Neu im Kino/Filmkritik: „The Disaster Artist“ erzählt die Geschichte eines schlechten Films

Februar 1, 2018

Wer sich regelmäßig auf US-Kinoseiten herumtreibt, hat schon von Tommy Wiseaus Film „The Room“ gehört. Das Werk wurde zum Kinostart 2003 von den Kritikern einhellig verrissen und war hundertfünfzigprozentiges Kassengift. Im Gegensatz zu vielen anderen schlechten Filmen, die schnell vergessen werden, hat „The Room“, dank der Mundpropaganda, seitdem ein langes Leben in Mitternachtsvorstellungen. Noch heute läuft er regelmäßig in den USA in Kinos und die Macher werden zu Kinotouren eingeladen. Das scheint dann ein kollektives Bad-Taste-Erlebnis zu sein.

In Deutschland haben wir, weil „The Room“ nie bei uns veröffentlicht wurde, davon nichts mitbekommen.

Bis jetzt.

Denn mit James Francos „The Disaster Artist“ erfahren wir, wie „The Room“ entstand.

Die Geschichte beginnt 1998 in San Francisco. Bei einem Theaterworkshop lernen sich der neunzehnjährige Greg Sestero und der deutlich ältere Tommy Wiseau kennen. Wiseau schockiert mit einer rohen Performance die anderen Kursteilnehmer. Sestero ist begeistert über diesen ungefilterten Gefühlsausbruch des Einzelgängers. Sie befreunden sich und ziehen gemeinsam nach Los Angeles, um dort eine Schauspielerkariere zu beginnen. Sestero kann in Wiseaus großer Wohnung in West Hollywood leben.

Als sie nach Jahren vergeblicher Vorsprechtermine immer noch auf den Durchbruch warten – wobei Sestero öfter Vorsprechtermine hat und ihm jeder rät, seine Beziehung zu dem sinisteren Wiseau zu beenden – schlägt Wiseau Sestero vor, gemeinsam einen Film zu drehen. Das Geld habe er.

Nach einem Drehbuch von Wiseau beginnen sie, mit Wiseau als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller, mit den Dreharbeiten zu „The Room“; einem auf dem Papier kleinen Film, der schnell dank Wiseaus Wesen – er hat keine Ahnung, er ist von sich selbst überzeugt, er ist unbelehrbar, er ist egozentrisch und ängstlich – für alle Beteiligten zu einem, immerhin bezahlten Höllentrip wird, der nichts, aber auch überhaupt nichts mit einem auch nur halbwegs professionellem Dreh zu tun hat.

James Franco erzählt diese Geschichte mit sich als Wiseau als Kömodie mit ernsten Zwischentönen aus und über Hollywood und über eine Freundschaft. Mit seinem Bruder Dave Franco als Sestero und vielen bekannten Schauspielern in oft kleinen Rollen. Einige treten nur am Anfang auf und geben die aus Dokumentarfilmen bekannten Eingangsstatements ab, in denen sie erzählen, wie beeindruckend das Werk ist.

Diese Herangehensweise behält James Franco bei. Er inszenierte „The Disaster Artist“ wie eine „Making of“-Doku, die Jahre nach dem ursprünglichen Film angefertigt wurde und daher einen halbwegs objektiven, aber immer positiven Blick auf den Film hat. Das ist informativ, aber auch etwas oberflächlich – und, vor allem bei den Dreharbeiten für „The Room“, witzig.

Wie Tim Burtons „Ed Wood“ ist James Francos „The Disaster Artist“ eine Liebeserklärung an den Enthusiasmus eines Machers, der sich durch Widerstände nicht beirren lässt und an sein Werk glaubt. Wobei Tommy Wiseau schon ein sehr spezieller Charakter ist, der über das (aus unklarer Quelle kommende) Geld, aber nicht über das Talent verfügt. Offiziell soll „The Room“ sechs Millionen Dollar gekostet haben, wel Wiseau einfach das Geld zum Fenster herauswarf.

Francos Film hat, zum Vergleich, zehn Millionen Dollar gekostet und jeder Cent wurde klug investiert.

Obwohl Franco viel über die Dreharbeiten und die Freundschaft zwischen Sestero und Wiseau erzählt, bleibt unklar, warum Greg Sestero Tommy Wiseau so sehr bewundert. Damals und heute immer noch. Aber echte Freundschaften sind auch immer, wie eine Liebe, etwas unerklärlich. Denn Wiseau als Alice-Cooper-Lookalike mit starkem Akzent (Uh, wie der wohl synchronisiert wurde?) und einem Benehmen, das ihn als missratenen Nachfahren eines osteuropäischen Vampirgeschlechts ausweist (obwohl Wiseau, was sich schnell zu einem Running Gag entwickelt, behauptet, aus New Orleans zu kommen), ist wirklich der unwahrscheinlichste Typ, den man sich am Beginn seiner Karriere zum Freund aussucht. Allerdings, und das wird am Anfang von „The Disaster Artist“ gezeigt, legt Wiseau im Theaterworkshop einen beeindruckend enthemmten Auftritt hin und er ist die einzige Person, die an Sestero glaubt.

Am Ende des Dramas stellt Franco Szenen aus Tommy Wiseaus „The Room“ und den Re-Enactments in „The Disaster Artist“ gegenüber. Diese Gegenüberstellung zeigt, wie präzise sie die Szenen nachstellten und wie sehr auch Mist, wenn er von guten, engagierten Schauspielern gespielt wird, an Qualität gewinnt.

The Disaster Artist (The Disaster Artist, USA 2017)

Regie: James Franco

Drehbuch: Scott Neustadter, Michael H. Weber

LV: Greg Sestero, Tom Bissell: The Disaster Artist: My Life Inside the Room, the Greatest Bad Movie Ever Made, 2003

mit James Franco, Dave Franco, Seth Rogen, Alison Brie, Art Graynor, Jacki Weaver, Josh Hutcherson, Zac Efron, Bryan Cranston, Sharon Stone, Melanie Griffith, Zoey Deutsch, Kristen Bell, Adam Scott, Zach Braff, J. J. Abrams (teilweise nur Cameos)

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Disaster Artist“

Metacritic über „The Disaster Artist“

Rotten Tomatoes über „The Disaster Artist“

Wikipedia über „The Disaster Artist“ (deutsch, englisch)

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TV-Tipp für den 10. Oktober: Plötzlich Gigolo

Oktober 10, 2017

ZDF, 00.20

Plötzlich Gigolo (Fading Gigolo, USA 2013)

Regie: John Turturro

Drehbuch: John Turturro

Der alleinstehende Florist Fiorante (John Turturro) ist mit seinem Leben zufrieden. Da schlägt ihm sein Freund Murray (Woody Allen), ein Buchhändler, der nachdem er sein Geschäft schließen musste, viel Zeit und viele Ideen hat, ein wundervolles Geschäft vor. Fiorante soll mit seiner Hautärztin und deren Freundin ins Bett gehen. Für Geld. Aus der einmaligen Sache entwickelt sich schnell mehr, viel mehr als Fiorante und Murray sich in ihren kühnsten Träumen ausgemalt haben.

TV-Premiere einer wundervollen New-York-Liebeskomödie zu einer unmöglichen Uhrzeit.

Obwohl Woody Allen nur mitspielt, John Turturro die Hauptrolle hat, das Drehbuch schrieb und die Regie übernahm, ist „Plötzlich Gigolo“ eine waschechte Woody-Allen-Komödie mit dem vertrauten Woody-Allen-New-York-Flair.

Den Grund erfahrt ihr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit John Turturro, Woody Allen, Vanessa Paradis, Liev Schreiber, Sharon Stone, Sofia Vergara, Bob Balaban, M’Barka Ben Taleb, Tonya Pinkins

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Plötzlich Gigolo“
Moviepilot über „Plötzlich Gigolo“
Metacritic über „Plötzlich Gigolo“
Rotten Tomatoes über „Plötzlich Gigolo“
Wikipedia über „Plötzlich Gigolo“

Meine Besprechung von John Turturros „Plötzlich Gigolo“ (Fading Gigolo, USA 2013)


DVD-Kritik: Über Wes Cravens „Tödlicher Segen“

Juni 30, 2017

Heute ist Wes Craven vor allem für seine vier „Scream“-Filme bekannt. Auch sein „A Nightmare on Elm Street“ (Nightmare – Mörderische Träume) ist bekannt, einflussreich und immer noch beängstigend. Dabei ist der Horrorfilm von 1984.

Als er 1981 „Tödlicher Segen“ drehte, war er vor allem für „Last House on the Left“ und „The Hills have Eyes“ bekannt. Das sind zwei billig produzierte, wenig zimperliche Horrorfilme, die Kultstatus haben und prägend für das Genre waren. „The Last House on the Left“ ist in Deutschland indiziert und beschlagnahmt. „The Hills have Eyes“ ist „frei ab 18 Jahren“.

Auch „Tödlicher Segen“ war, – erstaunlich, aber wahr -, indiziert. Einmal als „Die Gesichter des Teufels“ ab dem 31. Juli 1985. Einmal als „Tödlicher Segen“ ab dem 31. Oktober 1985. Beide Indizierungen wurden am 31. August 2007 aufgehoben.

Der Horrorfilm war für Wes Craven, trotz einiger ekliger Szenen, ein gewaltiger Schritt in Richtung Mainstream-Horror. Gegen die aktuelle FSK-16-Freigabe kann daher nichts gesagt werden.

Im Zentrum steht Martha (Maren Jensen) Sie ist mit Jim Schmidt (Douglas Barr, danach „Ein Colt für alle Fälle“) verheiratet. Er war ein Mitglied der Hittites, einer strenggläubigen Sekte, die die Amish People als einen Haufen fortschrittsgläubiger, sexbessessener Freigeister erscheinen lässt. Isaiah Schmidt (Ernest Borgnine, Razzie-Nominierung als schlechtester Nebendarsteller) ist das unumstrittene Oberhaupt der Sekte. Er behauptet immer wieder, dass ein Incubus, ein Dämon, aufgetaucht sei. Und solange wir nicht an Dämonen glauben, kann nur Martha der Incubus sein. Jedenfalls für die Hittiten.

Als Jim in seiner Scheune ermordet wird, scheint sich der Fluch zu bewahrheiten.

Denn auch Marthas aus der Stadt gekommenen Freundinnen – Vicky Anderson (Susan Buckner) und Lana Marcus (Sharon Stone in einem ihrer ersten Filmrollen) (yep, alle Frauen sind jung und schön) – werden anscheinend vom Incubus bedroht.

Abgesehen von dem, nach dem Erfolg von „Carrie“, auf Wunsch des Studios eingefügten Endes, ist „Tödlicher Segen“ ein Horrorfilm, in dem es eine rationale Erklärung für die Morde und damit für den Incubus gibt. Denn in dem ländlich gelegenem Gebiet geht ein Mörder um, der seine Morde als mehr oder weniger seltsame Unfälle tarnt, und man muss nicht Sherlock Holmes sein, um ihn schnell zu erraten.

Aber für die Mördersuche interessiert sich Wes Craven nicht sonderlich. Auch nicht für die Hittites. Er interessiert sich für das, wofür das Jugendliche Publikum ins Kino: junge, schöne, mehr oder weniger knapp bekleidete Frauen in Not. Und Craven baut immer wieder eine beträchtliche Horrorfilmspannung auf. Zum Beispiel wenn sich eine Scheune zu einer klaustrophobischen Falle mit vielen Spinnweben und riesigen Spinnen entwickelt, eine Badende lange nicht die Schlange in ihrer Badewanne bemerkt, ein Pärchen beim Knutschen im Auto beobachtet und getötet wird oder, und das dürfte die bekannte Szene aus dem Film sein, die ’schlafende‘ Sharon Stone eine Spinne verschluckt.

Diese wirkungsvollen Szenen ändern nichts daran, dass „Tödlicher Segen“ immer nur aus ihren Einzelteilen, den Horrorszenen, den Bildern vom ländlichen Leben und der Sekte, der derangierten Atmosphäre eines, nun, gottverlassenen Landstrichs, besteht. Im Finale, wenn der Mörder enttarnt wird, werden diese Teile mehr schlecht als recht zusammengefügt in seinem von den Schauplätzen und Handlungen sehr konfusem Ende. Als habe plötzlich das Geld nicht mehr gereicht.

Zu dem negativen Eindruck trägt auch die Musik von James Horner („Titanic“) bei. Es ist einer seiner ersten Soundtracks. Es ist eine laute, enervierende, zunehmend nervende, niemals schweigende Dauer-Horrorfilmberieselung.

Die Ausstattung der DVD ist deutlich gelungener als der Film. Es gibt die VHS- und die TV-Synchronisationen, einen hörenswerten Audiokommentar von Wes Craven (befragt von Sean Clark) und eine gute Stunde Bonusmaterial: Interviews mit Susan Buckner und Michael Berryman (sehr interessant), den Drehbuchautoren Glenn Benest und Matthew Barr (dito) und dem Creature Designer Jonathan Naulin (dito, auch wenn er nur etwas zum Filmende erzählen kann und sonst über seine Arbeit redet) eine Bildergalerie, Trailer, TV- und Radiospots. Die Interviews sind von 2012 und wurden von der Shout! Factory für die damalige US-DVD-Veröffentlichung erstellt.

Der Film wurde in Deutschland als „Tödlicher Segen“ (VHS-Titel), „Die Gesichter des Todes“ (VHS-Titel) und, mit einer anderen Synchronisation, „Dem Tode geweiht“ bzw. „Wes Cravens Dem Tode geweiht“ (TV-Titel) gezeigt. Auf der DVD sind, wie gesagt, beide Synchronisationen enthalten. Und das Bild ist prächtig.

Tödlicher Segen (Deadly Blessing, USA 1981)

Regie: Wes Craven

Drehbuch: Glenn M. Benest, Matthew Barr, Wes Craven (nach einer Geschichte von Glenn M. Benest und Matthew Barr)

mit Maren Jensen, Sharon Stone, Susan Buckner, Ernest Borgnine, Michael Berryman, Jeff East, Colleen Riley, Douglas Barr, Lisa Hartman, Lois Nettleton

DVD

Koch Media

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch (TV- und VHS-Synchronisation), Englisch (Dolby Digital)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bonusmaterial: Audiokommentar von Regisseur Wes Craven, Interviews mit Darstellerin Susan Bruckner, Darsteller Michael Berryman, Drehbuchautoren Glenn Benest und Matthew Barr und Creature Designer Jonathan Naulin, Trailer, TV-Spots, Radiospots, Bildergalerie, Wendecover

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Tödlicher Segen“

Rotten Tomatoes über „Tödlicher Segen“

Wikipedia über „Tödlicher Segen“


TV-Tipp für den 2. April: Sphere – Die Macht aus dem All

April 1, 2017

Pro7 Maxx, 20.15

Sphere – Die Macht aus dem All (USA 1998, Regie: Barry Levinson)

Drehbuch: Stephen Hauser, Paul Attanasio, Kurz Wimmer (Adaption)

LV: Michael Crichton: Sphere, 1987 (Sphere – Die Gedanken des Bösen)

Als auf dem Meeresgrund ein Raumschiff entdeckt, wird, soll eine Gruppe Wissenschaftler es erforschen – und wird schnell mit seltsamen Ereignissen konfrontiert.

Science-Fiction-Film, der das Genre nicht neu erfindet und zu lang geraten ist (134 Minuten!), aber mit einer guten Besetzung punktet.

„befriedigendem Film“ (Fischer Film Almanach 1999)

mit Dustin Hoffman, Sharon Stone, Samuel L. Jackson, Peter Coyote, Liev Schreiber, Queen Latifah, Huey Lewis

Wiederholung: Montag, 3. April, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Sphere“

Wikipedia über „Sphere“ (deutsch, englisch)

Mein Nachruf auf Michael Crichton

Meine Besprechung von Barry Levinsons „The Bay – Nach Angst kommt Panik“ (The Bay, USA 2012)

Meine Besprechung von Barry Levinsons „Rock the Kasbah“ (Rock the Kasbah, USA 2015)


TV-Tipp für den 19. März: Broken Flowers

März 19, 2016

Servus TV, 20.15

Broken Flowers – Blumen für die Ex (USA/Frankreich 2005, Regie: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch (inspiriert von einer Idee von Bill Raden und Sara Driver)

Don Johnston (Stoneface Bill Murray) lungert nur noch in seiner Wohnung herum und träumt von seinen früheren Frauen. Eines Tages erhält er einen anonymen Brief, in dem steht, dass er einen 19-jährigen Sohn habe. Don, der bislang von seinem Vaterglück nichts wusste, macht sich auf den Weg quer durch die USA zu seinen alten Freundinnen, die er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat und von denen eine die Mutter sein muss.

Jim Jarmusch erhielt für sein lakonisches Road-Movie über verpasste Chancen den Großen Preis der Jury in Cannes, einige weitere Preise, viel Kritikerlob – und an der Kinokasse lief der Film auch gut.

Mit Bill Murray, Julie Delpy, Jeffrey Wright, Sharon Stone, Frances Conroy, Chloë Sevigny, Jessica Lange, Tilda Swinton

Wiederholung: Sonntag, 20. März, 17.05 Uhr

Hinweise

Film-Zeit über „Broken Flowers“

Metacritic über „Broken Flowers“

Rotten Tomatoes über „Broken Flowers“

Wikipedia über „Broken Flowers“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

The Jim Jarmusch Resource Page

Senses of Cinema über Jim Jarmusch

Jim Jarmusch in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Jim Jarmuschs “Only Lovers left alive” (Only Lovers left alive, Deutschland/Großbritannien/Frankreich/Zypern/USA 2013)


TV-Tipp für den 23. Oktober: Diabolisch

Oktober 23, 2015

3sat, 22.30
Diabolisch (USA 1996, R.: Jeremiah S. Chechik)
Drehbuch: Don Roos
LV: Pierre Boileau/Thomas Narcejac: Les diaboliques: Celle qui n´etait pas, 1952 (Die Teuflischen; Tote sollen schweigen)
Mia und Nicole bringen das Ekel Guy um. Als seine Leiche verschwindet und eine neugierige Polizistin auftaucht, beginnt die brüchige Partnerschaft von Mia und Nicole merklich zu bröckeln.
Boileau/Narcejacs Thriller wurde 1954 von Henri-Georges Clouzot genial verfilmt unter dem Titel „Les Diaboliques“/“Die Teuflischen“. Hollywood versuchte vierzig Jahre später diesen Film zu toppen; jedenfalls bezog sich Drehbuchautor Dan Roos explizit auf Clouzots Film – und scheiterte. Da hilft auch die gute Besetzung nicht.
J.J. Abrams, der Erfinder von „Alias“ und „Lost“ und Regisseur von „Mission Impossible 3“, „Super 8“, den letzten beiden „Star Trek“-Filmen und dem neuen „Star Wars“-Film, hat eine kleine Rolle als Kameramann.
Mit Sharon Stone, Isabelle Adjani, Chazz Palminteri, Kathy Bates, J.J. Abrams
Wiederholung: Samstag, 24. Oktober, 03.10 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Diabolisch“
Wikipedia über „Diabolisch“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 27. Dezember: Casino

Dezember 27, 2014

3sat, 22.00

Casino (USA 1995, Regie: Martin Scorsese)

Drehbuch: Martin Scorsese, Nicholas Pileggi

LV: Nicholas Pileggi: Casino: Love and Honor in Las Vegas, 1995 (Casino)

Biopic über die Mafia in Las Vegas in den Siebzigern

Kurz gesagt: ein Meisterwerk und Pflichttermin für Krimifans.

„Die einander ergänzenden Elemente von ‚Casino’, die genaue, materialistische Dokumentation, das Shakespeare-Drama von Macht und Fall, der Genrefilm und die Strindbergsche Seelenpein von Mann und Frau, zwischen denen eine unsichtbare Mauer steht, laufen alle auf die Feststellung hinaus, die Robert De Niro schon am Anfang getroffen hat: dass niemand gegen die Bank gewinnen kann. Das ist nicht nur konkrete Beschreibung einer ökonomisch-kriminellen Situation und soziale Metapher auf das Wesen des Kapitalismus, sondern auch ein philosophisches Gleichnis.“ (Georg Seeßlen: Martin Scorsese)

Mit Robert De Niro, Sharon Stone, Joe Pesci, James Woods, Kevin Pollak, L. Q. Jones

Hinweise

Metacritic über “Casino”

Rotten Tomatoes über “Casino”

Wikipedia über “Casino” (deutsch, englisch)

Drehbuch “Casino” von Nicholas Pileggi

Charlie Rose interviewt Nicholas Pileggi (2. November 1995 zu “Casino”)

Wikipedia über Martin Scorsese (deutsch, englisch)

Martin-Scorsese-Fanseite

Meine Besprechung von Martin Scorseses “Hugo Cabret” (Hugo, USA 2011)

Meine Besprechung von Martin Scorseses „The Wolf of Wall Street“ (The Wolf of Wall Street, USA 2013)

Martin Scorsese in der Kriminalakte


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