TV-Tipp für den 22. April (+ Buchtipp): Der Marsianer – Rettet Mark Watney

April 22, 2018

Pro7, 20.15

Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian, USA 2015)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Drew Goddard

LV: Andy Weir: The Martian, 2011/2014 (Der Marsianer)

Wegen eines Sturms wird die erste bemannte Marsmission hastig abgebrochen und, durch eine Verkettung unglücklicher Umstände, Crewmitglied Mark Watney auf dem Mars zurückgelassen. Weil auch jede Funkverbindung unterbrochen ist, beginnt Watney sich auf dem Mars einzurichten. Bis Hilfe kommt…

Hochspannendes und realistisches SF-Abenteuer, mit einer ordentlichen Portion Humor. „Der Marsianer“ war ein Erfolg bei der Kritik und dem Publikum. Er ist einer von Scotts besten Filmen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Matt Damon, Jessica Chastain, Kristen Wig, Jeff Daniels, Michael Pena, Kate Mara, Sean Bean, Sebastian Stan, Aksel Hennie, Chiwetel Ejiofor, Donald Glover, Benedict Wong, Mackenzie Davis

Wiederholung: Montag, 23. April, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Die Vorlage

Andy Weir: Der Marsianer – Rettet Mark Watney
(übersetzt von Jürgen Langowski)
Heyne, 2015
512 Seiten
9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe
Heyne, 2014

Originalausgabe
The Martian
2011 (online)
(gedruckt 2014 bei Crown und Del Rey)

Bonushinweis

Der zweite Roman von Andy Weir ist erschienen. In „Artemis“ es um einen Mord auf dem Mond. Und der Täter ist einer der zweitausend Bewohner der Mondstadt Artemis. Der Ermordete hat vorher Jazz Bashara beauftragt, eine Aluminiumfirma zu sabotieren. Aber Jazz wird bei ihrem Sabotageakt erwischt und muss jetzt herausfinden, wer der Mörder ist.

Klingt nach einer ganz anderen Art von Spannung als Weir Hard-SF-Debüt „Der Marsianer“. Und das ist schon einmal sehr erfreulich.

Die Verfilmungsrechte sind bereits verkauft.

Andy Weir: Artemis

(übersetzt von Jürgen Langowski)

Heyne, 2018

432 Seiten

15 Euro

Originalausgabe

Artemis

Crown Publishing Group, 2017

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Englische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Der Marsianer“
Moviepilot über „Der Marsianer“
Metacritic über „Der Marsianer“
Rotten Tomatoes über „Der Marsianer“
Wikipedia über „Der Marsianer“ (deutsch, englisch)
Homepage von Andy Weir

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“ (All the Money in the World, USA 2017)

Ridley Scott in der Kriminalakte

 


Neu im Kino/Filmkritik: Über Ridley Scotts „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“

Oktober 8, 2015

Nachdem die letzten Filme von Ridley Scott aus verschiedenen Gründen nicht überzeugten, obwohl „The Counselor“ einige fanatische Fans hat, kehrt Ridley Scott mit „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ wieder in die Welt zurück, die ihm seine größten Erfolge bescherte: den Weltraum. Dieses Mal mit einem Science-Fiction-Film, der die Betonung auf „Science“ legt.
In naher Zukunft wird die bemannte Mission „Ares III“ auf den Mars geschickt. Am achtzehnten Tag der Mission gibt es einen Sturm (das ist der Fiction-Part des Films). Die sechs Astronauten verlassen Hals über Kopf den Planeten. Mark Watney (Matt Damon) wird dabei verletzt und, weil Captain Melissa Lewis (Jessica Chastain) von ihm keine Lebenszeichen mehr erhält, lässt sie Watneys Leiche zurück.
Aber er ist nicht tot.
Er kehrt in das Habitat zurück und macht dann das, was jeder gute Amerikaner tut: er kämpft. Er rationiert seine Lebensmittel, er beginnt Kartoffeln anzubauen (was gar nicht so einfach ist, aber Watney ist ein Botaniker) und er nimmt Kontakt zur NASA auf. Was auch nicht so einfach ist. Denn es gibt keine Funkverbindung.
„Der Marsianer“ basiert auf dem Überraschungserfolg von Andy Weir. Er veröffentlichte den faktenversessenen Science-Fiction-Roman, vor einer steigenden Leserschar, zuerst als Fortsetzungsroman im Internet. Dann bei Amazon als E-Book und, weil es sich phänomenal verkaufte, bei dem großen Verlag Crown Publishing als gedrucktes Buch. Hollywood kaufte, wie wahrscheinlich bei jedem Bestseller, die Verfilmungsrechte und, über einige im Filmgeschäft normale Umwege, gelangte das Drehbuch in die Hände von Ridley Scott, dem Regisseur von „Alien“ und „Blade Runner“, der mit „Der Marsianer“ eine klassische Abenteuergeschichte erzählt. Robinson Crusoe auf dem Mars, nur ohne Affen und Außerirdische, aber dafür mit vielen Fakten.
Neben Watneys Kampf gegen den lebensfeindlichen Planeten gibt es zwei weitere Erzählstränge. Der eine spielt auf der Erde und erzählt wie die NASA, nachdem sie erfahren hat, dass Watney noch lebt, versucht, ihn zu retten, was angesichts der riesigen Entfernungen und der Zeit, die eine Rettungsmission benötigt, ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen ist. Der andere spielt im Raumschiff und erzählt, wie Lewis und die anderen Astronauten reagieren, als sie erfahren, dass ihr Kamerad Watney noch lebt. Dieser Erzählstrang wird allerdings lange vernachlässigt und er wirkt, weil wir nur erfahren, was Astronauten während des langen Flugs in ihrem Schiff machen, über weite Strecken etwas forciert.
Mit 144 Minuten ist „Der Marsianer“ auch zu lang geraten. Immerhin hat die Geschichte, trotz der zahlreichen Hindernisse, die der zupackende und grundoptimistischen Watney überwinden muss, keine großen Überraschungen oder Wendungen. Scott hätte die Geschichte problemlos in zwei Stunden erzählen können. Trotzdem plant er, wie auch bei einigen seiner anderen Filme, für die DVD-Auswertung eine um zwanzig Minuten längere Fassung.
Das gesagt ist „Der Marsianer“ einer der gelungensten und schönsten Science-Fiction-Filme der vergangenen Jahre. Das liegt an den nur sparsam eingesetzten Spezialeffekte, der glaubwürdigen Geschichte und dem sorgfältigen Umgang mit Fakten. Im Gegensatz zu Christopher Nolans „Interstellar“, der letztes Jahr ja mit seiner Faktentreue hausieren ging und am Ende nur eine verquere Familienzusammenführung aus dem Reich der Phantasie erzählte, bleibt Ridley Scott bis zum Ende bei den Fakten. Die sind ja auch dramatisch genug.

Der Marsianer - Plakat
Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian, USA 2015)
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Drew Goddard
LV: Andy Weir: The Martian, 2011/2014 (Der Marsianer)
mit Matt Damon, Jessica Chastain, Kristen Wig, Jeff Daniels, Michael Pena, Kate Mara, Sean Bean, Sebastian Stan, Aksel Hennie, Chiwetel Ejiofor, Donald Glover, Benedict Wong, Mackenzie Davis
Länge: 144 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Englische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Der Marsianer“
Moviepilot über „Der Marsianer“
Metacritic über „Der Marsianer“
Rotten Tomatoes über „Der Marsianer“
Wikipedia über „Der Marsianer“ (deutsch, englisch)
Homepage von Andy Weir

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Ridley Scott in der Kriminalakte

Nachtrag 1 (10. Oktober 2015)

Das Science Fiction Jahr 2015

In „Das Science Fiction Jahr 2015“, herausgegeben von Hannes Riffel (neu dabei) und Sascha Mamczak (schon länger dabei), erstmals im Golkonda Verlag (nachdem es fast dreißig Jahre bei Heyne erschien), ohne große Veränderungen – und, ja, die Tage, wenn ich mehrere Texte gelesen habe, gibt es eine ausführliche Besprechung –, aber schon jetzt will ich auf einen lesenswerten Text hinweisen.
In dem Sammelband ist ein 13-seitiges, interessantes Interview mit Andy Weir, dem Autor von „Der Marsianer“ über seinen Roman und alles, was damit zusammen hängt. Also wie er recherchierte, wie er sein Debüt schrieb, was er von Marsmissionen hält, wie sie möglich sind und welche Herausforderungen und Gefahren es gibt, wer seine schriftstellerischen Vorbilder sind, wer sein Lieblings-Doctor-Who ist und wie er in die Verfilmung involviert war.
Lesenswert!

Hannes Riffel/Sascha Mamczak (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2015
Golkonda, 2015
648 Seiten
29,90 Euro

Nachtrag 2 (10. Oktober 2015)

Weir - Der Marsianer - Movie-Tie-In - 4

Eigentlich wollte ich den für den John W Campbell Memorial Award nominierten Roman ja vor dem Filmstart lesen, aber er ist eben erst bei mir eingetroffen und der dringliche Hauptlesegrund hat sich ja am Donnerstag erledigt.
Für den Filmstart hat Heyne dem Bestseller eine Filmausgabe spendiert, die sich nur durch das Cover von der vorherigen Ausgabe unterscheidet.

Andy Weir: Der Marsianer – Rettet Mark Watney
(übersetzt von Jürgen Langowski)
Heyne, 2015
512 Seiten
999 Euro

Deutsche Erstausgabe
Heyne, 2014

Originalausgabe
The Martian
2011 (online)
(gedruckt 2014 bei Crown und Del Rey)

Nachtrag 3 (15. Oktober 2015)

DP/30 unterhält sich mit Ridley Scott über „Der Marsianer“ und den ganzen Rest


TV-Tipp für den 18. März: Equilibrium

März 18, 2015

Tele 5, 00.15

Equilibrium (USA 2002, Regie: Kurt Wimmer)

Drehbuch: Kurt Wimmer

Nach dem nächsten Weltkrieg verbietet ein Diktator, der sich „Vater“ nennt, die Ursache für alles Übel: Gefühle. Als einer seiner Vollstrecker, der gnadenlos gegen Menschen, die doch Gefühle entwickeln (und damit so etwas wie einen freien Willen haben), jagt, dann doch Gefühle entwickelt…

Kleiner Kultfilm, der ganz hübsch „Fahrenheit 451“ (und ähnliche Dystopien, in denen die Regierung alles ausmerzt, was ihnen nicht in den Kram passt und eine Schöne Neue Welt errichtet) mit „Matrix“-artigen Kämpfen verbindet und das alles mit vielen Aufnahmen aus Berlin (einerseits weil in Babelsberg gedreht wurde, andererseits weil die Architektur zwischen Faschismus und Moderne einfach toll aussieht), etwas „Metropolis“-Style und Faschismus-Look garniert. Die meisten Kritiker mochten den Film nicht (der Rotten-Tomatoes-Frischegrad ist 38 Prozent), die wenigen Zuschauer (in Deutschland war’s eine DVD-Premiere) mochten den durchaus geschickt bekannte Versatzstücke miteinander verbindenden Film und die Phoenix Film Critics Society nominierte den Film in der Kategorie „Übersehener Film des Jahres“.

Kurt Wimmer verspielte seinen Credit in der SF-Szene mit dem komplett misslungenen SF-Film „Ultraviolet“, rehabilitierte sich etwas mit seinem “Total Recall”-Drehbuch und Christian Bale wurde Batman.

mit Christian Bale, Emily Watson, Taye Diggs, William Fichtner, Sean Bean, Dominic Purcell, Angus MacFadyen, Mehmet Kurtulus, David Hemmings

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Equilibrium“

Wikipedia über „Equilibrium“ (deutsch, englisch)

Fanseite zum Film

SciFi Dimensions: Interview mit Kurt Wimmer über “Equilibrium” (Mai 2003)


Neu im Kino/Filmkritik: „Jupiter Ascending“ – der neueste Streich der Wachowski-Geschwister

Februar 5, 2015

Einige Spötter meinten, es sei eine vollkommen bescheuerte Idee von Warner Brothers gewesen, „Jupiter Ascending“ während des Sundance Festivals der Welt zu präsentieren. Naja, die Welt bei der Premiere war dann ein kleiner Kinosaal (knapp 300 Sitzplätze), der spartanisch gefüllt war und sich während der Vorführung leerte. Was keinen Außenstehenden ernsthaft verwunderte: ein Mainstreamfilm, ein Big-Budget-Science-Fiction-Abenteuer, das 175 Millionen Dollar gekostet haben soll, selbstverständlich in 3D gezeigt wird, und schon dessen Plot-Synopse eher ein jüngeres Publikum anpeilt, vor einem Arthaus-Publikum zu präsentieren, das vor allem Filme ohne Stars (oder Stars ohne Schminke), ohne Hollywood-Plot und ohne Budget liebt; das kann ja nur schief gehen.
Aber auf Festivals werden Filme ja oft ungerecht behandelt.
Das ändert allerdings nichts daran, dass, nach dem durchaus sehenswertem „Cloud Atlas“ der Wachowski-Geschwister und Tom Tykwer, „Jupiter Ascending“ ein einziger Murks ist. Das beginnt schon mit dem konfusen und sinnfreien Plot. Jupiter Jones (Mila Kunis) ist eine junge, auf der Erde als Putzfrau lebende Schönheit. Sie erfährt, dass sie von königlichem Geblüt und designierte Thronfolgerin einer das gesamte Weltall beherrschenden Dynastie ist. Deshalb wollen irgendwelche Aliens sie töten. Ein anderer Alien, der wie Channing Tatum mit spitzen Ohren aussieht, rettet sie. Er hat supercoole Schuhe, die ihn, wenn er mit ihnen scheinbar schwerelos, einen langen Schweif hinter sich herziehend, durch die Nacht surft, zu einem Nachfolger von Silver Surfer machen. Er heißt Caine und er will die junge Majestät retten.
Nach einigen epischen Schlachten verlässt die Filmgeschichte endgültig die Erde und es gibt einen verwirrenden, aber auch komplett uninteressantes Intrigantenstadel über Jupiter und die Erde, die Teil von irgendwelchen königlichen Erbmassen ist. Dazwischen gibt es einige Kämpfe, die vor allem dazu dienen, die Qualitäten des edlen Ritters bei der Rettung der jungen Dame aus gefährlichen Situation, wie einer Heirat, zu zeigen.
Dieser Teil des Films spielt in Kulissen, die an die alten Sandalenfilme erinnern, die ja alle irgendwie bei den alten Ägyptern, Griechen und Römern spielten und die, wenn das Budget hoch genug war, von einer gediegenen und schon vor einem halben Jahrhundert muffigen Ernsthaftigkeit lebten. Auch die damaligen Palastintrigen waren nur mäßig interessant. Vor allem wenn endlos lange darüber geredet wurde. Und in „Jupiter Ascending“ wird endlos geredet. In wallenden Gewändern. Mit einer Hofgarde, die teils aus einem schlechten SM-Porno übernommen wurde, teils mutierte Dinosaurier aus dem CGI-Department sind.
In diesen Momenten fragte ich mich, warum uns in jeder Beziehung weit überlegene Rassen sich immer so mediterran anziehen müssen und sich architektonisch an längst untergegangenen Kulturen orientieren. Können Sie uns nicht neue Welten, die noch kein Mensch je gesehen hat, zeigen?
Zwischen dem Gequatsche gibt es dann nett anzusehende Action, die zu ungefähr hundert Prozent aus dem Computer kommt und die eher verwirrend als mitreisend geschnitten ist.
Und dann gibt es noch eine witzig gemeinte Szene, in der Jupiter Jones eine außerirdische Einwanderungsbürokratie über sich ergehen lassen muss. Das sieht wie ein Mix aus Kafka und „Brazil“ Terry Gilliam (der in dieser Szenen seinen Mini-Auftritt hat) aus, ist aber weder kafkaesk, noch satirisch, sondern nur absurd in der Fähigkeit, eine in den restlichen Film vollkommen unpassende Szene einzufügen. Witzig ist es auch nicht.
Es ist kaum zu glauben, dass Andy und Lana (früher Larry) Wachowski mit ihren ersten beiden Filmen „Bound“ und „Matrix“ spannende Genrevarianten lieferten und mit „Matrix“ sogar eine neue Welt schufen, die stilprägend war. Ihr neuester Film knüpft nur an die alten, ungleich gelungeneren und kurzweiligeren Science-Fiction-Space-Operas an. Also an „John Carter zwischen zwei Welten“ (die Romanvorlage wurde in den vergangenen hundert Jahren filmisch so weit geplündert, dass der Kinofilm wie ein Remake der anderen Filme aussah), „Flash Gordon“ (in jeder Inkarnation) und die Original-„Krieg der Sterne“-Filme. Geremixt mit den Monumentalfilmen, die wir aus dem Nachmittagsprogramm kennen. „Quo Vadis“, „Cleopatra“, „Land der Pharaonen“, „Die letzten Tage von Pompeji“, „Der Koloß von Rhodos“ und so Zeug, das man nicht unbedingt zweimal sehen will.
„Jupiter Ascending“ ist nur alter Wein in alten Schläuchen. Garniert mit besseren Spezialeffekten, aber gänzlich ohne Humor. Während des ganzen Films ist ein pathetischer Ernst am Werk, der höchst selten wenigstens die Dimension des unfreiwilligen Humors erreicht.
Dafür wird in dieser pubertären Fantasie ein bekanntes Klischee nach dem nächsten bedient. Es gibt nicht einmal eine Brechung oder einen überraschenden Moment, wie das lesbische Liebespaar in „Bound“. Schon das Wechseln der Geschlechter der Hauptcharaktere, ein homoerotischer oder lesbischer Kontext hätten dieser alten Geschichte Esprit verliehen. Aber noch nicht einmal dieses Quentchen Mut bringen die Wachowski-Geschwister im Moment auf.

Jupiter Ascending - Plakat

Jupiter Ascending (Jupiter Ascending, USA 2013)
Regie: Andy Wachowski, Lana Wachowski (The Wachowskis)
Drehbuch: Andy Wachowski, Lana Wachowski (The Wachowskis)
mit Mila Kunis, Channing Tatum, Sean Bean, Eddie Redmayne, Douglas Booth, Tuppence Middleton, James D’Arcy, Maria Doyle Kennedy, Terry Gilliam
Länge: 127 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Jupiter Ascending“
Moviepilot über „Jupiter Ascending“
Metacritic über „Jupiter Ascending“
Rotten Tomatoes über „Jupiter Ascending“
Wikipedia über „Jupiter Ascending“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowski/Tom Tykwers „Cloud Atlas“ (Cloud Atlas, USA/Deutschland 2012)

Die Wachowskis reden über „Jupiter Ascending“

und über den ganzen Rest


TV-Tipp für den 15. September: James Bond: GoldenEye

September 15, 2014

ZDF, 22.15
James Bond: GoldenEye (Großbritannien 1995, Regie: Martin Campbell)
Drehbuch: Michael France, Jeffrey Caine
LV: Charakter von Ian Fleming
Buch zum Film: John Gardner: GoldenEye, 1995 (GoldenEye)
General Ourumov (der am 1. September verstorbene Gottfried John) und Xenia (Famke Janssen), die zur Geheimorganisation „Janus“ gehören, haben sich den Zugang zu Weltraumsatelliten verschafft und damit können sie alles kontrollieren. James Bond soll das Schlimmste verhindern und bei seiner Hatz nach den Verbrechern trifft er auch auf einen alten Bekannten.
Erster Auftritt von Pierce Brosnan als Agent mit der Lizenz zum Töten. Für Bond-Fans eine etwas lang geratene, aber unterhaltsame Tour durch die bisherigen Bond-Filme. Finanziell war der Actionfilm unglaublich erfolgreich, – obwohl Brosnan der (wir reden Prä-Daniel-Craig!) in diesem Film der stilloseste Bond aller Zeiten war: unrasiert (!!) und schwitzend (!!!). DAS wäre den anderen niemals passiert.
Thriller-Autor John Gardner (u. a. ein Gegententwurf zu Bond: die Boysie-Oakes-Serie über einen sehr unheldischen Geheimagenten) schrieb ab 1981 auf Wunsch der Fleming-Erben die Abenteuer von James Bond fort und hier das Buch zum Film.
Das ZDF zeigt bis zum Jahresende siebzehn (!!!) James-Bond-Filme, unter anderem alle Pierce-Brosnan- und Daniel-Craig-Bonds. Die mit Daniel Craig laufen zum Jahresende und „Skyfall“ bildet den bondinischen Abschluss.
Dazwischen gibt es Auftritte der anderen James Bonds, also Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore und Timothy Dalton. Immer ohne Werbepausen und jedenfalls die nächsten Montage sind Bond-Tage.
Die weiteren Sendetermine sind noch nicht bekannt. Die Filme aber schon. Es sind, wohl ungefähr in der geplanten Ausstrahlungsreihenfolge: „Der Morgen stirbt nie“, „Die Welt ist nicht genug“, „Stirb an einem anderen Tag“, „James Bond 007 – jagt Dr. No“, „Der Mann mit dem goldenen Colt“, „Liebesgrüße aus Moskau“, „Man lebt nur zweimal“, „Leben und sterben lassen“, „Diamantenfieber“, „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“, „Casino Royale“, „Ein Quantum Trost“, „Sag niemals nie“, „Im Angesicht des Todes“, „Skyfall“ und „Lizenz zum Töten“.

Fleming - Cross-Cult-James-Bond-Gesamtbox
Wer noch mehr Bond, James Bond, will: bei Cross Cult gibt es die Bond-Romane von Ian Fleming inzwischen in einer schönen Box. Der Bond-Roman „Colonel Sun“ von Robert Markham (ein Pseudonym von Sir Kingsley Amis) und der erste Bond-Roman „Kernschmelze“ von John Gardner erscheinen die Tage. Im März 2015 soll es mit den Gardner-Bonds „Der Kunstsammler“ und Eisbrecher“ weitergehen.
Mit Pierce Brosnan, Sean Bean, Izabella Scorupco, Famke Janssen (die Bond in die Zange nimmt), Judi Dench (als M bezeichnet sie ihn als „Relikt aus dem Kalten Krieg“), Gottfried John, Joe Don Baker (mal wieder dabei, inzwischen auf der Seite der Guten), Robbie Coltrane, Samantha Bond, Desmond Llewelyn, Tcheky Karyo, Michael Kitchen
Wiederholung: ZDFneo, Dienstag, 16. September, 00.15 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
ZDF über „GoldenEye“ (und die nächsten James-Bond-Filme)
Rotten Tomatoes über „GoldenEye“
Wikipedia über „GoldenEye“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Martin Campbells TV-Serie “Am Rande der Finsternis” (Edge of Darkness, GB 1985 – DIE Vorlage für “Auftrag Mord”)

Meine Besprechung von Martin Campbells „Green Lantern” (Green Lantern, USA 2011)


TV-Tipp für den 10. Oktober: Yorkshire Killer 1983

Oktober 10, 2013

3sat, 22.25

Red Riding – Yorkshire Killer: 1983 (GB 2009, R.: Anand Tucker)

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: Nineteen Eighty-Three, 2002 (1983)

Anwalt John Piggott soll den unschuldig verurteilten, psychisch kranken Kindermörder Michael Myshkin frei bekommen. Gleichzeitig hadert der Polizist Maurice Jobson mit seinem Gewissen. Denn er ist tief in die schmutzigen Geschäfte und verbrecherischen Ermittlungsmethoden der Yorkshire-Polizei verwickelt. Und wieder ist ein Mädchen verschwunden.

Grandioser Abschluss der Verfilmung von David Peaces Red-Riding-Romanen.

Mit Mark Addy, Daniel Mays, David Morrissey, Lisa Howard, Chris Walker, Shaun Dooley, Jim Carter, Warren Clarke, Sean Bean

Hinweise

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio, besetzte Stadt“ (Occupied City, 2009)

Meine Besprechung der „Red Riding Trilogy“ (der Verfilmung der entsprechenden Bücher)

David Peace in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 8. Oktober: Yorkshire Killer 1974

Oktober 8, 2013

3sat, 22.25

Red Riding: Yorkshire Killer 1974 (GB 2009, R.: Julian Jarrold)

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: Nineteen Seventy-Four, 1999 (1974)

Yorkshire, 1974: Der ehrgeizige Lokaljournalist Eddie Dunford recherchiert im Fall eines verschwundenen Mädchens. Er entdeckt Parallelen zu ähnlichen Fällen.

Auftakt der grandiosen, aus drei Filmen bestehenden Verfilmung der Red-Riding-Romane von David Peace. Den zweiten Film, “1980″, zeigt 3sat am Mittwoch um 22.25 Uhr und den Abschluss, “1983″, gibt es am Donnerstag um 22.25 Uhr.

Mit Andrew Garfield, Eddie Marsan, John Henshaw, Sean Bean

Hinweise

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Meine Besprechung von David Peaces “Tokio, besetzte Stadt” (Occupied City, 2009)

Meine Besprechung der „Red Riding Trilogy“ (der Verfilmung der entsprechenden Bücher)

David Peace in der Kriminalakte


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