli 4, 2019

Spider-Man: Far From Home“ ist der erste Marvel-Film nach dem unglaublich erfolgreichen „Avengers: Endgame“, der lange als Abschluss der Phase Drei des Marvel Cinematic Universe angekündigt war. Inzwischen weiß man, dass aus Sicht der Macher „Spider-Man: Far From Home“ der richtige und endgültige Abschluss der Phase Drei des MCU ist. Diese Idee, mit dem MCU mehrere Filme miteinander zu verbinden, war auch eine grandiose Idee, um das Publikum über mehrere Filme ins Kino zu locken. Schließlich traten Hauptfiguren in einem Film in anderen Filmen kurz auf und es gab immer Kleinigkeiten, die in einem der nächsten Filme wichtig wurden. In „Endgame“ wurden dann die verschiedenen, wie Brotkrumen über die Filme gestreuten Informationen so zusammengefügt, dass das Bild eines großen Plans entstand. „Spider-Man: Far From Home“, der nach „Endgame“ spielt, ist jetzt ein Epilog, der vor allem ein Einzelfilm ist.

‚Spider-Man‘ Peter Parker (Tom Holland) sieht sich immer noch als der freundliche Superheld aus und für die Nachbarschaft. Er will nicht die Welt, sondern das Dorf retten. Außerdem ist er immer noch der sechzehnjährige Schüler (Wird der denn nie älter?), der immer noch in die schnippische MJ (Zendaya) verliebt ist und keine Ahnung hat, wie er ihr seine Liebe gestehen soll. Aber während der Klassenfahrt könnte sich eine Gelegenheit ergeben. Zusammen mit seinem Freund Ned Leeds (Jacob Batalon) entwirft er schon kitschig-romantischste Pläne für dieses große Ereignis.

Die Klassenfahrt ist eine Europa-Rundreise, die in Venedig beginnt. Dort gerät er in einen Kampf zwischen einem Wassermonster und Quentin Beck, aka Mysterio (Jake Gyllenhaal) (Nein! Nicht schnell auf Wikipedia nachsehen, wer Mysterio in den Marvel-Comics ist.). Mysterio ist auf den ersten Blick eine Mischung aus Iron Man und Dr. Strange, die beide, wie Nick Fury ihm sagt, aus verschiedenen Gründen im Moment verhindert sind. Also muss Peter Parker gegen die Bösewichter kämpfen.

Und weil wir in der Pressevorführung gebeten wurden, nichts über den Inhalt des Films zu verraten, bin ich jetzt am Ende des Teils meiner Besprechung angelangt, die irgendetwas über den Inhalt verrät, das man nicht schon aus den Trailern kennt.

Sagen kann ich, dass Tom Holland wieder als freundlicher, meist von den Herausforderungen etwas überforderter Spider-Man überzeugt. Auch die anderen Schauspieler überzeugen. Viele sind aus dem vorherigen, ebenfalls von Jon Watts inszeniertem MCU-Spider-Man-Film „Homecoming“ und den anderen MCU-Filmen bekannt. Die Effekte sind, wenn ganze Innenstädte und Wahrzeichen zerstört werden, gewohnt gut und bombastisch. Der touristische Europatrip erfreut mit vielen, meist gut abgehangenen Klischees über die alte Welt und verliert dabei mehr als einmal den Kampf von Spider-Man gegen den Bösewicht aus dem Blick. Der Bösewicht ist gewohnt schwach. Sein Motiv ist kaum nachvollziehbar. Sein genialer und teuflisch böser Plan ebenso. Damit gibt es auch keinen zentralen Konflikt, auf den sich die gesamte Filmgeschichte konzentrieren könnte. Aber das kennt man aus den vorherigen Marvel-Filmen, die diesen Mangel mit Humor überspielen.

Far From Home“ gefällt vor allem als unterhaltsamer Einzelfilm, der bis auf ein, zwei Momente auch ohne das Wissen aus den anderen MCU-Filmen gesehen werden kann. Entsprechend schlecht funktioniert „Far From Home“ als Abschluss der dritten MCU-Phase. Am Anfang werden zwar die in „Endgame“ verstorbenen Avengers erwähnt und Peter Parkers erinnert sich an sein Idol Tony Stark, aber auf die Geschichte von „Far from home“ hat das keinen nennenswerten Einfluss. Um was es in der nächsten MCU-Phase gehen könnte, ist auch nach „Far From Home“ immer noch unklar. Daran ändert auch Peter Parkers bereits aus dem Trailer bekannte sofortige Akzeptanz des Multiversums nichts. Aber vielleicht hat er den vor Weihnachten gestarteten Spider-Man-Animationsfilm „Spider-Man: A new Universe“ (Spider-Man: Into the Spider-Verse, USA 2018) gesehen und wusste daher, dass es viele verschiedene Welten mit verschiedenen Spider-Man-Inkarnationen, Superhelden und Bösewichtern gibt.

Spider-Man: Far From Home (Spider-Man: Far From Home, USA 2019)

Regie: Jon Watts

Drehbuch: Chris McKenna, Erik Sommers (nach dem Charakter von Steve Ditko und Stan Lee)

mit Tom Holland, Jon Favreau, Jake Gyllenhaal, Samuel L. Jackson, Cobie Smulders, Jacob Batalon, Zendaya, Angourie Rice, Zach Barack, Numan Acar, Marisa Tomei, J. K. Simmons

Länge: 130 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Spider-Man: Far From Home“

Metacritic über „Spider-Man: Far From Home“

Rotten Tomatoes über „Spider-Man: Far From Home“

Wikipedia über „Spider-Man: Far From Home“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jon Watts‘ „Spider-Man: Homecoming“ (Spider-Man: Homecoming, USA 2017)


TV-Tipp für den 13. Juni: Inglourious Basterds

Juni 12, 2019

Vox, 22.55

Inglourious Basterds (Inglourious Basterds, USA/Deutschland 2009)

Regie: Quentin Tarantino [Regie „Nation’s Pride“: Eli Roth]

Drehbuch: Quentin Tarantino (deutsche Dialoge: Tom Tykwer; französische Dialoge: Nicholas Richard)

Frankreich, 1944: Aldo Raine und seine Spezialeinheit sind zum Nazi-Skalpieren nach Europa gekommen. Die Jüdin Shosanna will den SS-Mann Hans Landa (Oscar für Christoph Waltz), der ihre Familie umbrachte, töten. In Paris, in einem Kino, treffen sie sich.

Ein feiner Kriegsfilm, den man unbedingt in der Originalfassung, in der meisterlich zwischen den verschiedenen Sprachen gewechselt wird, ansehen sollte. Außerdem wird auch im Original die meiste Zeit deutsch gesprochen.

Wahrscheinlich wird die deutsche Synchronisation gezeigt.

mit Brad Pitt, Mélanie Laurent, Eli Roth, Christoph Waltz, Michael Fassbender, Diane Kruger, Daniel Brühl, Til Schweiger, Gedeon Burkhard, Jacky Ido, B. J. Novak, Omar Doom, August Diehl, Sylvester Groth, Martin Wuttke, Mike Myers, Julie Dreyfus, Mike Myers, Rod Taylor, Sönke Möhring, Ken Duken, Christian Berkel, Ludger Pistor, Jana Pallaske, Bo Svenson, Enzo G. Castellari (als er selbst), Samuel L. Jackson (Erzähler in der Originalversion)

Wiederholung: Freitag, 14. Juni, 02.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Inglourious Basterds“

Metacritic über „Inglourious Basterds“

Rotten Tomatoes über „Inglourious Basterds“

Wikipedia über „Inglourious Basterds“ (deutsch, englisch)

Collider: Interviews zum Film mit Christoph Waltz, Eli Roth, Samm Levine, B. J. Novak, Diane Kruger und Melanie Laurent

YouTube: Cannes-Pressekonferenz “Inglourious Basterds” (Teil 1, Teil 2)

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

 Quentin Tarantino in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Avengers: Endgame“ im Kampf um die Klunker, das Universum und den ganzen Rest

April 24, 2019

Nachdem die Fans in den vergangenen Monaten jedes Standfoto und Bild aus den verschiedenen Trailern vorwärts und rückwärts analysierten und mit wilden Vermutungen garnierten, wie denn nun das „Endgame“ der Avengers endet und die Vorverkaufszahlen astronomisch sind, läuft der Superheldenfilm jetzt in unseren Kinos an. Der US-Start ist erst am 26. April. Die Prognosen für das weltweite Einspielergebnis liegen aktuell für das Startwochenende bei 850 bis 900 Millionen US-Dollar. In den USA wird damit gerechnet, dass „Endgame“ am Startwochenende mehr einspielt als der vorherige Avengers-Film „Infinity War“. Und der spielte über 257 Millionen US-Dollar ein. Die meisten Prognosen liegen bei über 270 Millionen US-Dollar, einige sogar bei über 300 Millionen US-Dollar. Etliche US-Kinos werden den Film, um die Nachfrage zu befriedigen, mehrere Tage ohne Unterbrechung zeigen. Damit dürfte „Endgame“ „Infinity War“ in vielen Listen auf den zweiten Platz verdrängen. Schon bevor ein Zuschauer den Film gesehen hat, gehört der Film zu den erfolgreichsten Filmen. An der Kinokasse.

Der Film ist der 22. Film des Marvel Cinematic Universe (MCU). Er ist der lange angekündigte und vorbereitete Höhepunkt und das Ende der bisherigen Marvel-Filme. Es begann 2008 mit „Iron Man“, der im Kino ein Überraschungserfolg und der Beginn des Marvel Cinematic Universe war. In den nächsten Filmen wurden verschiedene, aus Comics bekannte Marvel-Helden vorgestellt. Sie traten auch in anderen MCU-Filmen auf. So entstand schnell über die wiederkehrenden Figuren der Eindruck, dass die Filme miteinander zusammen hängen. Auch wenn der Auftritt manchmal nur kurz war. Im vierten MCU-Film „Thor“ wurden erstmals die Infinity-Steine erwähnt. Diese sechs Steine entstanden aus den Singularitäten, die vor der Entstehung des Universums existierten. Mit jedem Stein kann man einen grundlegenden Aspekt des Universums manipulieren. Wer alle Steine besitzt, kann das Universum vernichten. Damit das nicht geschieht, wurden sie vor Ewigkeiten an verschiedenen Orten im Universum versteckt. Thanos will sie alle haben und, weil Thanos das Universum vor der Überbevölkerung retten will, will er mit Hilfe der Steine die Hälfte allen Lebens auslöschen. Mit einem Fingerschnippen. In „Avengers: Infinity War“, dem ersten Teil des großen Finales, kämpften all die aus den vorherigen Superheldenfilmen bekannten Charaktere gegen Thanos. Sie verloren den Kampf. Thanos vernichtete die Hälfte von allem Leben – und etliche Superhelden zerfielen zu Staub.

Schon damals schrieb ich über das schockierende Ende, dass ich einige Tote seltsam fand. So starben unter anderem Dr. Strange und Spider-Man, die gerade in neuen Filmen als Superhelden etabliert wurden, während Captain America und Iron Man, die von Anfang an dabei waren, überlebten.

Vor dem Filmstart unkte ich noch herum, wie unsere tapferen Superhelden die Welt retten und wer wirklich stirbt. Meine Vermutung lag ziemlich nah an der Filmgeschichte und daher wäre sie ein Spoiler.

Aber soviel kann verraten werden, – auch weil man es durch die Trailer, die Besetzungsliste und verschiedene Gerüchte über kommende Filme (Ja, es gibt einen weiteren „Guardians of the Galaxy“-Film und James Gunn ist wieder als Regisseur an Bord. Ja, es gibt den schon lange erwarteten „Black Widow“-Film; der soll allerdings 2005 und damit vor „Iron Man“ spielen), schon ahnt: ungefähr alle aus den bisherigen Filmen bekannten und beliebten Charaktere sind wieder dabei. Teilweise nur mit Mini-Auftritten, teilweise sogar ohne Dialog.

Die Filmgeschichte beginnt unmittelbar nach dem Ende von „Infinity War“. Die überlebenden Helden treffen sich auf der Erde und sie können Thanos sogar besiegen. Dummerweise hat er die Steine vernichtet. Damit kann seine Tat nicht rückgängig gemacht werden. Bis, fünf Jahre später, Ant-Man eine verwegene Idee hat: wenn sie in der Zeit zurückreisen zu Zeitpunkten, an denen sie wussten, wo die Steine sind, können sie sie holen und Thanos‘ Tat ungeschehen machen. „Captain America“ Steve Rogers (Chris Evans), „Iron Man“ Tony Stark (Robert Downey Jr.), „Black Widow“ Natasha Romanoff (Scarlett Johansson), „Hulk“ Bruce Banner (Mark Ruffalo, jetzt als großer Teddybär), „War Hammer“ James Rhodes (Don Cheadle), Thor (Chris Hemsworth, im Lebowski-Modus, allerdings nicht so cool), Nebula (Karen Gillan), „Hawkeye“ Clint Barton (Jeremy Renner, mit gruseliger Frisur), „Ant-Man“ Scott Lang (Paul Rudd, zurück aus der subatomaren Dimension) und Rocket (im Original mit der Stimme von Bradley Cooper) machen sich auf den Weg in die Vergangenheit.

Mit dieser Zeitreiseidee können die MCU-erfahrenen Regisseure Anthony und Joe Russo alle bekannten Charaktere auftreten lassen, ohne dass die Besetzungsliste eine Spoilerliste ist. Gleichzeitig können sie wichtige Szenen aus den älteren Filmen aus einer anderen Perspektive zeigen, einige Überraschungen einbauen und das Gefühl vermitteln, dass wirklich alles von langer Hand geplant wurde. Also, dass es sich nicht um viele Einzelfilme, sondern um eine zusammenhängende Geschichte handelt, die in den vergangenen Jahren in vielen Filmen erzählt wurde.

Auch später, beim Schlusskampf, gibt es zahlreiche Momente, die das Fanherz höher schlagen lassen. In dem Moment gibt es auch reichlich Action. Der in dunklen Bildern gehaltene Schlusskampf ist zu sehr eine lustlose Wiederholung des Endkampfs von „Infinity War“, um wirklich zu begeistern. Auch die anderen Actionszenen sind mehr Pflicht als Kür.

Insgesamt ist „Endgame“ ein ruhiger, fast schon kontemplativer und meditativer Film, in dem die verbliebenen Avengers vor allem ausführlich trauern und an sich selbst und ihren Fähigkeiten zweifeln.

Die verbliebene Hälfte der Menschheit ist ebenfalls auch Jahre nach der Tat von Thanos immer noch in einer kollektiven Schockstarre ist. Die Welt sieht fünf Jahre nach der Katastrophe aus, als sei sie gestern gewesen.

‚Captain Marvel‘ Carol Danvers (Brie Larson), die erst vor wenigen Wochen mit ihrem eigenen Film als „mächtigste Figur im Marvel Cinematic Universe“ (Produzent Kevin Feige) etabliert wurde, ist in „Endgame“ auch dabei. Aber ihre wenigen Auftritte sind kurz und, ausgehend von der geschürten Erwartung, dass sie die mächtigste Superheldin ist und von Nick Fury (Samuel L. Jackson) gerufen wurde, um den Avengers beim Retten der Welt zu helfen, erstaunlich uninteressant. Die meiste Zeit rettet sie off-screen andere Welten.

Der Film selbst ist mit über drei Stunden der längste Marvel-Film bislang. Trotzdem vergeht die Zeit bis zum Abspann ziemlich schnell. In dem Moment geht eine Reise zu Ende. Die Verluste sind nicht so hoch, wie es zur Halbzeit aussah (Yep, nicht alle Avengers überleben) und es hat sich nicht so viel verändert, wie die Werbemaschine vorher versprach. Letztendlich ist das Universum nach dem Endgame nicht viel anders als vor dem Infinity War.

Und die nächsten Marvel-Filme sind schon, teils mit Titel und Startdatum, angekündigt.

Avengers: Endgame (Avengers: Endgame, USA 2019)

Regie: Anthony Russo, Joe Russo

Drehbuch: Christopher Markus, Stephen McFeely (basierend auf den Marvel-Comics von Stan Lee und Jack Kirby und dem Comic von Jim Starlin)

mit Robert Downey Jr., Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Chris Evans, Scarlett Johansson, Jeremy Renner, Brie Larson, Paul Rudd, Don Cheadle, Lupity Nyong’o, Karen Gillan, Josh Brolin, Tessa Thompson, Evangeline Lilly, Pom Klementieff, Tom Holland, Jon Favreau, Elizabeth Olsen, Dave Bautista, Sebastian Stan, Michelle Pfeiffer, Tilda Swinton, Gwyneth Paltrow, Chadwick Boseman, Danai Gurira, Winston Duke, Frank Grillo, Benedict Wong, Michael Douglas, Robert Redford, Paul Bettany, Tom Hiddleston, Benedict Cumberbatch, Zoe Saldana, Samuel L. Jackson, Bradley Cooper (Stimme im Original) (hoffe, dass ich niemand vergessen habe)

Länge: 182 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Avengers: Endgame“

Metacritic über „Avengers: Endgame“

Rotten Tomatoes über „Avengers: Endgame“

Wikipedia über „Avengers: Endgame“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Anthony und Joe Russos „The Return of the First Avenger“ (Captain America: The Winter Soldier, USA 2014)

Meine Besprechung von Joe und Anthony Russos „The First Avenger: Civil War“ (Captain America: Civil War, USA 2016)

Meine Besprechung von Anthony und Joe Russos „Avengers: Infinity War“ (Avengers: Infinity War, USA 2018)


Neu im Kino/Filmkritik: Marvel schickt „Captain Marvel“ in die Neunziger

März 8, 2019

Beginnen wir mit einigen Fakten: Der neue Marvel-Film beginnt mit einer ausführlichen Würdigung an den jüngst verstorbenen Stan Lee. Er hat im Film auch seinen obligatorischen Kurzauftritt. Es gibt, wie gewohnt, während und nach dem Abspann jeweils eine kurze Szene. Und – Ist das jetzt schon ein Spoiler? – die Ankündigung, dass ‚Captain Marvel‘ Carol Danvers im nächsten Avengers-Film „Endgame“ zurückkehren wird.

Nach „Captain Marvel“ ahnt man dann auch ziemlich genau, was ihre Aufgabe in dem Film sein wird: das Chaos, das die Avengers-Jungs hinterlassen, aufzuräumen. Denn sie ist unglaublich stark. So vernichtet sie im Finale des Films allein mehr Gegner als Superman. Der musste allerdings auch immer wieder gegen seine Kryptonit-Schwäche kämpfen.

Bis dahin erzählt das Regieduo Anna Boden und Ryan Fleck, die bislang als Independent-Regisseure Perlen wie „Half Nelson“ und „Dirty Trip – Mississippi Grind“ drehten, wie Carol Danvers zu Captain Marvel wird. Die Geschichte spielt 1995 auf der Erde, ein, zwei anderen Planeten und im Weltraum. Und viel mehr kann kaum gesagt werden, ohne wichtige Teile des Plots zu verraten. Denn dieses Mal gibt es wirklich einige Überraschungen.

Dabei folgt die Filmgeschichte zunächst den Konventionen eines aufs Tempo drückendes Chase-Movies, das anscheinend nur eine einzige Verfolgungsjagd mit wenigen Verschnaufpausen sein will. Später verlagert sich die Geschichte mehr in Richtung eines Verschwörungsthrillers. Es geht um Verrat und Betrug. Weil die Skrull Gestaltwandler sind, weiß man nie, ob der nette Kollege wirklich der nette Kollege ist. Und im großen Finale gibt es dann die erwartbare Zerstörungsorgie, die dieses Mal auf der Erde und im Orbit spielt.

Für einen Marvel-Film ist „Captain Marvel“ innerhalb dieser bekannten Geschichte, die auch als Origin-Story verkauft wird, sogar ziemlich gewagt erzählt. Es gibt nämlich einige Rückblenden, die zunächst eher Flashbacks sind, eine längere alptraumhafte Sequenz am Filmanfang, in der Danvers sich an ihr früheres Leben erinnert, und einige Szenen, die in ihrem Kopf spielen. Das hört sich jetzt vielleicht verwirrend an. Aber das Regieduo Anna Boden und Ryan Fleck erzählt das so flott und auch in sich schlüssig, dass man als Zuschauer niemals den Überblick verliert.

Dazu tragen sicher auch die bekannten Gesichter bei. Neben einigen aus den vorherigen Filmen vertrauten Gesichtern und Charakteren sind dieses Mal als prominente Neuzugänge Jude Law, Annette Bening und Ben Mendelsohn dabei.

Jude Law spielt Danvers‘ Mentor und Ausbilder, den Starforce Commander Yon-Rogg. Nachdem ein Starforce-Einsatz schiefgeht und Danvers verschwindet, sucht der Kree-Soldat sie.

Annette Bening ist als Oberste Intelligenz die spirituelle Anführerin der Kree. Sie spielt auch noch eine andere wichtige Rolle und sie kann immer mit ihrem allseits vertrauten und aus zahlreichen Filmen bekanntem Gesicht auftreten.

Dieses Glück hat Ben Mendelsohn nicht. Er spielt Talos, den Anführer der Skrull. Sie sind seit Jahren mit den Kree verfeindet. Alle Skrull sind Gestaltwandler. Deshalb ist Mendelsohn nur in wenigen Szenen als Mendelsohn erkennbar und in diesen Momenten spielt er wieder seine inzwischen sattsam bekannte, immer noch sehr vergnügliche Bösewicht-Rolle.

Die echsenartigen Gesichter und Körper der Skrulls sehen aus, als habe man sie aus dem „Star Trek“-Kostümfundus geklaut.

Weil „Captain Marvel“ vor gut 25 Jahren spielt, ist „Captain Marvel“ die Vorgeschichte zu allen anderen Marvel-Filmen. Die Avengers gibt es noch nicht. Captain America schläft noch im Polareis und Nick Fury ist ein junger Agent, der dann erstaunlich schnell akzeptiert, dass die Erde als Planet C-53 Teil einer intergalaktischen Schlacht zwischen den Kree und den Skrulls ist.

Selbstverständlich spielt Samuel L. Jackson wieder Nick Fury. Dieses Mal jovialer und humorvoller als gewohnt. Und, als Buddy von Danvers, mit viel Leinwandzeit.

Brie Larson, die für ihre Rolle in „Raum“ einen Oscar erhielt und spätestens seit „Kong: Skull Island“ allgemein bekannt ist, ist die erste Frau, die im Marvel Cinematic Universe einen eigenen Film erhielt. Scarlett Johansson kämpfte sich als Black Widow erfolgreich durch mehrere MCU-Filme und ein Solofilm mit ihr ist seit längerem im Gespräch. Aber bis jetzt ist er noch nicht gedreht. Auch über einen Captain-Marvel-Solofilm wurde seit Jahren gesprochen. Und immer wieder zugunsten eines weiteren Films mit einem oder mehreren Männern als Superhelden aufgeschoben.

Jetzt darf Brie Larson die Rolle von Captain Marvel spielen in einem Film, der, abgesehen von „Captain America: The First Avenger“, vor den vorherigen MCU-Filmen spielt. Er etabliert mehr oder weniger offensichtlich die uns bekannte MCU-Welt und versprüht viel 80er- und 90er-Jahre Charme. Larson zeigt in ihrer Superheldenuniform und mit einem „Nine Inch Nails“-T-Shirt mehr stolzgeschwellte Machobrust als alle anderen MCU-Helden und das „Top Gun“-Team zusammen. Die Szenen auf dem Militärflughafen und mit ihrer besten Pilotenfreundin verströmen dann auch viel „Top Gun“-Testosteron und etwas gut abgehangenes Americana-Feeling. Vor allem wenn mal schnell die halbe Popkultur der neunziger Jahre zitiert wird. Beginnend mit einem Besuch in der örtlichen Videothek.

Die Tricks sind durchgängig auf dem gewohnten hohen Niveau. Bei der Katze Goose, die von Nick Fury adoptiert wird, ist dann auch nicht erkennbar, wann sie von einer Katze gespielt und wann sie am Computer animiert wurde. Auch der Verjüngungseffekt bei Samuel L. Jackson als Nick Fury und Clark Gregg als Agent Coulson (yep, ebenfalls dabei) ist auf der technischen Ebene sehr gut gemacht. Trotzdem irritierte Samuel L. Jacksons verjüngtes Ich mich immer wieder. Er sieht immer etwas künstlich und zu porentief rein aus.

Captain Marvel“ ist kein schlechter Film. Aber nach zwanzig Marvel-Filmen, etlichen anderen Comicverfilmungen und den Transformers-Filmen (die mit „Bumblebee“ ebenfalls in die sattsam verklärte Vergangenheit gingen) ist dann der Überraschungseffekt doch etwas weg. Immerhin bleibt der Bösewicht dieses Mal länger im Gedächtnis und die Story entwickelt sich flott, mit einigen überraschenden Wendungen und, ohne Abspann, innerhalb von zwei Stunden.

Damit ist der Eintritt von Carol Danvers in das Marvel Cinematic Universe gelungen.

Captain Marvel (Captain Marvel, USA 2019)

Regie: Anna Boden, Ryan Fleck

Drehbuch: Anna Boden, Ryan Fleck, Geneva Robertson-Dworet (nach einer Geschichte von Nicole Perlman, Meg LeFauve, Anna Boden, Ryan Fleck und Geneva Robertson-Dworet)

mit Brie Larson, Samuel L. Jackson, Ben Mendelsohn, Jude Law, Djimon Hounsou, Lee Pace, Lashana Lynch, Gemma Chan, Algenis Perez Soto, Rune Temte, McKenna Grace, Clark Gregg, Stan Lee

Länge: 124 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

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Moviepilot über „Captain Marvel“

Metacritic über „Captain Marvel“

Rotten Tomatoes über „Captain Marvel“

Wikipedia über „Captain Marvel“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Anna Boden und Ryan Flecks „Dirty Trip – Mississippi Grind“ (Mississippi Grind, USA 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: „Glass“ – M. Night Shyamalan besucht bekannte Figuren

Januar 20, 2019

Hier ist er: der Abschluss einer Trilogie, nach der niemand verlangt hat. Denn „Unbreakable“ und „Split“ waren zwei vollkommen eigenständige, an der Kasse erfolgreiche Filme. „Unbreakable“ erzählte eine Geschichte über einen Normalbürger (Bruce Willis), der zum Superhelden wird und das bevor es die ganze Aufregung über Superheldengeschichten gab. Damit war M. Night Shyamalans Film vor seiner Zeit. „Split“ ist letztendlich ein Thriller über einen wahnsinnigen Entführer (James McAvoy). Denn in dem Körpers des Entführers wohnen zwei Dutzend verschiedenen Persönlichkeiten. Am Ende zeigt er dann seine Superkräfte, indem er an Wänden entlangläuft. Das war während des gesamten Films nicht vorbereitet worden und gefiel mir damals überhaupt nicht. Am Ende gibt es dann noch einen Kurzauftritt von Bruce Willis und damit die Gewissheit, dass beide Filme in der gleichen Welt spielen. Das hätte aber auch ein kurzer Gag sein können, weil halt beide Filme in Philadelphia spielen.

War es nicht. Es war der Hinweis, dass beide Filme ‚Origin-Geschichten‘ sind und sie jetzt in „Glass“ zusammengeführt und zu Ende erzählt werden. So erzählt M. Night Shyamalan es jedenfalls heute. Es gibt auch fast zwanzig Jahre alte Statements von ihm, in denen er ebenfalls sagt, dass „Unbreakable“ der erste von mehreren Filmen sein soll. Es gibt auch Statements, in denen er das Gegenteil sagt. Ein Grund für seine wechselnden Statements war, dass „Unbreakable“ im Kino unter den Erwartungen blieb, aber im Heimkino dann gut lief. „Split“ war dann so erfolgreich, dass er jetzt „Glass“ drehen konnte.

Glass“ zerfällt dabei in zwei, letztendlich statische Teile. Die erste Hälfte spielt in einer gut gesicherten, geschlossenen Anstalt (aka Arkham Asylum?). Dort sitzen, gegen ihren Willen, David Dunn (Bruce Willis), Kevin Wendell Crumbs (James McAvoy) und Elijah Price, aka Mr. Glass (Samuel L. Jackson). Dr. Ellie Staple (Sarah Paulson) ist als Leiterin der Anstalt überzeugt, dass diese drei Männer zwar glauben, dass sie Superkräfte haben, aber alles natürlich erklärt werden kann. Sie möchte sie von Irrglauben heilen. Diese Hälfte ist vor allem ein Showcase für James McAvoy, der bruchlos zwischen den verschiedenen in Crumbs lebenden Charakteren wechselt. Es ist „Split“ ohne eine Geschichte.

Die zweite Hälfte spielt dann vor der Anstalt und sie ist vor allem eine endlose Klopperei.

Natürlich erzählt M. Night Shyamalan auch etwas mehr und am Ende gibt es einige Überraschungen, die dann teils nicht so wahnsinnig überraschend sind, teils wirken, als solle vor allem eine neue Serie vorbereitet werden. Weil allerdings keiner dieser Twists vorbereitet wurde, überzeugt auch keiner dieser Twists.

Dabei thematisiert Shyamalan all die bekannten Topoi und Klischees aus Superheldengeschichten und bürstet sie immer wieder gegen den Strich. Als intellektuelle Beschäftigung mit einem Genre hat das, wenn man sich in dem Genre auskennt, durchaus seine reizvollen Momente. Sogar die Struktur hat er aus den Comics übernommen, in denen eine Geschichte in zwei Heften erzählt wird und jedes Heft eigenständig gelesen werden kann. Aber als Film fehlt „Glass“ eine stringente Geschichte. Und es wird niemals deutlich, warum „Glass“ das Finale einer Trilogie sein soll. „Glass“ wirkt niemals wie der aus den vorherigen Filmen notwendige Abschluss einer Geschichte, sondern immer wie ein kühl kalkuliertes und lustlos ausgeführtes Kommerzprodukt.

Fortsetzung folgt…

Glass (Glass, USA 2019)

Regie: M. Night Shyamalan

Drehbuch: M. Night Shyamalan

mit James McAvoy, Samuel L. Jackson, Bruce Willis, Anya Taylor-Joy, Spencer Treat Clark, Charlayne Woodard, Sarah Paulson, Luke Kirby, M. Night Shyamalan

Länge: 130 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

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Moviepilot über „Glass“

Metacritic über „Glass“

Rotten Tomatoes über „Glass“

Wikipedia über „Glass“ (deutsch, englisch)

Collider über das Ende (Ähem, ja, vor allem bei Wikipedia und Collider: Vorsicht Spoiler! – und auch der jetzt wohl mehr oder weniger offizielle Name der Trilogie ist, wenn man „Glass“ nicht gesehen und ein gutes Gedächtnis hat, ein Spoiler.)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „After Earth“ (After Earth, USA 2013)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „Split“ (Split, USA 2017)


TV-Tipp für den 13. Januar: Unbreakable – Unzerbrechlich

Januar 13, 2019

RTL II, 20.15

Unbreakable – Unzerbrechlich (Unbreakable, USA 2000)

Regie: M. Night Shyamalan

Drehbuch: M. Night Shyamalan

Nach einem Zugunglückfragt David Dunn sich, warum er als einziger die Katastrophe überlebte und warum er sie unverletzt überlebte. Der an der Glasknochenkrankheit leidende Comic-Nerd Elijah Price hat eine interessante Erklärung.

Damals, im Kino und lange vor dem Marvel Cinematic Universe, empfand ich M. Night Shyamalans ersten Film nach seinem Welterfolg „The sixth Sense“ (ebenfalls mit Bruce Willis) als einen durchaus interessanten, aber zähen Film mit absehbarer Pointe über Comic-Superhelden, die es auch in unserer Welt geben soll.

‚Unbreakable‘ ist so ein Superheldenfilm ohne Superhelden geworden, eher die melancholische Etüde über die unerträgliche Schwere des Seins eines Mr. Normal.“ (Hans-Joachim Neumann, Zitty 1/2001)

mit Bruce Willis, Samuel L. Jackson, Robin Wright Penn, Spencer Treat Clark, Charlayne Woodard, Eamonn Walker

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Unzerbrechlich“

Wikipedia über „Unzerbrechlich“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „After Earth“ (After Earth, USA 2013)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „Split“ (Split, USA 2017)

Am Donnerstag, den 17. Januar, läuft bei uns M. Night Shyamalans neuer Film „Glass“ an. Er schließt damit die mit „Unbreakable“ und „Split“ begonnene Trilogie ab. Meine Besprechung gibt es zum Kinostart. Hier ein Trailer:


TV-Tipp für den 5. Januar: Pulp Fiction

Januar 5, 2019

Vox, 22.05

Pulp Fiction (Pulp Fiction, USA 1994)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

Tausendmal gesehen, tausendmal hat’s Spaß gemacht.

„Im Stil der Pulp Fiction, der Groschenromane und B-Pictures aus den 30er und 40er Jahren, komprimiert Quentin Tarantino eine Handvoll Typen und Storys zu einem hochtourigen Film noir (…) Ein ausgezeichnetes Darsteller-Ensemble, eine intelligente Inszenierung und ein gutes Timung durch flotte Schnitte tragen dazu bei, dass Blutorgien mit Slapstick und bitterer Zynismus mit leichter Ironie so raffiniert ineinander übergehen oder aufeinander folgen, dass die Brüche und Übergänge nicht stören.“ (Fischer Film Almanach 1995)

Tarantino erzählt von zwei Profikillern, die zuerst Glück und dann Pech bei ihrer Arbeit haben, einem Boxer, der entgegen der Absprache einen Boxkampf gewinnt und sich dann wegen einer Uhr in Lebensgefahr begibt, einem Gangsterpärchen, das ein Schnellrestaurant überfällt, einem Killer, der die Frau seines Chefs ausführen soll und in Teufels Küche gerät, einer Gangsterbraut, die eine Überdosis nimmt, einem Killer, der zum Christ wird und von einem Tanzwettbewerb.

Kurz: wir haben mit einem Haufen unsympathischer Leute eine verdammt gute Zeit.

Der Kassenknüller erhielt zahlreiche Preise, aber für Krimifans zählt natürlich nur der gewonnene Edgar.

Mit Tim Roth, Harvey Keitel, Uma Thurman, Amanda Plummer, John Travolta, Samuel L. Jackson, Bruce Willis, Rosanna Arquette, Ving Rhames, Eric Stoltz, Christoper Walken, Quentin Tarantino, Steve Buscemi

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Pulp Fiction”

Wikipedia über “Pulp Fiction”

Pulp Fiction (deutsche Fanseite zum Film)

Drehbuch “Pulp Fiction” von Quentin Tarantino und Roger Avary

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos “Django Unchained” (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder, Pressekonferenz, Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)


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