TV-Tipp für den 24. Juni: Violette Nozière

Juni 23, 2019

Arte, 20.15

Violette Nozière (Violette Nozière, Frankreich/Kanada 1978)

Regie: Claude Chabrol

Drehbuch: Odile Barski, Hervé Bromberger, Frédéric Grendel

LV: Jean-Marie Fitère: Violette Nozière, 1975 (Violette Nozière)

Paris 1933: Die siebzehnjährige Violette Nozière führt ein Doppelleben. Sie will aus ihrer kleinbürgerlichen Existenz ausbrechen. Das scheint nur zu gehen, indem sie ihre Eltern umbringt. Sie wird verhaftet und zum Tod verurteilt.

Damals erregte der Fall in Frankreich großes Aufsehen. Surrealistische Dichter verklärten die Angeklagte zu einer Heldin gegen die bürgerliche Familie. Aragon, Magritte, Simone de Beauvoir und Piere Brasseur waren von Violette Nozière und ihrer widersprüchlichen Persönlichkeit gefesselt. Chabrol zeigt diese Widersprüche mit zahlreichen Rückblenden. Fast allen Handlungen von Violette Nozière können mehrere, einander widersprechende Motive zugeordnet werden.

Einer von Chabrols besten Filmen, inszeniert mit seinen bewährten Schauspielern Isabelle Huppert, Stéphane Audran und Jean Carmet

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Violette Nozière

Wikipedia über „Violette Nozière“ (deutsch, englisch) und über Claude Chabrol (deutsch, englisch, französisch)

Mein Nachruf auf Claude Chabrol

Claude Chabrol in der Kriminalakte

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TV-Tipp für den 18. Februar: Der Schlachter/Vor Einbruch der Nacht

Februar 18, 2019

Heute: Ein Claude-Chabrol-Double-Feature

Arte, 20.15

Der Schlachter (Le boucher, Frankreich/Italien 1969)

Regie: Claude Chabrol

Drehbuch: Claude Chabrol

In der Provinz verliebt sich eine Lehrerin in einen Schlachter. Dieser ist allerdings auch der in der Gegend gesuchte Kindermörder.

Ein Chabrol-Klassiker über zwei beschädigte Menschen, die nicht zueinander finden können.

Mit Stéphane Audran, Jean Yanne, Roger Rudel

Hinweise

AlloCiné über „Der Schlachter“

Rotten Tomatoes über „Der Schlachter“

Wikipedia über „Der Schlachter“ (deutsch, englisch, französisch)

Arte, 21.45

Vor Einbruch der Nacht (Juste avant la nuit, Frankreich 1971)

Regie: Claude Chabrol

Drehbuch: Claude Chabrol

LV: Edward Atiyah: The thin line, 1951 (später Murder, my Love)

Bei einem SM-Spiel tötet Charles Masson seine Geliebte. Er gesteht die Tat seiner Frau und dem Mann seiner Geliebten. Der ist zugleich sein bester Freund. Beide raten ihm davon ab, zur Polizei zu gehen. Aber kann Masson mit seiner Schuld leben?

Chabrol rechnet mal wieder mit der Moral der Bourgeoisie ab. Ein mehr als selten gezeigter Chabrol-Klassiker.

Masson „ist ein Gefangener seiner eigenen Welt, der er letztlich zum Opfer fällt. Chabrol inszeniert dies mit der analytisch-sezierenden Brillanz eines Chirurgen, er nutzt die Kamera und ihre Bewegungen über ihren ästhetischen Aspekt hinaus zur psychologischen Beweisführung. Darin ist er seinem Vorbild Alfred Hitchcock sehr nahe.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms, 1985/1993)

mit Michel Bouquet, Stéphane Audran, Jean Carmet, Francois Périer, Henri Attal

Hinweise

AlloCiné über „Vor Einbruch der Nacht“

Rotten Tomatoes über „Vor Einbruch der Nacht“

Wikipedia über „Vor Einbruch der Nacht“ (deutsch, englisch, französisch) und Claude Chabrol (deutsch, englisch, französisch)

Mein Nachruf auf Claude Chabrol

Claude Chabrol in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 11. Februar: Blutige Hochzeit

Februar 11, 2019

Arte, 21.45

Blutige Hochzeit (Les noces rouges, Frankreich/Italien 1972)

Regie: Claude Chabrol

Drehbuch: Claude Chabrol

Pierre und Lucienne sind verliebt. Dummerweise sind beide unglücklich verheiratet und, ebenfalls dummerweise, ist er in der Loire-Kleinstadt ein sozialistischer Stadtrat und Luciennes Mann der Bürgermeister und ein Gaullist. Oh, und dummerweise kennt hier jeder jeden. Trotzdem will Pierre seine Frau umbringen.

Ein schon ewig nicht mehr gezeigter, auf einer wahren Begebenheit beruhender Chabrol-Klassiker, in dem er das französische Bürgertum attackiert.

Demnächst zeigt Arte einige weitere Chabrol-Fime. Nämlich „Biester“ (Sonntag, 17. Februar, 20.15 Uhr), „Der Schlachter“ (Montag, 18. Februar, 20.15 Uhr) und „Vor Einbruch der Nacht“ (Montag, 18. Februar, 21.45 Uhr).

mit Stéphane Audran, Michel Piccoli, Claude Piépiu, Clotilde Joano, Elinia De Santis, Francois Robert

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Blutige Hochzeit“

Wikipedia über „Blutige Hochzeit“ (deutsch, englisch, französisch)

Claude Chabrol in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 28. März: Die untreue Frau

März 28, 2018

Arte, 22.45 (laut Arte-Homepage, müsste aber 21.55 Uhr sein, weil „Babettes Fest“ nur 100 Minuten dauert und danach nichts anderes angekündigt ist)

Die untreue Frau (La Femme infidéle, Frankreich/Italien 1968)

Regie: Claude Chabrol

Drehbuch: Claude Chabrol

Als Hommage an die am 27. März verstorbene Schauspielerin Stéphane Audran zeigt Arte heute um 20.15 Uhr „Babettes Fest“ und danach „Die untreue Frau“.

Charles glaubt, dass seine Frau Hélène ihn betrügt. Ein von ihm engagierte Privatdetektiv bestätigt Charles‘ Verdacht. Er besucht den Nebenbuhler und tötet ihn im Affekt. Wie wird seine Frau darauf reagieren?

Ein Chabrol-Klassiker

mit Stéphane Audran, Michel Bouquet, Maurice Ronet, Michel Duchaussoy, Guy Marly, Serge Bento

Hinweise

Arte über „Die untreue Frau“

Rotten Tomatoes über „Die untreue Frau“

Wikipedia über „Die untreue Frau“ (deutsch, englisch, französisch) und Claude Chabrol (deutsch, englisch, französisch)

Mein Nachruf auf Claude Chabrol

Claude Chabrol in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 20. März: Der Fall Serrano

März 20, 2017

Arte, 20.15

Der Fall Serrano (Mort d’un pourri, Frankreich 1977)

Regie: Georges Lautner

Drehuch: Georges Lautner

LV: Raf Vallet (Pseudonym von Jean Laborde): Mort d‘ un pourri, 1972

Ein Mann sucht die Mörder eines befreundeten Abgeordneten, und entdeckt ein übermächtiges System von Korruption und anderer Verbrechen.

Spannender Politthriller

Und jetzt einige weitere Stimmen:

Hervorragend besetzter, leicht zynisch gefärbter Kriminalfilm.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mehr Unterhaltungs- und Actionfilm als echter Polit-Thriller, mehr Kult des Delon-Mythos als Kreation einer glaubhaften Hauptfigur.“ (Horst Schäfer/Wolfgang Schwarzer: Von ‚Che‘ bis ‚Z‘ – Polit-Thriller im Kino, 1991)

die politisch interessante Ebene des Zusammenspiels von Gewalt, Korruption und Politik wird einer auf spektakuläre Action-Höhepunkte hin inszenierten Dramaturgie geopfert.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms, 1985/1993)

Als Vorlage für den Film diente auch die Affäre De Broglie. Der Provinzbürgermeister und Abgeordnete wurde am 24. Dezember 1976 ermordet. Bei den Untersuchungen wurden seine Beziehungen zu einer Gruppe von Politikern und Wirtschaftsbossen bekannt. Mit seiner Ermordung sollte ein Mitwisser beseitigt werden. Der Täter wurde nicht gefunden.

Georges Lautner ist vor allem für seine Jean-Paul Belmondo-Vehikel, wie „Der Windhund“, „Der Puppenspieler“ und „Der Profi“ bekannt.

Anschließend, um 22.15 Uhr, zeigt Arte „Die Hölle von Algier“ (Frankreich/Italien 1964, Regie: Alain Cavalier). Ebenfalls mit Alain Delon. Ebenfalls sehenswert.

mit Alain Delon, Ornella Muti, Mireille Darc, Stéphane Audran, Klaus Kinski, Maurice Ronet

Wiederholungen

Freitag, 24. März, 13.35 Uhr

Montag, 27. März, 13.35 Uhr

Hinweise

Arte über Alain Delon und das heutige Abendprogramm

Rotten Tomatoes über „Der Fall Serrano“

Wikipedia über „Der Fall Serrano“ (deutsch, englisch, französisch)

 


TV-Tipp für den 27. Februar: Betty

Februar 27, 2017

Arte, 21.55

Betty (Frankreich 1991, Regie: Claude Chabrol)

Drehbuch: Claude Chabrol

LV: Georges Simenon: Betty, 1960 (Betty)

Die vermögende Witwe Laure nimmt die Alkoholikerin Betty bei sich auf. Ein böser Fehler.

Chabrol übernimmt für seine Zustandsbeschreibung die Romanstruktur mit wenigen Ereignissen in der Gegenwart und vielen Rückblenden. Das ist oft schematisch, oft nahe an der Idee eines Filmes ohne Geschichte, und grandios gespielt.

Davor, um 20.15 Uhr, zeigt Arte „Die Hölle“ (Frankreich 1994), ebenfalls von Claude Chabrol. Ebenfalls sehenswert.

Mit Marie Trintignant, Stéphane Audran

Wiederholung: Samstag, 11. März, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Betty“ (deutsch, englisch, französisch) und Claude Chabrol (deutsch, englisch, französisch)

Mein Nachruf auf Claude Chabrol

Claude Chabrol in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 4. April: Champagner-Mörder

April 4, 2016

Arte, 21.50

Champagner-Mörder (Frankreich 1966, Regie: Claude Chabrol)

Drehbuch: Claude Brûlé, Derek Prouse, Paul Gégauff

Der vermögende Playboy Paul leidet siet einem Unfall an Gedächtnisstörungen. Als er glaubt, während dieser Phasen mehrere Morde begangen zu haben, bittet er seine Cousine um Hilfe. Die sieht die Möglichkeit, so endlich an sein Vermögen zu kommen.

Ein selten gezeigter Chabrol und eine seiner internationalen Produktionen, die dann zwar mit Hollywood-Stars punkten, aber nie zu seinen stärksten Werken gehörten.

Chabrol, der Moralist und unnachgiebige Kritiker bürgerlicher Fassadenmalerei, huldigte hier seinen bevorzugten Regisseur Hitchcock und stülpte sich eine Maske über, die den Spötter ein wenig aus dem Gleichgewicht brachte. Ein Kuriosum.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

mit Anthony Perkins, Maurice Ronet, Yvonne Furneaux, Stéphane Audran, Suzanne Lloyd

Wiederholung: Mittwoch, 13. April, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Champagner Mörder“ (englisch, französisch)

Claude Chabrol in der Kriminalakte


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