DVD-Kritik: Über Idris Elbas Victor-Headley-Verfilmung „Yardie“

Juni 24, 2019

Als Victor Headleys Debütroman „YaRDiE“ 1992 in England in dem Kleinstverlag X Press erschien, war es ein Überraschungserfolg, der nicht über die normalen Wege, also Buchhandlungen, verkauft wurde. Headley erzählt auf den ersten Blick die schon tausendmal erzählte Geschichte des Aufstiegs eines skrupellosen Verbrechers. Auf den zweiten Blick, und das machte seinen Debütroman so ungewöhnlich, erzählt er die Geschichte eines jungen Jamaikaners, der aus Jamaika nach London kommt, sich dort seinen Platz erobert, mit viel Lokalkolorit, vielen Informationen über die Drogenkriminalität in London und die jamaikanische Kultur, vor allem natürlich die Reggae-Musik. Damit porträtiert „YaRDiE“ auch und vor allem einen Teil der in London lebenden jamaikanischen Community, die sich in dem Roman auch selbst erkennt. Sie machte das Buch in England zu einem Bestseller. Und, was sicher zum Erfolg beitrug, Headley erzählt D.s Geschichte nicht im normalen Schriftenglisch, sondern im Jamaican English.

Für einen Übersetzer ist das Übersetzen eines lautmalerischen Dialekts eine Horrorvorstellung, die Jürgen Bürger für die deutschen Ausgaben gut löste. Victor Headleys Trilogie „YaRDiE“, „Exce$$ – The Sequel to YaRDiE“ und „Yush! – The final Score“ erschien bei Rowohlt in der inzwischen eingestellten rororo-thriller-Reihe.

Trotzdem liest man die Romane besser im Original und lässt sich einfach von der lautmalerischen Sprache, dem Patois, mitreißen.

Nach der Trilogie veröffentlichte Headley fünf weitere Romane, von denen „The Best Man“ (1999) manchmal zu den YaRDiE-Büchern gezählt wird. 2002 legte er eine jahrelange Veröffentlichungspause einlegte, die er erst letztes Jahr mit „Domino“ beendete.

Eine Verfilmung von „YaRDiE“ war jahrelang, eigentlich jahrzehntelang, im Gespräch. Idris Elba, ein 1972 in Hackney, London, geborenes Einwandererkind (sein Vater kommt aus Sierra Leone, seine Mutter aus Ghana), verdiente in den späten achtziger und frühen neunziger Jahren auch als DJ Geld. Später konzentrierte er sich auf seine Schauspielerkarriere.

Mit seinem biographischen Hintergrund, der ihm damals einen Einblick in die Szene verschaffte, in der die „YaRDiE“-Bücher spielen, und dem Willen, diese Zeit in seinem Regiedebüt wieder aufleben zu lassen, war er auf den ersten Blick eine gute Wahl für die Regie. Und „Yardie“ überzeugt als Gangsterfilm, der – jedenfalls nach meiner Erinnerung an das Buch – den Protagonisten in einem milderen Licht erscheinen lässt.

In Headleys Roman kommt D. als Drogenkurier aus Jamaika nach London. Er soll ein Kilo erstklassiges Kokain abliefern. Aber er will es als Grundstein für sein Gangsterimperium benutzen.

Die Verfilmung beginnt 1973 auf Jamaika. In Kingston bekämpfen die Verbrecherbanden sich blutig. Als bei einem Schusswechsel ein Kind stirbt, will D.s älterer Bruder mit einem Versöhnungskonzert Frieden stiften. Während des als Versöhnung geplanten Höhepunkt des Abends wird er auf offener Bühne von einem Jungen erschossen.

Zehn Jahre später will D. immer noch den Tod seines Bruders rächen. Seinen Lebensunterhalt verdient er als Drogenverkäufer für King Fox. Eines Tages schickt King Fox ihn nach London. Er soll Rico Drogen bringen.

In London hält D. Rico auf den ersten Blick für unzuverlässig. Gleichzeitig trifft er Yvonne wieder, die eine vierjährige Tochter von ihm hat, und er trifft auf einige Jugendliche, die D.s Drogenpäckchen wollen. D. beschließt, mit ihnen nach einem Abnehmer für den Stoff zu suchen und er hilft ihnen mit ihrem Sound System. Denn letztendlich ist D. in seinem Herzen kein böser Gangster, sondern ein DJ

Und er trifft wieder auf den Mörder seines Bruders.

Für die Verfilmung mixen die Drehbuchautoren Brock Norman Brock („Bronson“) und Martin Stellman („Quadrophenia“) und Regisseur Idris Elba eine traditionelle Gangstergeschichte mit einem Musikfilm, einer Familiengeschichte und einem Rachedrama.

Das Ergebnis ist ein angenehm quer zu den Genreerwartungen liegender Gangsterfilm, dem es so auch gelingt, das Leben und die Zerrissenheit von D. zu reflektieren.

Mit deutlich über fünfzig Minuten fällt das Bonusmaterial quantitativ erfreulich umfangreich aus. Qualitativ handelt es sich vor allem um Werbeinterviews. Selbstverständlich gibt es in ihnen auch einige Informationen zur Vorlage, dem realen Hintergrund und den Dreharbeiten. Aber insgesamt sind es Werbefloskeln bar jeglicher Distanz und mit überschaubarem Informationswert.

Yardie (Yardie, Großbritannien 2018)

Regie: Idris Elba

Drehbuch: Brock Norman Brock, Martin Stellman

LV: Victor Headley: YaRDiE, 1992 (Yardie)

mit Aml Ameen, Shantol Jackson, Sheldon Shepherd, Stephen Graham, Fraser James, Everaldo Creary, Akin Gazi, Mark Rhino Smith, Naomi Ackie, Antwayne Eccleston

 

DVD

Studiocanal

Bild: 2,40:1 (anamorph)

Ton: Deutsch (5.1 DD), Englisch (Stereo DD, 5.1 DD)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Idris Elbas Regiedebüt (Featurette), Rites of Passage – D’s Reise (Featurette), Idris Elba im Gespräch mit Blaker, Idris Elba im Gespräch mit Aml Ameen, Interview mit Idris Elba, Interview mit Aml Ameen, Interview mit Shantol Jackson, Geschnittene Szenen, Trailer

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Blu-ray identisch

Hinweise

Moviepilot über „Yardie“

Metacritic über „Yardie“

Rotten Tomatoes über „Yardie“

Wikipedia über „Yardie“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „Yardie“

Homepage von Victor Headley


TV-Tipp für den 15. März: Texas Killing Fields

März 15, 2019

3sat, 22.25

Texas Killing Fields – Schreiendes Land (Texas Killing Fields, USA 2011)

Regie: Ami Canaan Mann

Drehbuch: Donald F. Ferrarone

Drei Polizisten suchen in den Sümpfen von Texas einen Serienfrauenmörder.

Etwas unspektakulärer, an James Lee Burke (ohne Geister) erinnernder fiebriger Südstaaten-Noir mit tollen Bildern und Schauspielern. Der Krimiplot gerät dabei zur Nebensache.

Ami Canaan Mann ist die Tochter von Michael Mann. In den letzten Jahren arbeitete sie fast ausschließlich fürs Fernsehen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Sam Worthington, Jeffrey Dean Morgan, Jessica Chastain, Chloë Grace Moretz, Sheryl Lee, Tony Bentley, Stephen Graham, Jason Clarke

Hinweise

Metacritic über „Texas Killing Fields“

Rotten Tomatoes über „Texas Killing Fields“

Wikipedia über „Texas Killing Fields“

Daily Mail über die wahren Hintergründe (8. Juli 2012)

Meine Besprechung von Ami Canaan Manns „Texas Killing Fields – Schreiendes Land“ (Texas Killing Fields, USA 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: „Film Stars don’t die in Liverpool“, aber verlieben darf man sich

April 8, 2018

Gloria Grahame ist eine Noir-Ikone, die heute nur noch Noir-Fans kennen. Dabei erhielt sie 1953 für „Stadt der Illusionen“ (The Bad and the Beautiful) den Oscar als beste Nebendarstellerin und spielte in Filmen wie „Ein einsamer Ort“ (In a lonely place), „Heißes Eisen“ (The big Heat), „Im Kreuzfeuer“ (Crossfire), „Schwaches Alibi“ (Naked Alibi) und, kein Noir, aber bekannt und beliebt, „Ist das Leben nicht schön?“ (It’s a wonderful Life) mit. Einige davon laufen regelmäßig im TV.

Trotzdem kennt sie heute fast niemand mehr und kurz vor ihrem Tod war sie schon lange kein Hollywood-Star mehr, aber sie hat immer noch einige liebevoll gepflegte Hollywood-Starallüren. Sie tritt auf kleinen Theaterbühnen auf und hat 1978 in London ein Zimmer im Primrose Hill Guesthouse. Zu den anderen Mietern gehört der fast dreißig Jahre jüngere Peter Turner, ein junger Schauspieler, der sie und ihre Filme nicht kennt. 1986 wird er in seinen Memoiren „Film Stars don’t die in Liverpool“ ihre gemeinsame Geschichte erzählen. Denn sie verlieben sich ineinander und nachdem sie 1981, vor einem Auftritt, in Lancaster in einem Hotel zusammenbricht, wird Turner angerufen. Er solle sich um sie kümmern. Er holt die damals schon todkranke Schauspielerin zu sich nach Liverpool. In das elterliche Haus.

Während er und seine Mutter den Hollywood-Star pflegen, erinnert er sich an seine Beziehung zu Gloria Grahame: wie sie sich kennen lernen, über das Schauspiel näher kommen, er mit ihr in die USA zieht und sie sich trennen. Sie wirft ihn aus ihrem New-Yorker-Apartment. Turner versteht damals nicht, warum. Regisseur Paul McGuigan, der jetzt Turners Memoiren mit einer sentimentalen Note verfilmte, zeigt diese Situation später aus Grahames Perspektive: sie hatte kurz vorher erfahren, dass sie Krebs hat, sie lehnt eine Behandlung ab und sie will nicht, dass Turner sie sterben sieht.

McGuigan ist als Regisseur von Filmen wie „Gangster No. 1“, „Lucky Number Slevin“, „Viktor Frankenstein – Genie und Wahnsinn“ und vier „Sherlock“-Filmen vor allem als stilbewusster und experimentierfreudiger Regisseur von Kriminalfilmen, gerne mit einem Noir-Touch, bekannt. Da verwundert auf den ersten Blick sein neuer Film. Denn im Mittelpunkt steht eine damals schockierende, heute immer noch ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen einer älteren Frau und einem deutlich jüngeren Mann.

Diese Liebesgeschichte garniert er mit einigen Fakten aus Grahames Leben, spitzen Bemerkungen, die aus einem Noir stammen könnten, und einem liebevoll-nostalgischen Blick auf das damalige Leben der Arbeiterklasse in London und Liverpool. Da erscheint das Leben in Zimmern in einem Guesthouse oder der beengten elterlichen Wohnung, in der noch die Möbel aus den fünfziger Jahren stehen und sich die Großfamilie regelmäßig in der Küche trifft, fast schon begehrenswert. Das liegt auch an McGuigans Inszenierung, die an die Filme des klassischen Hollywood-Kinos, zu dem Grahame gehörte, erinnert, ohne sie zu imitieren. Er benutzt auch damals gebräuchliche Inszenierungstechniken. So verleiht er seinem Film die Patina des Alten und aus zahlreichen Filmen heimelig-vertrauten. Weil er außerdem, immer wieder, bruchlos zwischen Gegenwart und Vergangenheit und den verschiedenen Handlungsorten hin und hergleitet, wirkt „Fim Stars don’t die in Liverpool“ am Ende doch sehr zeitgenössisch.

Peter Turners große Liebe Gloria Grahame (geb. am 28. November 1923 in Los Angeles) starb am 5. Oktober 1981 in New York. Denn in Liverpool sterben keine Filmstars.

McGuigans Film ist ein sentimentaler, warmherziger und liebevoller Nachruf auf eine vergessene Schauspielerin, deren Arbeiten man sich wieder ansehen könnte.

Von Annette Bening könnte man sich auch einige ältere Filme mal wieder ansehen. Zum Beispiel den Noir „The Grifters“. Für ihre Rolle als Freundin eines Betrügers ließ sie sich von Gloria Grahames Spiel inspirieren.

Film Stars don’t die in Liverpool (Film Stars don’t die in Liverpool, Großbritannien 2017)

Regie: Paul McGuigan

Drehbuch: Matt Greenhalgh

LV: Peter Turner: Film Stars don’t die in Liverpool, 1986

mit Annette Bening, Jamie Bell, Julie Walters, Vanessa Redgrave, Kenneth Cranham, Stephen Graham, Frances Barber, Peter Turner

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Film Stars don’t die in Liverpool“

Metacritic über „Film Stars don’t die in Liverpool“

Rotten Tomatoes über „Film Stars don’t die in Liverpool“

Wikipedia über „Film Stars don’t die in Liverpool“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Paul McGuigans „Viktor Frankenstein – Genie und Wahnsinn“ (Victor Frankenstein, USA 2015)

Die SAG-AFTRA Fondation bittet Paul McGuigan, Peter Turner, Jamie Bell und Annete Benning auf die Bühne

BFI Screen Talk unterhält sich eine Stunde mit Annette Benning über den Film und ihre Karriere

Paul McGuigan beantwortet eine halbe Stunde Fragen


TV-Tipp für den 20. Oktober: London Boulevard

Oktober 20, 2017

3Sat, 22.25
London Boulevard (London Boulevard, USA/GB 2010)
Regie: William Monahan
Drehbuch: William Monahan
LV: Ken Bruen: London Boulevard, 2001 (London Boulevard)
Ex-Knacki Mitchel will jetzt ehrlich leben, wird Bodyguard einer berühmten Schauspielerin und hat dann doch mächtig Ärger mit einem Gangster.
Ken Bruen!
William Monahan!
Colin Farrell!
Keira Knightley!
Ray Winstone!
Und dann sind noch David Thewlis, Eddie Marsan und London dabei.
Die Begründung meiner offensichtlichen und schamlosen Begeisterung gibt es hier.
mit Colin Farrell, Keira Knightley, David Thewlis, Anna Friel, Ben Chaplin, Ray Winstone, Eddie Marsan, Sanjeev Bhaskar, Stephen Graham, Ophelia Lovibon

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „London Boulevard“

Rotten Tomatoes über „London Boulevard“

Wikipedia über „London Boulevard“ (deutsch, englisch)

Collider: Interview mit William Monahan (das Erste, das Zweite) und mit William Monahan und Colin Farrell zu “London Boulevard”

Homepage von Ken Bruen

Mein Besprechung von Ken Bruens „Brant“ (Blitz – or… Brant hits the Blues, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Füchsin“ (Vixen, 2003)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Kaliber“ (Calibre, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von Ken Bruen/Reed Farrel Colemans “Tower” (Tower, 2009)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Kaliber“ (Calibre, 2006)

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie “Jack Taylor” (Irland 2010/2011/2013 – basierend auf den Romanen von Ken Bruen)

Ken Bruen in der Kriminalakte

Ken Bruen in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Rupert Wyatts „The Gambler“ (The Gambler, USA 2014 – nach einem Drehbuch von William Monahan)


TV-Tipp für den 24. Oktober: Ein Abend mit John le Carré: Dame, König, As, Spion/Der Spion, der aus der Kälte kam

Oktober 24, 2016

Arte, 20.15

Dame, König, As, Spion (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Regie: Tomas Alfredson

Drehbuch: Bridget O’Connor, Peter Straughan

LV: John le Carré: Tinker, Tailer, Soldier, Spy, 1974 (Dame, König, As, Spion)

Wer ist der Maulwurf im britischen Geheimdienst? George Smiley sucht den für die Sowjetunion arbeitenden Verräter.

Grandiose Verfilmung des verschachelten Agententhrillers von John le Carré.

mit Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Ciarán Hinds, David Dencik, Simon McBurney, Kathy Burke, Stephen Graham, Svetlana Khodchenkova, John le Carré (Komparse bei der MI6-Silvesterfeier; also genau aufpassen)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Dame, König, As, Spion“

Rotten Tomatoes über „Dame, König, As, Spion“

Wikipedia über die Verfilmung „Dame, König, As, Spion“ (deutsch, englisch)

Arte, 22.15

Der Spion, der aus der Kälte kam (GB 1965, Regie: Martin Ritt)

Drehbuch: Paul Dehn, Guy Trosper

LV: John le Carré: The spy who came in from the cold, 1963 (Der Spion, der aus der Kälte kam)

Der britische Geheimdienstler Leamas wechselt zum Schein die Seiten – und gerät in Teufels Küche.

Realistischer, kritischer, kalter Agententhriller über die Suche nach Doppelagenten und Überläufern. Mit le Carrés Buch (ein Welterfolg) und der gelungenen Verfilmung wandelte sich das heroische Bild des Spions zu eines sehr gewöhnlichem. Denn überall sind Spione „eine schmutzige Prozession von hohlen Narren und Verrätern. Ja, auch von Schwulen, Sadisten und Trinkern, von Leuten, die Räuber und Gendarm spielen, im ihrem erbärmlichen Leben etwas Reiz zu geben.“ (John le Carré: Der Spion, der aus der Kälte kam).

Mit Richard Burton, Oskar Werner, Claire Bloom, Peter van Eyck, Rupert Davies, Sam Wanamaker, Cyril Cusack, Bernard Lee

Hinweise

Arte über John le Carré

Rotten Tomaites über „Der Spion, der aus der Kälte kam“

Wikipedia über „Der Spion, der aus der Kälte kam“ (deutsch, englisch)

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “A most wanted man” (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014) und der DVD

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Verräter wie wir“ (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

John le Carré in der Kriminalakte

Meine Besprechung der ersten beiden Episoden von Susanne Biers „The Night Manager“ (The Night Manager, Großbritannien/USA 2016) und der gesamten Miniserie

Bonushinweis

le Carre - Der Taubentunnel - 4

Am 9. September erschien „Der Taubentunnel“, die Memoiren von John le Carré, der am 19. Oktober seinen 85. Geburtstag feierte.

Über „Die Memoiren eines Jahrhundertautors“ schreibt der Verlag:

„Was macht das Leben eines Schriftstellers aus? Mit dem Welterfolg „Der Spion, der aus der Kält kam“ gab es für John le Carré keinen Weg zurück. Er kündigte seine Stelle im diplomatischen Dienst, reiste zu Recherchezwecken um den halben Erdball – Afrika, Russland, Israel, USA, Deutschland –, traf die Mächtigen aus Politik- und Zeitgeschehen und ihre heimlichen Handlanger. John le Carré ist bis heute ein exzellenter und unabhängiger Beobachter, mit untrüglichem Gespür für Macht und Verrat. Aber auch für die komischen Seiten des weltpolitischen Spiels.

In seinen Memoiren blickt er zurück auf sein Leben und sein Schreiben.“

John le Carré: Der Taubentunnel

(aus dem Englischen von Peter Torberg)

Ullstein, 2016

384 Seiten

22,00 Euro


TV-Tipp für den 30. März: London Boulevard

März 30, 2015

ZDF, 22.45
London Boulevard (London Boulevard, USA/GB 2010)
Regie: William Monahan
Drehbuch: William Monahan
LV: Ken Bruen: London Boulevard, 2001 (London Boulevard)
Ex-Knacki Mitchel will jetzt ehrlich leben, wird Bodyguard einer berühmten Schauspielerin und hat dann doch mächtig Ärger mit einem Gangster.
Ken Bruen!
William Monahan!
Colin Farrell!
Keira Knightley!
Ray Winstone!
Und dann sind noch David Thewlis, Eddie Marsan und London dabei.
Die Begründung meiner offensichtlichen und schamlosen Begeisterung gibt es hier.
mit Colin Farrell, Keira Knightley, David Thewlis, Anna Friel, Ben Chaplin, Ray Winstone, Eddie Marsan, Sanjeev Bhaskar, Stephen Graham, Ophelia Lovibon

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „London Boulevard“

Wikipedia über „London Boulevard“ (deutsch, englisch)

Collider: Interview mit William Monahan (das Erste, das Zweite) und mit William Monahan und Colin Farrell zu “London Boulevard”

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung „London Boulevard“ (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie “Jack Taylor” (Irland 2010/2011/2013 – basierend auf den Romanen von Ken Bruen)

Ken Bruen in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Rupert Wyatts „The Gambler“ (The Gambler, USA 2014 – nach einem Drehbuch von William Monahan)


TV-Tipp für den 14. Januar: This is England – Ende einer Kindheit

Januar 14, 2015

Eins Plus, 22.15

This is England – Ende einer Kindheit (Großbritannien 2006, Regie: Shane Meadows)

Drehbuch: Shane Meadows

England während der Thatcher-Jahre: der zwölfjährige Skinhead Shaun findet in einem Exknacki einen Vaterersatz. Als dieser die Skins zu einer Nazigruppe machen will, folgt Shaun ihm blind.

Rabiates, autobiographisch gefärbtes, hochgelobtes Jugenddrama, das den British Independent Film Award und den BAFTA-Award als bester britischer Film erhielt und bei uns seine Premiere auf DVD erlebte.

„Der bewegende Film zeichnet das Porträt einer verlorenen Generation und zugleich die Studie einer in emotionaler Kälte erstarrten Gesellschaft.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Stephen Graham, Thomas Turgose, Jo Hartley, Andrew Shim, Vicky McClure

Hinweise

Homepage zum Film

Metacritic über „This is England“

Rotten Tomatoes über „This is England“

Wikipedia über „This is England“ (deutsch, englisch)


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