Neu im Kino/Filmkritik: „The darkest Minds – Die Überlebenden“ in einer Dystopie

August 17, 2018

Da denkt man, die Zeit der Teenager-Dystopien sei vorbei. Einige von ihnen – „The Hunger Games“ (!!!), „Maze Runner“ – waren richtige Blockbuster. Viele überlebten gerade so den ersten Kinoeinsatz. Entsprechend schnell war die Luft aus dem Hype raus. Und dann ist die nächste Teenager-Dystopie im Kino.

In „The darkest Minds – Die Überlebenden“ tötet eine Krankheit die meisten Teenager. Die Überlebenden entwickeln geheimnisvolle Kräfte. Sie können Gegenstände nur mit der Kraft ihrer Gedanken bewegen, Elektrizität erzeugen, Feuer spucken und die Erinnerungen von Menschen löschen. Weil die Erwachsenen Angst vor ihnen haben, werden die Kinder in Resozialisierungscamps inhaftiert und, gemäß ihren übernatürlichen Begabungen, in Gruppen eingeteilt.

Sechs Jahre nach ihrer Inhaftierung bricht, mit der Hilfe einer Ärztin, die sechzehnjährige über-übernatürlich begabte Ruby Daly aus. Sie kann Erinnerungen löschen und, nur mit ihren Gedanken, Menschen zu Handlungen zwingen. Auf ihrer Flucht trifft sie eine aus drei Teenager bestehende Gruppe. Gemeinsam machen sie sich, verfolgt von verschiedenen, mehr oder weniger böswilligen Gruppen, auf den Weg zu einem geheimnisumwitterten Ort, in dem sie in Freiheit leben und ihre Fähigkeiten ungehindert entfalten können.

The darkest Minds – Die Überlebenden“ ist, wie die anderen Teenager-Dystopien, die Verfilmung eines Jugendbuchs. Alexandra Bracken schrieb die Trilogie und einige weitere Bände. Auch die Verfilmung soll der Auftakt zu einer Trilogie sein. Angesichts des in jeder Beziehung bescheidenen Ergebnisses dürfte „The darkest Minds – Die Überlebenden“ Anfang und Ende der Serie sein.

Die Filmgeschichte folgt ziemlich einfallslos den bekannten Genretopoi, die lieblos abgehakt werden. Nichts davon ist originell oder überraschend. Immerhin wird dieses Mal die Hauptrolle von einer Afroamerikanerin übernommen und Amandla Stenberg als Ruby hat eine sympathische Leinwandpräsenz. Aber sie ist machtlos gegen ein Drehbuch und eine Inszenierung, die mehr an den Pilotfilm für eine kurzlebige TV-Serie als an einen Kinofilm erinnert.

The darkest Minds – Die Überlebenden (The darkest Minds, USA 2018)

Regie: Jennifer Yuh Nelson

Drehbuch: Chad Hodge

LV: Alexandra Bracken: The darkest Minds, 2012 (Die Überlebenden)

mit Amandla Stenberg, Mandy Moore, Harris Dickinson, Patrick Gibson, Skylan Brooks, Miya Cech, Lidya Jewett, Bradley Whitford, Gwendolyne Christie

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Homepage zum Film

Moviepilot über „The darkest Minds- Die Überlebenden“

Metacritic über „The darkest Minds – Die Überlebenden“

Rotten Tomatoes über „The darkest Minds – Die Überlebenden“

Wikipedia über „The darkest Minds – Die Überlebenden“ (deutsch, englisch)

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TV-Tipp für den 14. April: Southpaw

April 14, 2018

Pro7, 20.15

Southpaw (Southpaw, USA 2015)

Regie: Antoine Fuqua

Drehbuch: Kurt Sutter

Billy Hope ist ein erfolgreicher Boxer. Bis eine persönliche Katastrophe sein bisheriges Leben auf den Kopf stellt und er auch an ganz anderen Fronten kämpfen muss.

Überzeugender Boxerfilm, der innerhalb der bekannten Genrekonventionen interessante Akzente setzt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Jake Gyllenhaal, Rachel McAdams, Forest Whitaker, Naomie Harris, Curtis `50 Cent`Jackson, Oona Laurence, Miguel Gomez, Skylan Brooks, Beau Knapp, Victor Ortiz

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Englische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Southpaw“
Moviepilot über „Southpaw“
Metacritic über „Southpaw“
Rotten Tomatoes über „Southpaw“
Wikipedia über „Southpaw“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Training Day” (Training Day, USA 2001)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest” (Brooklyn’s Finest, USA 2009)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Olympus has fallen – Die Welt in Gefahr” (Olympus has fallen, USA 2013)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “The Equalizer” (The Equalizer, USA 2014)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Southpaw” (Southpaw, USA 2015)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas „Die glorreichen Sieben“ (The Magnificent Seven, USA 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Antoine Fuquas Boxerfilm „Southpaw“

August 21, 2015

Die Regeln des Boxerfilms sind ja bekannt und „Southpaw“ folgt ihnen auch mit einem Boxkampf am Anfang, der Herausforderung eines Konkurrenten, einer krachenden Niederlage, dem langen Training für den nächsten Kampf und schließlich dem Schlußkampf, bei dem der Held siegreich den Ring verlässt. Das kennt man spätestens aus den „Rocky“-Filmen.
Aber Regisseur Antoine Fuqua (zuletzt „The Equalizer“) und Drehbuchautor Kurt Sutter („The Shield“, „Sons of Anarchy“) setzen eigene Akzente, die „Southpaw“ innerhalb des Genres zu einem sehr interessanten Film machen. Dabei ist die Besetzung der Hauptrolle mit Jake Gyllenhaal der uninteressanteste Punkt. Immerhin spielte schon Robert De Niro in Martin Scorseses grandiosem SW-Boxerfilm „Raging Bull – Wie ein wilder Stier“ einen Boxer.
Der interessante Punkt ist, wie viel Zeit sich Fuqua nimmt, um das Leben abseits des Boxkampfes und abseits des Boxrings zu zeigen. Es geht um die Einsamkeit nach dem Kampf in ranzigen Hinterzimmer, in denen man sich wenige Minuten früher auf den Kampf vorbereitete. Nach dem Lärm der jubelnden Menge in dem bis zum letzten Platz gefüllten Veranstaltungssaal ist die Stille und Einsamkeit in dem anonymen, funktionalem und fensterlosen Zimmer noch bedrückender. Es geht um die Schmerzen, die man nach einem Boxkampf am ganzen Körper spürt. So stolpert Billy Hope wie ein Schwerverletzter durch sein mondänes Anwesen. Es geht um die Geschäfte, die das Profiboxen begleiten. Also um das Abschließen von Verträgen, Auftritte bei Wohltätigkeitsveranstaltungen und Entscheidungen über das Leben nach der Sportkarriere. Es geht auch um die große Entourage, die man hat, so lange man Geld hat.
Diese Gefolgschaft verlässt Billy ‚The Great‘ Hope (Jake Gyllenhaal), ein impulsiv-jähzorniges Waisenkind, das sich von ganz unten aus dem Kinderheim nach oben zum Halbschwergewichtsmeistertitel boxte, mit seiner Jugendliebe Maureen (Rachel McAdams), die sein Leben in jeder Beziehung organisiert, glücklich verheiratet ist und mit ihr eine zehnjährige Tochter (Oona Laurence) hat, die er abgöttisch liebt, nachdem Maureen während einer Wohltätigkeitsveranstaltung bei einer Rangelei mit einem anderen Boxer durch einen Schuss tödlich verletzt wird. Ohne Maureen ist Billy ein vom Leben überfordertes Häufchen selbstmitleidiges Elend, das nach einem missglückten Boxkampf, der für ihn mit einer einjährigen Kampfsperre endet, auch schnell sein Vermögen verliert. Seine Tochter Leila kommt in ein Heim und er weiß nicht, wann er wieder mit ihr zusammen leben darf.
Weil Leila sein einziger Halt ist, will er für sie ein anständiger Vater sein. Deshalb nimmt er bei dem Amateur-Boxtrainer Titus ‚Tick‘ Wills (Forest Whitaker), der für die Kinder im Viertel auch ein Sozialarbeiter ist, eine Arbeit als Putzmann an. Und selbstverständlich trainiert er dort für seinen nächsten Kampf.
Wichtiger als die furios inszenierten Boxkämpfe sind in „Southpaw“, wie gesagt, die sonst nicht gezeigten Momente, die den Film, innerhalb der bekannten Regeln und absolut ironiefrei, zu einer intensiven und düsteren Charakterstudie machen. Und Jack Gyllenhaal überzeugt nach „Nightcrawler“, wo er ebenfalls einen – höflich formuliert – schwierigen Charakter spielte, wieder einmal als ein auch an seine körperlichen Grenzen gehender Schauspieler restlos.

Southpaw - Plakat

Southpaw (Southpaw, USA 2015)
Regie: Antoine Fuqua
Drehbuch: Kurt Sutter
mit Jake Gyllenhaal, Rachel McAdams, Forest Whitaker, Naomie Harris, Curtis `50 Cent`Jackson, Oona Laurence, Miguel Gomez, Skylan Brooks, Beau Knapp, Victor Ortiz
Länge: 125 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Englische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Southpaw“
Moviepilot über „Southpaw“
Metacritic über „Southpaw“
Rotten Tomatoes über „Southpaw“
Wikipedia über „Southpaw“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Training Day” (Training Day, USA 2001)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest” (Brooklyn’s Finest, USA 2009)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Olympus has fallen – Die Welt in Gefahr” (Olympus has fallen, USA 2013)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “The Equalizer” (The Equalizer, USA 2014)


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