TV-Tipp für den 20. März: Der Fall Serrano

März 20, 2017

Arte, 20.15

Der Fall Serrano (Mort d’un pourri, Frankreich 1977)

Regie: Georges Lautner

Drehuch: Georges Lautner

LV: Raf Vallet (Pseudonym von Jean Laborde): Mort d‘ un pourri, 1972

Ein Mann sucht die Mörder eines befreundeten Abgeordneten, und entdeckt ein übermächtiges System von Korruption und anderer Verbrechen.

Spannender Politthriller

Und jetzt einige weitere Stimmen:

Hervorragend besetzter, leicht zynisch gefärbter Kriminalfilm.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mehr Unterhaltungs- und Actionfilm als echter Polit-Thriller, mehr Kult des Delon-Mythos als Kreation einer glaubhaften Hauptfigur.“ (Horst Schäfer/Wolfgang Schwarzer: Von ‚Che‘ bis ‚Z‘ – Polit-Thriller im Kino, 1991)

die politisch interessante Ebene des Zusammenspiels von Gewalt, Korruption und Politik wird einer auf spektakuläre Action-Höhepunkte hin inszenierten Dramaturgie geopfert.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms, 1985/1993)

Als Vorlage für den Film diente auch die Affäre De Broglie. Der Provinzbürgermeister und Abgeordnete wurde am 24. Dezember 1976 ermordet. Bei den Untersuchungen wurden seine Beziehungen zu einer Gruppe von Politikern und Wirtschaftsbossen bekannt. Mit seiner Ermordung sollte ein Mitwisser beseitigt werden. Der Täter wurde nicht gefunden.

Georges Lautner ist vor allem für seine Jean-Paul Belmondo-Vehikel, wie „Der Windhund“, „Der Puppenspieler“ und „Der Profi“ bekannt.

Anschließend, um 22.15 Uhr, zeigt Arte „Die Hölle von Algier“ (Frankreich/Italien 1964, Regie: Alain Cavalier). Ebenfalls mit Alain Delon. Ebenfalls sehenswert.

mit Alain Delon, Ornella Muti, Mireille Darc, Stéphane Audran, Klaus Kinski, Maurice Ronet

Wiederholungen

Freitag, 24. März, 13.35 Uhr

Montag, 27. März, 13.35 Uhr

Hinweise

Arte über Alain Delon und das heutige Abendprogramm

Rotten Tomatoes über „Der Fall Serrano“

Wikipedia über „Der Fall Serrano“ (deutsch, englisch, französisch)

 


TV-Tipp für den 27. Februar: Betty

Februar 27, 2017

Arte, 21.55

Betty (Frankreich 1991, Regie: Claude Chabrol)

Drehbuch: Claude Chabrol

LV: Georges Simenon: Betty, 1960 (Betty)

Die vermögende Witwe Laure nimmt die Alkoholikerin Betty bei sich auf. Ein böser Fehler.

Chabrol übernimmt für seine Zustandsbeschreibung die Romanstruktur mit wenigen Ereignissen in der Gegenwart und vielen Rückblenden. Das ist oft schematisch, oft nahe an der Idee eines Filmes ohne Geschichte, und grandios gespielt.

Davor, um 20.15 Uhr, zeigt Arte „Die Hölle“ (Frankreich 1994), ebenfalls von Claude Chabrol. Ebenfalls sehenswert.

Mit Marie Trintignant, Stéphane Audran

Wiederholung: Samstag, 11. März, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Betty“ (deutsch, englisch, französisch) und Claude Chabrol (deutsch, englisch, französisch)

Mein Nachruf auf Claude Chabrol

Claude Chabrol in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 4. April: Champagner-Mörder

April 4, 2016

Arte, 21.50

Champagner-Mörder (Frankreich 1966, Regie: Claude Chabrol)

Drehbuch: Claude Brûlé, Derek Prouse, Paul Gégauff

Der vermögende Playboy Paul leidet siet einem Unfall an Gedächtnisstörungen. Als er glaubt, während dieser Phasen mehrere Morde begangen zu haben, bittet er seine Cousine um Hilfe. Die sieht die Möglichkeit, so endlich an sein Vermögen zu kommen.

Ein selten gezeigter Chabrol und eine seiner internationalen Produktionen, die dann zwar mit Hollywood-Stars punkten, aber nie zu seinen stärksten Werken gehörten.

Chabrol, der Moralist und unnachgiebige Kritiker bürgerlicher Fassadenmalerei, huldigte hier seinen bevorzugten Regisseur Hitchcock und stülpte sich eine Maske über, die den Spötter ein wenig aus dem Gleichgewicht brachte. Ein Kuriosum.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

mit Anthony Perkins, Maurice Ronet, Yvonne Furneaux, Stéphane Audran, Suzanne Lloyd

Wiederholung: Mittwoch, 13. April, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Champagner Mörder“ (englisch, französisch)

Claude Chabrol in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 12. Oktober: Hühnchen in Essig

Oktober 11, 2015

Arte, 20.15

Hühnchen in Essig (Frankreich 1985, Regie: Claude Chabrol)

Drehbuch: Dominique Roulet, Claude Chabrol

LV: Dominique Roulet: Un mort en trop, 1982 (Gegenmaßnahmen)

Inspektor Lavardin soll in einem kleinen Dorf einen Mord aufklären. Dabei ist er nicht besonders zimperlich.

Zynisches Porträt einer Provinzstadt und ihrer honorigen Bewohner, die alle mindestens ein Geheimnis haben. Aufgrund des Erfolges drehte Chabrol einen weiteren Lavardin-Spielfilm und es entstand eine kleine Fernsehreihe, die nicht mehr den gemeinen Humor des Originals hatte.

„Inspektor Lavardin ist (…) ein sorgfältiger Beobachter bourgeoiser Dekadenz, steht den Figuren mit galligem Sarkasmus gegenüber und scheint geradezu eine Schadenfreude daran zu haben, den ehrbaren Bürger eines Verbrechens zu überführen.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

„Dass alle Personen ihre Ziele mit radikalen Mitteln verfolgen (selbst die gutmütige Hélène stiehlt ungeniert Geld aus der Portokasse), schafft eine Art moralisches Niemandsland, und wie in dieser verkehrten Welt schließlich doch das Gute heranwächst, das verleiht ‚Hühnchen in Essig’ (Poulet au vinaigre) trotz des burlesken Grundtons märchenhafte Züge, darin vergleichbar mit ‚Der Riss’ (La rupture).“ (Claude Chabrol, Hanser Reihe Film 5)

Mit Jean Poiret, Stéphane Audran, Michel Bouquet, Caroline Cellier

Wiederholung: Dienstag, 13. Oktober, 14.00 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Hühnchen in Essig”

Wikipedia über “Hühnchen in Essig”

Mein Nachruf auf Claude Chabrol

Claude Chabrol in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 16. November: Hühnchen in Essig

November 15, 2014

Tele 5, 00.10

Hühnchen in Essig (Frankreich 1985, Regie: Claude Chabrol)

Drehbuch: Dominique Roulet, Claude Chabrol

LV: Dominique Roulet: Un mort en trop, 1982 (Gegenmaßnahmen)

Inspektor Lavardin soll in einem kleinen Dorf einen Mord aufklären. Dabei ist er nicht besonders zimperlich.

Zynisches Porträt einer Provinzstadt und ihrer honorigen Bewohner, die alle mindestens ein Geheimnis haben. Aufgrund des Erfolges drehte Chabrol einen weiteren Lavardin-Spielfilm und es entstand eine kleine Fernsehreihe, die nicht mehr den gemeinen Humor des Originals hatte.

„Inspektor Lavardin ist (…) ein sorgfältiger Beobachter bourgeoiser Dekadenz, steht den Figuren mit galligem Sarkasmus gegenüber und scheint geradezu eine Schadenfreude daran zu haben, den ehrbaren Bürger eines Verbrechens zu überführen.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

„Dass alle Personen ihre Ziele mit radikalen Mitteln verfolgen (selbst die gutmütige Hélène stiehlt ungeniert Geld aus der Portokasse), schafft eine Art moralisches Niemandsland, und wie in dieser verkehrten Welt schließlich doch das Gute heranwächst, das verleiht ‚Hühnchen in Essig’ (Poulet au vinaigre) trotz des burlesken Grundtons märchenhafte Züge, darin vergleichbar mit ‚Der Riss’ (La rupture).“ (Claude Chabrol, Hanser Reihe Film 5)

Mit Jean Poiret, Stéphane Audran, Michel Bouquet, Caroline Cellier

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Hühnchen in Essig“

Wikipedia über „Hühnchen in Essig“

Mein Nachruf auf Claude Chabrol

Claude Chabrol in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 10. September: Der Saustall

September 9, 2014

HR, 23.15

Der Saustall (Frankreich 1981, Regie: Bertrand Tavernier)

Drehbuch: Jean Aurenche, Bertrand Tavernier

LV: Jim Thompson: Pop. 1280, 1964 (Zwölfhundertachtzig schwarze Seelen, 1280 schwarze Seelen)

Wirklich gelungene Verfilmung eines der besten Thompson-Bücher: ein Haufen Menschen geht ihren niederen Trieben (Sex, Ehebruch, Mord) nach und fühlt sich dabei von moralischen Gesetzen nicht gebunden.

Tavernier verlegte die Handlung von einem Südstaaten-Kaff nach Französisch-Westafrika, blieb aber der Seele des Buches treu.

Mit Philippe Noiret, Isabelle Huppert, Stéphane Audran, Guy Marchand

Hinweise

Kriminalakte über „The Killer inside me“

Mordlust über Jim Thompson

Crimetime über Jim Thompson

Wikipedia über Jim Thompson (Englisch)

Kirjasto über Jim Thompson

Popsubculture über Jim Thompson

Meine Besprechung von Jim Thomspsons “Jetzt und auf Erden” (Now and on Earth, 1942)

Meine Besprechung von Michael Winterbottoms Jim-Thompson-Verfilmung “The Killer inside me” (The Killer inside me, USA 2010)

Kriminalakte über Jim Thompson

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers Georges-Simenon-Verfilmung “Der Uhrmacher von St. Paul” (L’horloger de Saint-Paul, Frankreich 1974)

Meine Besprechung von Bertrand Tavernier James-Lee-Burke-Verfilmung „In the electric mist“ (In the electric mist, USA 2009)

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers „Die Prinzessin von Montpensier“ (La Princesse de Montpensier, Frankreich 2010)


TV-Tipp für den 20. August: Die verrückten Reichen

August 20, 2014

Für den Videorecorder:

ARD, 02.25

Die verrückten Reichen (Frankreich/Deutschland/Italien 1975, Regie: Claude Chabrol)

Drehbuch: Claude Chabrol, Norman Enfield

LV: Lucie Faure: Le Malheur fou, 1970

Ami-Autor William Brandeis und dessen Gattin Claire nehmen am oberflächlichen Gesellschaftleben teil und betrügen sich gegenseitig. Als sie auf Claire Wunsch in ein Landhaus ziehen, bröckelt der Schein.

Ein eher schwacher Chabrol, der ziemlich schnell aus dem Gedächtnis verschwindet.  Trotz der zahlreichen parodistischen Elemente und Slapstick-Ästhetik.

Interessant ist „Die verrückten Reichen“ wegen des Aufwandes: große Besetzung bis in die Nebenrollen und reale Ausstattung (die Türen des Studioapartments sind aus massivem Holz). Das war wegen des kanadischen Filmfinanzierungssystem möglich.

Mit Bruce Dern, Stéphane Audran, Sydney Rome, Jean-Pierre Cassel, Ann Margaret, Maria Schell, Charles Aznavour, Curd Jürgens, Tomas Milan, Sybil Danning, Claude Chabrol (als Mann im Verlagsbüro)

Hinweise

Wikipedia über Claude Chabrol (deutsch, englisch, französisch)

Kriminalakte: Nachruf auf Claude Chabrol

Claude Chabrol in der Kriminalakte


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