TV-Tipp für den 10. Oktober: Plötzlich Gigolo

Oktober 10, 2017

ZDF, 00.20

Plötzlich Gigolo (Fading Gigolo, USA 2013)

Regie: John Turturro

Drehbuch: John Turturro

Der alleinstehende Florist Fiorante (John Turturro) ist mit seinem Leben zufrieden. Da schlägt ihm sein Freund Murray (Woody Allen), ein Buchhändler, der nachdem er sein Geschäft schließen musste, viel Zeit und viele Ideen hat, ein wundervolles Geschäft vor. Fiorante soll mit seiner Hautärztin und deren Freundin ins Bett gehen. Für Geld. Aus der einmaligen Sache entwickelt sich schnell mehr, viel mehr als Fiorante und Murray sich in ihren kühnsten Träumen ausgemalt haben.

TV-Premiere einer wundervollen New-York-Liebeskomödie zu einer unmöglichen Uhrzeit.

Obwohl Woody Allen nur mitspielt, John Turturro die Hauptrolle hat, das Drehbuch schrieb und die Regie übernahm, ist „Plötzlich Gigolo“ eine waschechte Woody-Allen-Komödie mit dem vertrauten Woody-Allen-New-York-Flair.

Den Grund erfahrt ihr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit John Turturro, Woody Allen, Vanessa Paradis, Liev Schreiber, Sharon Stone, Sofia Vergara, Bob Balaban, M’Barka Ben Taleb, Tonya Pinkins

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Plötzlich Gigolo“
Moviepilot über „Plötzlich Gigolo“
Metacritic über „Plötzlich Gigolo“
Rotten Tomatoes über „Plötzlich Gigolo“
Wikipedia über „Plötzlich Gigolo“

Meine Besprechung von John Turturros „Plötzlich Gigolo“ (Fading Gigolo, USA 2013)

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Neu im Kino/Filmkritik: „Kiss the Cook“ und iss das Essen

Mai 28, 2015

Wer möchte kann „Kiss the Cook – So schmeckt das Leben“ von Jon Favreau (Regie, Drehbuch, Hauptrolle) als Metapher auf seine Hollywood-Erfahrungen sehen. Er begann mit kleinen Independent-Filmen, wie „Swingers“ und „Made“, stieg dann mit seinen beiden „Iron Man“-Filmen und dem Science-Fiction-Western „Cowboys & Aliens“ in die Blockbuster-Regie auf und dreht jetzt wieder einen kleinen Film, der von der ersten bis zur letzten Sekunde den Geist des unabhängigen Independent-Kinos atmet.
Favreau erzählt die Geschichte von Carl Casper, der vor zehn Jahren zum Chefkoch eines Nobelrestaurants aufstieg. Aber anstatt seine eigenen Mahlzeiten zu kreieren, muss er den konservativen Kochplan seines Chefs ausführen. Immerhin lieben die Gäste seit Jahrzehnten genau diese Gerichte, die immer auf die gleiche Art zubereitet werden. Also bitte keine Experimente.
Nach einer missgünstigen Kritik eines Restaurantkritikers, der Carl vorwirft, dass er seinen Esprit verloren habe, flippt Carl aus. Der Streit zwischen ihnen führt letztendlich zu seiner Entlassung.
Mit etwas Hilfe von seiner Ex-Frau entschließt Carl sich zu einem Zurück-zu-den-Wurzeln-Programm. In Florida organisiert er sich einen Imbisswagen, bringt ihn, mit seinem elfjährigem Sohn Percy und seinem Sous-Chef Martin, wieder in Schuss. Gemeinsam machen sie sich von Miami aus auf den Weg quer durch die USA zurück nach Los Angeles.
Auf dem Weg durch die Südstaaten wird, auch dank der sozialen Medien, aus der Schnapsidee, mit der Carl seinem Sohn die regionale amerikanische Küche näher bringen will, ein Triumphzug. Denn überall stehen die Leute Schlange, um seine Variationen südamerikanischer und kubanischer Leckerbissen zu essen.
„Kiss the Cook“ ist ein sympathisches Feelgood-Movie, in dem etliche Stars kurze, oft prägnante Auftritte haben und man mit den drei Männern im Imbisswagen „El Jefe“ gerne seine Zeit verbringt. Da verzeiht man auch, dass diese Reise gänzliche konfliktfrei abläuft und das präsentierte Essen nicht sonderlich gesund ist.
Beim Tribeca-Filmfestival erhielt „Kiss the Cook“ den Publikumspreis.

Kiss the Cook - Plakat

Kiss the Cook – So schmeckt das Leben (Chef, USA 2014)
Regie: Jon Favreau
Drehbuch: Jon Favreau
mit Jon Favreau, Emjay Anthony, Sofia Vergara, John Leguizamo, Scarlett Johansson, Oliver Platt, Bobby Cannavale, Amy Sedaris, Dustin Hoffman, Robert Downey jr.
Länge: 114 Minuten
FSK: ab 6 Jahre

Hinweise
Englische Facebookseite zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Kiss the Cook“
Moviepilot über „Kiss the Cook“
Metacritic über „Kiss the Cook“
Rotten Tomatoes über „Kiss the Cook“
Wikipedia über „Kiss the Cook“
Meine Besprechung von Jon Favreaus „Cowboys & Aliens“ (Cowboys & Aliens, USA 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: Jason Statham spielt die „Wild Card“

Februar 12, 2015

Ein neuer Film, für den William Goldman das Drehbuch schrieb, ist für Filmfans ein Jubelfest. Goldman schrieb, neben einigen Romanen, die teilweise verfilmt wurden, und seinen beiden äußerst kurzweiligen Hollywood-Erinnerungsbüchern „Das Hollywood Geschäft“ (Adventures in the Screen Trade, 1984) und „Wer hat hier gelogen?“ (Which lie did I tell?, 2000), die Drehbücher für „Ein Fall für Harper“, „Butch Cassidy und Sundance Kid“, „Die Unbestechlichen“, „Der Marathon-Mann“, „Die Braut des Prinzen“, „Misery“, „Absolute Power“, „Wehrlos – Die Tochter des Generals“ und „Dreamcatcher“. Seitdem, also seit über zwölf Jahren, schrieb der 1931 geborene Autor kein verfilmtes Drehbuch mehr. Aber für Simon West, der bereits „Wehrlos – Die Tochter des Generals“ verfilmte, kehrte er aus seinem Ruhestand zurück und was auf den ersten Blick gut klingt, wird schon beim allerersten genaueren Hinsehen bedenklich. Denn „Wild Card“ ist ein Remake von „Heat – Nick, der Killer“ (Heat, USA 1986)“, einem Privatdetektiv-Krimi mit Burt Reynolds, dessen Produktionsgeschichte so chaotisch war, dass William Goldman ihn in „Wer hat hier gelogen?“ nur in einem Halbsatz erwähnt.
Auch abseits der chaotischen Produktion ist „Heat“ ein bestenfalls durchschnittlicher Privatdetektiv-Krimi, den niemand mehr kennt.
Aber für ein Remake ist das eigentlich nicht schlecht. Immerhin stehen die Chancen gut, dass alle das Remake als die bessere Fassung der Geschichte loben. Man kann als Autor alte Fehler beseitigen und, immerhin ist „Heat“ gut dreißig Jahre alt, die Geschichte in die Gegenwart verlagern. Man kann sogar eine mehr oder weniger neue Geschichte erzählen.
Aber „Wild Card“ nimmt keine dieser Möglichkeiten wahr. Stattdessen wirkt der Film, als ob William Goldman einfach sein altes Drehbuch aus dem Regal genommen hat, ein, zwei vollkommen unwichtige Details änderte (Heißa, es gibt Mobiltelefone!) und Simon West das Buch gab, der es dann verfilmte als müsse er eine Folge der immer noch vergnüglichen TV-Serie „Vegas“ (die in den späten Siebzigern/frühen Achtzigern in Las Vegas gedreht wurde) inszenieren. Das gewinnt der einfachen Geschichte keinen einzigen neuen Aspekt ab und Themen, die damals neu (naja, halbwegs neu) im Genre waren, sind heute hoffnungslos veraltet. Denn Nick Wild (damals Burt Reynolds, heute Jason Statham) ist ein Spieler. Ein Süchtiger. Ja, das war damals neu. Damals haderten der von Lawrence Block erfundene New-Yorker-Privatdetektiv-ohne-Lizenz Matt Scudder und der von James Lee Burke erfundene Privatdetektiv-Polizist Dave Robicheaux in grandiosen Privatdetektivkrimis mit ihrem Alkoholismus. Heute gehört eine gepflegte Suchtgeschichte zur Grundausstattung eines erfolgreichen Ermittlers.
Ansonsten ist Privatdetektiv und Bodyguard Nick Wild aus der bewährten Klischeekiste des Privatdetektiv-Genres geformt: harte Schale, weicher Kern, großes Ehrgefühl, allseits beliebt, auch bei den Frauen, die er alle ohne Ausnahme respektvoll behandelt und mit guten Freunden in der ganzen Stadt bei der Polizei, den Verbrechern und den Casinobesitzern. Wenn er eine feste Freundin hätte, könnte er fast Spenser sein.
Die Freundin, der Nick Wild hilft, ist eine Prostituierte, die von Danny DeMarco, dem Sohn eines Gangsterbosses, vergewaltigt wurde. Jetzt will sie sich für die Vergewaltigung rächen. Ja, damals war das noch halbwegs innovativ. Heute fällt vor allem auf, dass man eine Rachegeschichte so nicht mehr erzählen kann.
Die Story, ergänzt um einige Episödchen aus dem Privatdetektivleben, plätschert auf TV-Serienniveau vor sich hin (wobei mir „Vegas“ besser gefiel; „Simon & Simon“ und „Magnum“ waren auch besser) und bis auf ungefähr zwei Slow-Motion-Action-Szenen hätte auch alles so vor dreißig Jahren gedreht werden können. Denn das „Wild Card“-Las Vegas sieht nie so geleckt aus, wie wir es aus „Ocean’s Eleven“ oder „C. S. I.“ kennen, sondern, nun, wie das immer leicht schmuddelige Las Vegas aus „Vegas“.
Besonders störend bei dem schleppend erzähltem Krimi, der eine Charakterstudie sein will, aber dafür zu sehr an der Oberfläche bleibt, ist die seltsame Anlage der Hauptrolle von Jason Statham. Er spielt, ohne einen ersichtlichen Grund, den allseits beliebten Nick Wild immer so, als ob er auf Gott und die Welt wütend ist. Ein echter Stinkstiefel eben, mit dem man keine zwei Minuten verbringen möchte.
Da hat Burt Reynolds im Original einen viel lässigeren Charme versprüht. Oder Robert Urich („Spenser“) als Dan Tanna in – Sie ahnen es – „Vegas“.

Wild Card - Plakat

Wild Card (Wild Card, USA 2015)
Regie: Simon West
Drehbuch: William Goldman
LV: William Goldman: Heat, 1985
mit Jason Statham, Sofia Vergara, Milo Ventimiglia, Stanley Tucci, Anne Heche, Hope Davis, Michael Angarano, Dominik Garcia-Lorido, Max Casella, Jason Alexander
Länge: 93 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Deutsche Facebook-Seite zum Film
Film-Zeit über „Wild Card“
Moviepilot über „Wild Card“
Metacritic über „Wild Card“
Rotten Tomatoes über „Wild Card“
Wikipedia über „Wild Card“
Meine Besprechung von Simon Wests „The Mechanic“ (The Mechanic, USA 2011)
Meine Besprechung von Simon Wests „The Expendables 2“ (The Expendables 2, USA 2012)

William Goldman in der Kriminalakte

Ein ausführliches Interview mit William Goldman, aufgenommen im Mai 2010


Neu im Kino/Filmkritik: John Turturro ist „Plötzlich Gigolo“

November 7, 2014

Zuerst muss ein Missverständnis aufgeklärt werden: „Plötzlich Gigolo“ ist kein Woody-Allen-Film. Es ist nur ein Film, in dem er mitspielt; was ungefähr einmal alle zwanzig Jahre passiert. Er spielt Murray, einen glücklosen Buchladenbesitzer, der gerade sein Geschäft auflösen muss, während er seinen Freund Fioravante (John Turturro) zuquatscht. Fioravante ist ein introvertiert-feinfühliger Florist, ständig pleite und ganz zufrieden mit seinem Leben, bis Murray ihm vorschlägt, einmal mit seiner Hautärztin (Sharon Stone) und deren Freundin (Sofia Vergara) einen flotten Dreier zu machen. Immerhin ist Fioravante, auch wenn er keine Freundin hat, doch ein echter Frauentyp und finanziell soll es sich auch lohnen. Zögernd willigt er ein und er hinterlässt einen so guten Eindruck, dass Murray ihm weitere Frauen vermittelt, wie die Witwe eines angesehenen chassidischen Rabbis (Vanessa Paradis). Fioravante ist „Plötzlich Gigolo“ und wir sind mitten drin in einer New-York-Komödie, in der sich alles um Liebe dreht, die Pointen im Sekundentakt abgefeuert werden und alles wunderbar moralbefreit und zugleich sehr moralisch ist. Immerhin ist auch ein verliebter, strenggläubiger jüdischer Polizist (Liev Schreiber) dabei.
Woody Allen, der in seinen letzten Filmen den halben Globus bereiste, ist endlich wieder zurück in seiner Stadt in seinem Milieu und er feuert seine Pointen ab, dass es einem schwer fällt zu glauben, dass nicht Woody Allen, sondern John Turturro den Film inszenierte und auch das Drehbuch schrieb. Er hatte die erste Idee und erzählte seinem Friseur davon. Der erzählte es seinem Kunden Woody Allen, dem die Idee gefiel und der Turturro anrief. Sie trafen sich, und während Turturro das Drehbuch schrieb, gab Woody Allen ihm Tipps, bis irgendwar klar war, dass Murray ein perfekter Woody-Allen-Charakter ist.
Und so ist John Turturros neuester Film „Plötzlich Gigolo“, für alle, die sich nicht um die Credits kümmern, ein waschechter Woody-Allen-Film.
Der neue Woody-Allen-Film „Magic in the Moonlight“, für den Allen das Drehbuch schrieb und Regie führte, startet am 4. Dezember in Deutschland. Die romantische Krimikomödie spielt in den Zwanzigern an der Côte d’Azur und die Besetzung ist gewohnt hochkarätig.

Plötzlich Gigolo - Plakat

Plötzlich Gigolo (Fading Gigolo, USA 2013)
Regie: John Turturro
Drehbuch: John Turturro
mit John Turturro, Woody Allen, Vanessa Paradis, Liev Schreiber, Sharon Stone, Sofia Vergara, Bob Balaban, M’Barka Ben Taleb, Tonya Pinkins
Länge: 91 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
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Film-Zeit über „Plötzlich Gigolo“
Moviepilot über „Plötzlich Gigolo“
Metacritic über „Plötzlich Gigolo“
Rotten Tomatoes über „Plötzlich Gigolo“
Wikipedia über „Plötzlich Gigolo“

Und ein Interview mit John Turturro über sein Werk


Neu im Kino/Filmkritik: Pfui! „Nix wie weg vom Planeten Erde“!

Juni 2, 2014

Scorch Supernova ist auf dem Planeten Baab ein Nationalheld, der mit einem breiten Grinsen die größten Gefahren übersteht. Dass er, nun, nicht unbedingt eine Intelligenzbestie ist, und er oft erst durch sein unbedachtes Verhalten diese Gefahren heraufbeschwört, wissen nur wenige. Vor allem sein glücklich verheirateter Bruder Gary, der in der Befehlszentrale die Missionen von Scorch Supernova überwacht und ihm immer wieder aus der Patsche hilft, kann ein Klagelied darüber singen. Er ist der brave Familienvater, der deshalb auch von seinem neunjährigem Sohn Kipper ‚Kip‘ verachtet wird. Denn während Scorch in James-Bond-Manier die Welt rettet, ist Gary ein Stubenhocker.
Als sie in der BASA-Kontrollbasis einen Hilferuf empfangen, will Scorch sofort mit der Rettungsaktion beginnen. Dass der Hilferuf von dem Planeten Erde kommt, stört ihn nicht. Dabei ist die Erde im gesamten Universum der gefährliche Planet, von dem noch nie jemand zurückkehrte. Alle im Weltall wissen, dass ein Besuch dieses ungastlichen Planeten mit seinen Bewohnern unter allen Umständen vermieden werden muss.
Der keine Gefahr scheuende Scorch macht sich dennoch auf den Weg. Kaum auf der Erde gelandet, bricht der Kontakt ab, er wird verhaftet und in die Area 51 verfrachtet, wo er auf weitere, ebenfalls gefangene Außerirdische trifft, deren Intelligenz von General Shanker ausgebeutet wird.
Gary muss seinem Bruder helfen.
„Nix wie weg vom Planeten Erde“ ist ein Animationsfilm für Kinder, der aber auch, gerade wegen seiner zahlreichen Anspielungen (Herrje, im Original ist sogar der einzig echte Captain Kirk dabei.) Spaß macht.
Außerdem haben die Macher in vielen Punkten die vertraute Perspektive gewechselt. Allein schon, dass die Außerirdischen, die normalerweise die bösen, die Erde besetztenden Aliens sind, hier die sympathiscen Protagonisten sind und sie unsere Erde als gefährlichen Planet betrachten, den sie unter allen Umständen vermeiden, verändert die Perspektive. In „Nix wie weg vom Planeten Erde“ sind die Menschen die Bösen und der Oberbösewicht ist ein US-Amerikaner.
Dann ist Scorch Supernova, die Parodie des unbesiegbaren Action-Superhelden, ein wahrer Einfallspinsel, während der Kopfmensch, der Nerd, der Held ist, der auch noch über ein intaktes Familienleben verfügt.
Und hier kommen wir zum nächsten Punkt. Die Frauen. Garys Frau Kira und Garys Vorgesetzte Lena, sind berufstätig, haben wichtige Posten und, nun, stehen ganz selbstverständlich ihren Mann.
Das alles ist nicht wirklich neu. Erwachsenen fallen dann auch schnell viele Vorbilder ein. Aber als Kinderfilm mit einem Plus für Erwachsene (die mit „Area 51“ und der Elvis-Tolle etwas anzufangen wissen) ist „Nix wie weg vom Planeten Erde“ eine kurzweilige Angelegenheit für einen verregneten Nachmittag.

Nix wie weg vom Planeten Erde - Plakat

Nix wie weg vom Planeten Erde (Escape from Planet Earth, USA/Kanada 2013)
Regie: Callan Brunker
Drehbuch: Callan Brunker, Bob Barlen, Stephen Fry (zusätzliche Dialoge) (nach einer Geschichte von Tony Leech und Cory Edwards)
mit (im Original) den Stimmen von Rob Corddry, Brendan Fraser, Sarah Jessica Parker, William Shatner, Jessica Alba, Jane Lynch, Sofia Vergara, Craig Robinson, George Lopez, Steve Zahn, Chris Parnell, Ricky Gervais, Jonathan Morgan Heit
Länge: 90 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Nix wie weg vom Planeten Erde“
Moviepilot über „Nix wie weg vom Planeten Erde“
Metacritic über „Nix wie weg vom Planeten Erde“
Rotten Tomatoes über „Nix wie weg vom Planeten Erde“
Wikipedia über „Nix wie weg vom Planeten Erde“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Machete Kills“ everything

Dezember 19, 2013

 

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Deshalb bittet der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika den ehemaligen Federal Agent Machete Cortez um Hilfe. Der Mexikaner soll einen durchgeknallten Ex-Kartellboss, der derzeit auf Revolutionär macht und an einer heftigen bipolaren Störung leitet, ausschalten. Denn Marcos Mendez bedroht Washington, D. C., mit einer Nuklearrakete.

Machete nimmt den Auftrag an. Immerhin macht ihm der Präsident ein Angebot, das er nicht ablehnen kann: amerikanische Staatsbürgerschaft und keine Anklage für seine zahlreichen Straftaten.

Der schweigsame Mexikaner begibt sich auf ein Himmelfahrtskommando, das ihn zuerst über die Grenze nach Mexiko zu Mendez führt. Aber Machete kann ihn nicht töten, weil Mendez den Zünder für die Rakete mit seinem Herz verbunden hat. Nur der stinkreiche Waffenhersteller Luther Voz kann den Zünder abstellen. Also begibt Machete sich, mit dem Kartellboss als Geisel, auf den Rückweg in die USA in die Firmenzentrale von Voz. Dort entdeckt er, dass Voz einen wahrhaft teuflischen und finalen Weltvernichtungsplan hat.

Vor drei Jahren schlug Machete, kongenial verkörpert von Danny Trejo, in dem Mexploitation „Machete“ zum ersten Mal zu. Vorher gab es nur einen grandiosen Fake-Trailer, der bei den Grindhouse- und Trash-Fans den Wunsch nach einem Film weckte.

Mit seinem Arsenal an Macheten und einigen sehr seltsamen Verbündeten (ein Padre war dabei) räumte er in Texas unter dem Rassistenpack auf. Das war auch die Rache der mexikanischen Einwanderer an den weißen Tea-Party-Texanern.

Machete Kills“ ist jetzt die Machete-Version eines James-Bond-Films, vor allem von „Moonraker“, mit noch mehr Stars in Kleinstrollen, die ihren Spaß an den durchgeknallten Rollen hatten. Robert Rodriguez verteilt ihre Auftritte, wie schon in „Irgendwann in Mexico“, elegant über den gesamten Film und so fällt kaum auf, dass die meisten Stars nur wenige Drehtage hatten.

Unter dem Staraufgebot leidet, wie schon in „Irgendwann in Mexico“ die Filmstory. Sie ist nur noch eine episodische Ansammlung von Zitaten und mehr oder weniger gelungenen Witzen, denen allerdings der politische Stachel des ersten „Machete“-Films fehlt.

Gleichzeitig zeigt sich in den Action-Szenen, dass der 1944 geborene Danny Trejo nicht mehr der Jüngste ist.

Der größte Downer der Nummernrevue ist dann allerdings das Ende des Films, das mit einem großen Kampf in der Firmenzentrale von Luther Voz, der als durchgeknallter James-Bond-Schurke mit seinen Jüngern ins Weltall flüchten will, beginnt und mitten im Kampf abbricht. So als hätte man im Kino vergessen, die letzte Filmrolle einzulegen. Das ist, als ob man bei dem Bond-Film „Moonraker“ die Vernichtung der Weltraumstation des Bösewichts nicht sieht, weil der Film mit dem Start der Rakete des Bösewichts endet.

Gegen diesen Coitus Interruptus hilft auch nicht der schon vor dem Filmbeginn gezeigte Fake-Trailer „Machete Kills again…in Space!“, der einen dritten „Machete“-Film ankündigt.

So ist „Machete Kills“, wie Robert Rodriguez‘ dritter „El Mariachi“-Film „Irgendwann in Mexico“, ein anspielungsreiches Chaos mit vielen Stars und einer allzu selbstgenügsamen Haltung. Fanservice eben.

Machete Kills - Plakat

Machete Kills (Machete Kills, USA 2013)

Regie: Robert Rodriguez

Drehbuch: Kyle Ward (nach einer Geschichte von Marcel Rodriguez und Robert Rodriguez)

mit Danny Trejo, Michelle Rodriguez, Sofia Vergara, Amber Heard, Antonio Banderas, Cuba Gooding, Jr., Walt Goggins, William Sadler, Demian Bichir, Mel Gibson, Carlos Estevez (auch bekannt als Charlie Sheen), Jessica Alba, Lady Gaga, Vanessa Hudgens, Alexa Vega

Länge: 107 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Machete Kills“

Moviepilot über „Machete Kills“

Metacritic über „Machete Kills“

Rotten Tomatoes über „Machete Kills“

Wikipedia über „Machete Kills“ (deutsch, englisch)

Robert Rodriguez in der Kriminalakte


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