TV-Tipp für den 20. Juni: Winchester ’73

Juni 20, 2016

Arte, 20.15

Winchester ’73 (USA 1950, Regie: Anthony Mann)

Drehbuch: Robert L. Richards, Borden Chase (nach einer Geschichte von Stuart N. Lake)

Lin will seine Winchester zurück haben. Aber dieses Gewehr geht durch viele Hände, die Anthony Mann liebevoll zeigt.

Einer der unumstrittenen Western-Klassiker und die erste Zusammenarbeit von Regisseur Anthony Mann und James Stewart.

mit James Stewart, Shelley Winters, Dan Duryea, Stephen McNally, Millard Mitchell, Charles Drake, Will Geer, Jay C. Flippen, Rock Hudson, Tony Curtis

Wiederholung: Dienstag, 21. Juni, 13.55 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Winchester ’73“

Turner Classic Movies über „Winchester ’73“

Wikipedia über „Winchester ’73“ (deutsch, englisch)

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TV-Tipp für den 22. Juni: Saskatchewan

Juni 22, 2015

Arte, 20.15
Saskatschewan (USA 1954, Regie: Raoul Walsh)
Drehbuch: Gil Doud
Fort Saskatchewan: die Bleichgesichter befürchten, dass die Sioux und die Cree-Indianer sich miteinander verbünden. Also muss etwas getan werden. Aber Sergeant O’Rourke zweifelt und – ach, eigentlich haben wir diese Story schon hundertmal gesehen.
„Ein Film in schönen Farben und mit der hässlichen Moral, dass es als Happy-End ausreicht, wenn man Indianer gegen Indianer hetzt.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)
Raoul Walsh über den Film: „Bei diesem Film ging alles schief. (…) Ja, die Story war wirklich uninteressant. Aber die kanadischen Landschaften waren wunderbar. Ich habe versucht, ihre ganze Schönheit einzufangen.“
Extrem selten gezeigter Western
mit Alan Ladd, Shelley Winters, Robert Douglas, Hugh O’Brian, Richard Long
Hinweise
Arte über den Film
Turner Classic Movies über „Saskatschewan“
Wikipedia über „Saskatschewan“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Raoul Walshs „Der große Treck“ (The big Trail, USA 1930)

Meine Besprechung von Raoul Walshs “Drei Rivalen” (The Tall Men, USA 1955)

Raoul Walsh in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 2. Juli: Lolita

Juli 2, 2014

3sat, 23.15

Lolita (Großbritannien/USA 1962, Regie: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Vladimir Nabokov

LV: Vladimir Nabokov: Lolita (1955/1958, Lolita)

Professor Humbert Humbert verliebt sich in die pubertierende Tochter seiner Vermieterin Charlotte Haze.

Film und Buch gehören heute zu den Klassikern in ihrem Genre.

Nabokovs Roman wurde 1955 zuerst auf Englisch in Frankreich veröffentlicht. Die US-amerikanische Erstausgabe erschien 1958 und wurde sofort ein Bestseller.

Mit James Mason, Sue Lyon, Peter Sellers, Shelley Winters

Wiederholung: Sonntag, 6. Juli, 00.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte: Lars Penning über „Lolita“

Rotten Tomatoes über „Lolita“

Wikipedia über “Lolita” (deutsch, englisch)

Stanley Kubrik in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Feiner Reihenauftakt der „Masterpieces of Cinema“ mit „Die Nacht des Jägers“ und „Einsam sind die Tapferen“

Mai 4, 2013

 

Für Cineasten sind der Country-Noir „Die Nacht des Jägers“ und der Neo-Western „Einsam sind die Tapferen“ Klassiker, die bislang in Deutschland noch nicht auf DVD oder nur in einer sehr spartanischen DVD veröffentlicht wurden.

 

So war „Die Nacht des Jägers“ bislang nur als DVD ohne Bonusmaterial erhältlich. Die DVD/Blu-ray-Ausgabe von Koch-Media in der „Masterpieces of Cinema“-Collection enthält jetzt den Film auf DVD und, erstmals, Blu-ray mit knapp zwanzig Minuten Bonusmaterial. Der nächste Schritt wäre eine deutsche Veröffentlichung der Criterion-DVD/Blu-ray mit umfangreichem Bonusmaterial, wie einem Audiokommentar mit dem Second-Unit-Regisseur Terry Sanders, Filmarchivar Robert Gitt, Kritiker F. X. Feeney und Autor Preston Neal Jones, dem gut vierzigminütigem „The Making of ‚The Night of the Hunter’“, dem gut 160-minütigem „Charles Laughton directs ‚The Night of the Hunter’“ und vielen weiteren Extras. Aber das dürfte noch einige Zeit dauern; falls überhaupt.

 

In „Die Nacht des Jägers“, dem einzigen Spielfilm von Schauspieler Charles Laughton, spielt Robert Mitchum den während der Depression über das Land ziehenden Prediger Harry Powell, der „Hate“ (Hass) und „Love“ (Liebe) auf seine Finger tätowiert hat und diese Tätowierungen bei seinen Predigen beeindruckend zur Geltung bringt. Er ist aber auch ein eiskalter Psychopath, der sich bei den Harpers einnistet, weil der vorherige Hausherr dort nach einem missglückten Überfall, für den er die Todesstrafe erhielt, 10.000 Dollar versteckt hat. Nur die beiden Kinder John und Pearl wissen, wo das Geld versteckt ist.

 

Nachdem Powell ihre Mutter getötet hat und will er von ihnen das Versteck erpressen. In einem kleinen Boot flüchten sie. Aber wie ein böser Dämon verfolgt Powell sie.

 

Der Country-Noir-Klassiker, der formal an den deutschen expressionistischen Film anschließt und dessen oft irreale Fotografie und das oft übertriebene Schauspiel auch heute noch verstört, ist auch unglaublich spannend. Vor allem weil Robert Mitchum als Prediger eine Ausgeburt der schlimmsten Alpträume der beiden Kinder ist.

 

Und sicher beeinflusste der Film auch Joe R. Lansdale bei seinem neuesten Roman „Dunkle Gewässer“ (Edge of Dark Water). Jedenfalls sind die Bezüge und Querverweise zwischen dem Film und dem Buch, vor allem in der alptraumhaften Stimmung, wenn man sie kurz hintereinander genießt, verblüffend – und Joe R. Lansdale schrieb für eine für Juli 2013 angekündigte US-Prachtausgabe von Davis Grubbs Roman, der die Vorlage für den Film ist, eine Einleitung.

 

 

Einsam sind die Tapferen“ ist ein Post-Western, der normalerweise irgendwo im Nachtprogramm versteckt wird und jetzt erstmals auf DVD erhältlich ist. Das Bonusmaterial (es entspricht der US-DVD der Universal „Backlot Serie“) ist zwar kurz, aber sehr informativ.

 

Wie in „Die Nacht des Jägers“ ist die Geschichte auf den ersten Blick nicht sonderlich komplex. Es wird die Geschichte einer Jagd erzählt. Jack Burns, einer der letzten Cowboys, der sich den Cowboy-Idealen verpflichtet fühlt, provoziert 1953 in einer Kleinstadt in New Mexico eine Schlägerei, um in das Gefängnis eingeliefert zu werden. Dort sitzt sein Freund Paul, weil er Mexikanern über die Grenze geholfen hat. Ein Verbrechen vor dem Gesetz. Für Burns einfach ein Akt der Menschlichkeit. Eine Selbstverständlichkeit für jemand, der Grenzen sowieso nicht respektiert. Als Paul, der inzwischen bürgerlich wurde, nicht mit ihm ausbrechen will, bricht Burns alleine aus. Er will über eine Hügelkette in Richtung Mexiko flüchten. Sheriff Johnson verfolgt ihn.

 

Kirk Douglas nannte „Einsam sind die Tapferen“ später immer wieder seinen Lieblingsfilm, sein Sohn Kirk Douglas hält ihn für den besten Film seines Vaters, der Western taucht regelmäßig in Bestenlisten auf und er hat heute viele Fans, wie Steven Spielberg, der im Bonusmaterial über den Western spricht.

 

Für dieses Lob gibt es viele Gründe. So ist der Film, nach einem grandiosen Drehbuch von Dalton Trumbo, zugleich eine einfache, Western-typische Verfolgungsjagd, und eine komplexe, auf mehreren Ebenen spielende Meditation über das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, von Freiheit und Konformität, von Western-Idealen, die vielleicht schon immer ein Mythos waren, und einer Gegenwart, in der andere Werte zählen.

 

Dazu kommen die grandiosen Schauspieler: Kirk Douglas als freiheitsliebender Cowboy, Gena Rowlands als seine Freundin und Pauls Frau, Walter Matthau als nach außen hin schläfriger Polizist (ungefähr so schläfrig wie ein im Schatten auf seine Beute lauernder Panther) und George Kennedy als sadistischer Gefängniswärter. Oh, und das Pferd von Kirk Douglas.

 

Einsam sind die Tapferen“ ist der bekannteste Film von David Miller und wahrscheinlich auch, – zugegeben, ich kenne seine anderen Filme nicht so sehr -, sein bester Film.

 

Genug gelobt, lassen wir zwei andere Stimmen zu Wort kommen:

 

Die Qualitäten und das Engagement des Films sind die Qualitäten und das Engagement seiner Autoren. Edward Abbey, der Romanautor, war hauptsächlich Umweltschützer in US-Nationalparks. Dalton Trumbo, der Drehbuchautor, war der prominenteste unter den ‘Hollywood-Ten’, die nach den McCarthy-Verfolgungen offiziell nicht mehr beschäftigt werden durften,…Es gibt Kritiker, die finden, dass in diesem Film sein missionarischer Enthusiasmus mit ihm durchgegangen ist.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon, 1976/1995)

 

„‘Einsam sind die Tapferen’ ist der paradigmatische Postwestern. Ein existenzialistischer Film, eine kritische Studie, ein selbstreflexives Metapherngewitter. Schwarz-weiß war ein genialer Schachzug. (…) ‚Lonely are the Brave‘, ein kleiner Schwarzweißfilm, ist ein großer Western. Sollte einmal die Geschichte des Western als Genre tatsächlich geschrieben werden, so wird dieser Film in der Gruppe der Gründungsmythen und der filmischen Reflexionen auf das Problem der Gründungsgeschichte der amerikanischen Gesellschaft einen herausragenden Platz einnehmen.“ (Josef Rauscher in Bernd Kiefer/Norbert Grob, Hrsg.: Filmgenres: Western, 2003)

 

Die Nacht des Jägers - DVD-Cover

 

Die Nacht des Jägers (Night of the Hunter, USA 1954)

 

Regie: Charles Laughton

 

Drehbuch: James Agee

 

LV: Davis Grubb: Night of the hunter, 1953

 

mit Robert Mitchum, Shelley Winters, Lillian Gish, Billy Chapin, Sally Jane Bruce, James Gleason, Evelyn Warden, Peter Graves

 

 

DVD/Blu-ray

 

Koch Media (Masterpieces of Cinema Collection No. 01)

 

Bild: 1,66:1

 

Ton: Deutsch, Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0, Dolby Digital 2.0)

 

Untertitel: Deutsch, Englisch

 

Bonusmaterial: Featurette „Moving Pictures“, Geschnittene Szene, Trailer, Bildergalerie, Booklet

 

Länge: 90 Minuten (DVD), 93 Minuten (Blu-ray)

 

FSK: ab 16 Jahre

 

 

Hinweise

 

All Movie über „Die Nacht des Jägers“

 

Rotten Tomatoes über „Die Nacht des Jägers“

 

Turner Classic Movies über „Die Nacht des Jägers“

 

Wikipedia über „Die Nacht des Jägers“ (deutsch, englisch)

 

Noir of the Week über „Die Nacht des Jägers“

 

 

Einsam sind die Tapferen - DVD-Cover

 

Einsam sind die Tapferen (Lonely are the Brave, USA 1962)

 

Regie: David Miller

 

Drehbuch: Dalton Trumbo

 

LV: Edward Abbey: The Brave Cowboy, 1956

 

Mit Kirk Douglas, Walter Matthau, Gena Rowlands, Michael Kane, George Kennedy

 

 

DVD/Blu-ray

 

Koch Media (Masterpieces of Cinema Collection No. 02)

 

Bild: 2.35:1 (16:9)

 

Ton: Deutsch, Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0; DD 2.0)

 

Untertitel: Englisch

 

Bonusmaterial: Featurette „Ein Tribut an den Film“, Featurette „Die Musik zum Film“, Trailer, Bildergalerie, Booklet

 

Länge: 107 Minuten

 

FSK: ab 12 Jahre

 

 

Hinweise

 

All Movie über „Einsam sind die Tapferen“

 

Rotten Tomatoes über „Einsam sind die Tapferen“

 

Turner Classic Movies über „Einsam sind die Tapferen“

 

Wikipedia über „Einsam sind die Tapferen“

 

 

 


TV-Tipp für den 11. März: Delta Force

März 11, 2013

Ein leicht verspätetes Geburtstagsgeschenk

Kabel 1, 22.40

Delta Force (USA 1986, R.: Menahem Golan)

Drehbuch: James Bruner, Menahem Golan

Musik: Alan Silvestri

Terroristen entführen ein US-Passagierflugzeug. Die Delta Force rückt aus, um den Entführern Manieren beizubringen.

Obwohl „Delta Force“ auf der Entführung des TWA Flug 847 am 14. Juni 1985 basiert, ist Menahem Golans Werk „ein weiteres Monument der Ramb-Ideologie“ (Fischer Film Almanach 1987) und wäre nicht besonders bemerkenswert, wenn die Produzenten Menahem Golan und Yoram Globus, die Cannon-Chefs, die damals als B-Actionfilmschmiede das Bild das Actionkinos bestimmte („Missing in Action“, „Invasion U. S. A.“, „Die City-Cobra“ und viele mehr), nicht so viele Stars für ihren Film verpflichtet hätten. Der Film selbst zerfällt in zwei Hälften: in der ersten wird ziemlich realistisch die Entführung und die Reaktionen der Passagiere gezeigt; in der zweiten entwickelt sich eine abstruse Befreiungsorgie, die komplett auf jegliche Logik verzichtet. Immerhin lernen wir die Chuck-Norris-Methode des effizienten Umbringen des Bösewichts kennen.

Der Rest sind Hurra-Patriotismus für die USA (typisch für Golan/Globus-Filme) und Israel (sehr untypisch), arabische Klischee-Bösewichter und viel Action.

Der Film war bis Juli 2011 indiziert. Nachdem er vom Index genommen und neu geprüft wurde, erhielt er eine „FSK ab 16 Jahre“-Freigabe.

„Delta Force“ ist auch der letzte Film von Lee Marvin.

mit Chuck Norris, Lee Marvin, Martin Balsam, Joey Bishop, Hanna Schygulla, Robert Foster, Lainie Kazan, George Kennedy, Susan Strasberg, Bo Svenson, Robert Vaughn, Shelley Winters, Kim Delaney, Liam Neeson (ungenannt, als Delta-Force-Mitglied)

Wiederholung: Dienstag, 12. März, 23.55 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Delta Force“

Wikipedia über „Delta Force“ (deutsch, englisch)

Film Monthly über “Delta Force” (28. Juni 2012)


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