TV-Tipp für den 25. Dezember: Madame Mallory und der Durft von Curry

Dezember 25, 2018

ARD, 23.20

Madame Mallory und der Duft von Curry (The Hundred-Foot Journey, USA 2014)

Regie: Lasse Hallström

Drehbuch: Steven Knight

LV: Richard C. Morais: The Hundred-Foot Journey, 2010 (Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef; Madame Mallory und der Geschmack von Curry)

Madame Mallory betreibt in der südfranzösischen Provinz ein Edelrestaurant. Da eröffnen gegenüber von ihrem Sternerestaurant eine indische Familie ein Restaurant mit indischer Küche – und die Probleme beginnen.

Wunderschönes, top besetztes Feelgood-Movie.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Helen Mirren, Om Puri, Manisch Dayal, Charlotte Le Bon, Farzana Dua Elahe, Amit Shah, Aria Pandya, Dillon Mitra, Michel Blanc

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Moviepilot über „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Metacritic über „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Rotten Tomatoes über „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Wikipedia über „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Homepage von Richard C. Morais

Meine Besprechung von Lasse Hallströms „Lachsfischen im Jemen“ (Salmon Fishing in the Yemen, Großbritannien 2011)

Meine Besprechung von Lasse Hallströms Lars-Kepler-Verfilmung „Der Hypnotiseur“ (Hypnotisören, Schweden 2012)

 Meine Besprechung von Lasse Hallströms “Safe Haven – Wie ein Licht in der Nacht” (Safe Haven, USA 2012)

Meine Besprechung von Lasse Hallströms „Madame Mallory und der Duft von Curry“ (The Hundred-Foot Journey, USA 2014)

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Neu im Kino/Filmkritik: Lisbeth Salander kehrt zurück und deckt eine „Verschwörung“ auf

November 22, 2018

Lisbeth Salander ist zurück im Kino und obwohl einiges neu ist, bewegt sich auch vieles in „Verschwörung“ auf vertrautem Terrain.

Doch beginnen wir mit den Änderungen. Nachdem die drei posthum erschienenen „Millennium“-Romane „Verblendung“ (2005), „Verdammnis“ (2006) und „Vergebung“ (2007) von Stieg Larsson weltweit unglaublich erfolgreich waren, wurden sie verfilmt. Zunächst in einer gekoppelten Kino- und TV-Auswertung (in längeren Fassungen) von Niels Arden Oplev und Daniel Alfredson mit Noomi Rapace als Lisbeth Salander und Michael Nyqvist als Mikael Blomkvist. David Fincher verfilmte 2011 „Verblendung“ noch einmal. Mit Rooney Mara als Lisbeth Salander und Daniel Craig als Mikael Blomkvist. Seine Version ist etwas polierter, aber sonst unterscheidet sie sich kaum von der schwedischen Originalversion. Die damals geplante und, seien wir ehrlich, überflüssigen Verfilmungen von „Verdammnis“ und „Vergebung“ in einer US-Version wurden so lange auf die lange Bank geschoben, dass inzwischen die Erbstreitigkeiten um Stieg Larssons Vermögen so weit beigelegt wurden, dass David Lagercrantz den Auftrag erhielt, weitere „Millennium“-Romane zu schreiben. 2015 erschien, weltweit beachtet, „Verschwörung“. In dem ziemlich missratenen Thriller (meine Besprechung) fällte er eine sehr gute Entscheidung. Er verlegte, ohne die Hauptcharaktere merklich altern zu lassen, die Handlung in die Gegenwart.

Und Hollywood entschloss sich, die noch ausstehenden Larsson-Verfilmung zu überspringen und gleich mit „Verschwörung“ weiterzumachen. Mit einem neuen Team vor und hinter der Kamera. Claire Foy spielt jetzt Lisbeth Salander und Sverrir Gudnason Mikael Blomkvist. Das ist eine sehr unglückliche Besetzungsentscheidung, weil Gudnason zu jung für die Rolle des altgedienten Investigativjournalisten ist. Und Foy in diesem Moment zu alt für Salander ist. Sie sind nicht mehr das seltsame Gespann von altgedientem Profi und junger Hackerin, sondern eher Bruder und Schwester.

Dass auch die „Millennium“-Herausgeberin Erika Berger mit Vicky Krieps eine massive Verjüngungskur erfuhr, ist da folgerichtig. Sie ist in „Verschwörung“ noch mehr eine Nebenfigur als Mikael Blomkvist. Und auch er ist in diesem Film nur eine Nebenfigur.

Eine kluge Entscheidung ist allerdings, den sechshundertseitigen Roman deutlich zu straffen und sich auf den Thrillerplot zu konzentrieren, der auch thrillen soll. Außerdem – und das dürfte die beste Entscheidung der Macher gewesen sein – konzentriert sich der Thriller auf Lisbeth Salander. „Verschwörung“ erzählt ihre Geschichte. Und die ihrer Schwester.

Dabei beginnt alles mit einem kleinen Auftrag. Salander soll für Frans Balder (Stephen Merchant) das von ihm geschriebene Programm Firefall beschaffen. Mit dem Programm kann man alle Atomraketen kontrollieren. Ein solches Programm ist der Traum jedes James-Bond-Schurken. Es sollte daher nicht in die falschen Hände fallen.

Salander kann das Programm aus dem NSA-Server stehlen. Dummerweise wird sie dabei entdeckt (Okay, sie stellte sich bei ihrem Diebstahl auch ziemlich dämlich an).

Jetzt wollen der NSA-Agent Ed Needham (Lakeith Stanfield), ein Ex-Navy-Seal, der schwedische Geheimdienst und eine Verbrecherbande, die von Salanders tot geglaubter Schwester Camilla (Sylvia Hoeks) angeführt wird, die Datei haben.

Fede Alvarez, der sich mit den Horrorfilmen „Evil Dead“ (ein respektables Remake eines Klassikers) und „Don’t breathe“ einen guten Ruf erarbeitete, inszenierte mit „Verschwörung“ eine Nordic Noir, der sich in keiner Sekunde vor den anderen, von der Kritik oft hochgelobten Nordic Noirs unterscheidet. Dazu gehört auch die teilweise krachende, jede Glaubwürdigkeit strapazierende Unlogik.

Die im Gegensatz zum Roman vollständig in sich abgeschlossene Filmgeschichte spielt in einem Stockholm, das weniger wie das reale Stockholm, sondern wie eine sauber abgewrackte Science-Fiction-Metropole aussieht, in der auch der Teufelsberg, eine Berliner Sehenswürdigkeit, problemlos als Teil Stockholms akzeptiert wird. Aus den unterschiedlichen Drehorten (es wurde auch in Hamburg gedreht) entsteht eine in sich geschlossene Noir-Dystopie mit dunkler Farbpalette und einem aus halb Europa stammendem Schauspielerensemble.

Am Ende ist „Verschwörung“ ein guter Nordic Noir, den man sich ansehen kann, ohne vorher die Romane oder die anderen Filme gesehen zu haben. Mit einer coolen Actionheldin, die vor allem das tut, was Actionheldinnen halt so tun.

Verschwörung (The Girl in the Spider’s Web: A New Dragon Tattoo Story, USA 2018)

Regie: Fede Alvarez

Drehbuch: Fede Alvarez, Jay Basu, Steven Knight

LV: David Lagercrantz: Det some ine dödar oss, 2015 (Verschwörung)

mit Claire Foy, Sverrir Gudnason, Sylvia Hoeks, Lakeith Stanfield, Claes Bang, Stephen Merchant, Christopher Convery, Vicky Krieps, Cameron Britton, Synnøve Macody Lund,

Mikael Persbrandt

Länge: 116 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage im Filmcover

David Lagercrantz: Verschwörung

(Filmausgabe)

(übersetzt von Ursel Allenstein)

Heyne, 2018

608 Seiten

22,99 Euro (gebundene Ausgabe)

9,99 Euro (Taschenbuch)

Gebundene Ausgabe

Heyne, 2015

Originaltitel

Det some ine dödar oss

Norstedts, Stockholm, 2015

Der fünfte Roman mit Lisbeth Salander

David Lagercrantz: Verfolgung

(übersetzt von Ursel Allenstein)

Heyne, 2017

480 Seiten

22,99 Euro (gebundene Ausgabe)

9,99 Euro (Taschenbuch, erscheint am 10. Dezember 2018)

Originalausgabe

Mannen som sökte sin skugga

Norsteds, Stockholm 2017

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Verschwörung“

Metacritic über „Verschwörung“

Rotten Tomatoes über „Verschwörung“

Wikipedia über „Verschwörung“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verblendung“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verdammnis“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Vergebung“ (Buch und Film)

Homepage von Stieg Larsson

Heyne über Stieg Larsson

Krimi-Couch über Stieg Larsson

Wikipedia über Stieg Larsson (deutsch, englisch)

Stieg Larsson in der Kriminalakte

Meine Besprechung der Stieg-Larsson-Parodie „Verarschung“ (The Girl with the Sturgeon Tattoo, 2011) von Lars Arffssen

Meine Besprechung von Dan Burstein/Arne de Keijzer/John-Henri Holmbergs “Die Welt der Lisbeth Salander” (The Tattooed Girl, 2011)

Meine Besprechung von David Finchers Stieg-Larsson-Verfilmung “Verblendung” (The Girl with the Dragon Tattoo, USA 2011)

Meine Besprechung von Denise Mina (Autor)/Leonardo Manco/Andrea Mutti (Zeichner) „Stieg Larsson – Millennium: Verblendung – Band 1“ (The Girl with the Dragoon Tattoo – Book One, 2012 )

Meine Besprechung von Denise Mina/Leanardo Manco/Andrea Muttis “Stieg Larsson- Millennium: Verblendung – Band 2″ (The Girl with the Dragoon Tattoo – Book Two, 2013)

 Meine Besprechung von Denise Mina/Leonardo Manco/Andrea Mutti/Antonio Fusos “Stieg Larsson – Millennium: Verdammnis – Band 1” (The Girl who played with Fire – Book One, 2014)

Meine Besprechung von David Lagercrantz‘ „Verschwörung“ (Det some ine dödar oss, 2015)

Meine Besprechung von Fede Alvarez‘ „Don’t Breathe“ (Don’t Breathe, USA 2016)

Eine Frage an den Regisseur und die Hauptdarstellerinnen, die hier tun, was sie im Film nicht tun


TV-Tipp für den 10. Juli: Madame Mallory und der Duft von Curry

Juli 9, 2017

ARD, 20.15

Madame Mallory und der Duft von Curry (The Hundred-Foot Journey, USA 2014)

Regie: Lasse Hallström

Drehbuch: Steven Knight

LV: Richard C. Morais: The Hundred-Foot Journey, 2010 (Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef; Madame Mallory und der Geschmack von Curry)

Madame Mallory betreibt in der südfranzösischen Provinz ein Edelrestaurant. Da eröffnen gegenüber von ihrem Sternerestaurant eine indische Familie ein Restaurant mit indischer Küche – und die Probleme beginnen.

Wunderschönes, top besetztes Feelgood-Movie.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Helen Mirren, Om Puri, Manisch Dayal, Charlotte Le Bon, Farzana Dua Elahe, Amit Shah, Aria Pandya, Dillon Mitra, Michel Blanc

Wiederholung: Dienstag, 11. Juli, 02.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Moviepilot über „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Metacritic über „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Rotten Tomatoes über „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Wikipedia über „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Homepage von Richard C. Morais

Meine Besprechung von Lasse Hallströms „Lachsfischen im Jemen“ (Salmon Fishing in the Yemen, Großbritannien 2011)

Meine Besprechung von Lasse Hallströms Lars-Kepler-Verfilmung „Der Hypnotiseur“ (Hypnotisören, Schweden 2012)

 Meine Besprechung von Lasse Hallströms “Safe Haven – Wie ein Licht in der Nacht” (Safe Haven, USA 2012)

Meine Besprechung von Lasse Hallströms „Madame Mallory und der Duft von Curry“ (The Hundred-Foot Journey, USA 2014)


Lisbeth Salander kehrt auf die große Leinwand zurück – aber mit einigen Änderungen

März 13, 2017

Für die fanatischen Fans von Stieg Larsson, Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist gibt es eine erfreuliche, brandaktuelle Nachricht:

es wird einen neuen Spielfilm mit den bekannten Charakteren geben. Allerdings werden sie wieder von neuen Schauspielern gespielt. Wer wen spielt, ist noch unklar. Rooney Mara und Daniel Craig von David Finchers 2011er Verfilmung von „Verblendung“ sind nicht mehr dabei. Michael Nyqvist und Noomi Rapace von den drei skandinavischen Verfilmungen sowieso nicht.

Die Vorlage für den neuen Salander/Blomkvist-Film ist „Verschwörung“, der von David Lagercrantz geschriebene vierte Band der Serie.

Die Regie übernimmt „Don’t Breathe“-Regisseur Fede Alvarez. Das Drehbuch ist von Steven Knight, Fede Alvarez und Jay Basu – und ich hoffe, dass sie sich die nötigen Freiheiten bei der Adaption des ziemlich misslungenen Romans nehmen.

Und David Lagercrantz hat inzwischen einen neuen Salander/Blomkvist-Roman geschrieben. Einen deutschen Erscheinungstermin gibt es noch nicht.

Hier die vollständige PM aus dem Hause Sony:

LISBETH SALANDER KEHRT IM OKTOBER 2018
IN SONY PICTURES’ “THE GIRL IN THE SPIDER’S WEB” („VERSCHWÖRUNG“)
ZURÜCK AUF DIE KINOLEINWAND

FEDE ALVAREZ ÜBERNIMMT DIE REGIE
BEI DER ADAPTION DES WELTWEITEN BESTSELLERS

Dreharbeiten beginnen im September

Der Film wird eine neue Besetzung haben – Alvarez castet Schauspielerinnen,
die Lisbeth Salander spielen sollen

CULVER CITY, Kalifornien, 13. März 2017 – Lisbeth Salander, die Kultfigur und titelgebende Heldin der gefeierten Millennium-Bestseller-Reihe von Stieg Larsson, wird in The Girl in the Spider’s Web (Verschwörung) auf die Kinoleinwand zurückkehren. Der von David Lagercrantz geschriebene globale Bestseller wird zum ersten Mal für einen Film adaptiert. Fede Alvarez, der 2016 bei dem Erfolgsthriller Don’t Breathe Regie geführt hat, wird das Projekt leiten, basierend auf einem Drehbuch von Steven Knight und Fede Alvarez & Jay Basu. Scott Rudin, Søren Stærmose, Ole Søndberg, Amy Pascal, Elizabeth Cantillon, Eli Bush und Berna Levin fungieren als Produzenten; Executive Producers sind Anni Faurbye Fernandez, Line Winther Skyum Funch, Johannes Jensen und David Fincher.

Der neue Film wird eine völlig neue Besetzung aufweisen. Die Ankündigung der Dreharbeiten markiert den Kickoff einer weltweiten Suche nach einer Schauspielerin, die die ikonische Rolle der Lisbeth Salander übernehmen kann. Die Dreharbeiten des Films werden im September dieses Jahres beginnen und der Kinostart wird im Oktober 2018 sein.

The Girl in the Spider’s Web wird der erste Teil der Bestseller-Reihe sein, der gleich bei seiner ersten Filmadaption in englischer Sprache produziert wird. Die vorhergehenden Bücher der Reihe wurden zu Filmen in Schwedisch adaptiert. The Girl with the Dragon Tattoo (Verblendung) war ein Remake des schwedischen Films, wurde ein weltweiter Erfolg für Columbia Pictures und hat insgesamt über 230 Million Dollar eingespielt.

Die Neuigkeit wurde heute auf der London Book Fair verkündet, während einer Feier rund um den Launch des fünften Buchs der Millennium-Reihe, das ebenfalls von Lagercrantz verfasst wurde. Sonys Columbia Pictures hält die Rechte an allen künftigen Büchern der Millennium-Reihe.

Sanford Panitch, President of Columbia Pictures, sagte: “In der gesamten Gegenwartsliteratur ist Lisbeth Salander vollkommen sui generis – und meiner Meinung nach wahrscheinlich eine der großartigsten literarischen Frauenfiguren aller Zeiten. Sie personifiziert einen trotzigen, modernen Punk und ist in jeder Verkörperung unvergesslich. Sie ist wirklich eine der fesselndsten Figuren, die es in den letzten Jahren zu sehen gab. David Lagercrantzs brillante Arbeit führt diese bemerkenswerte Reihe fort und ehrt gleichzeitig Stieg Larssons Meisterwerk. Auch wir bei Sony fühlen uns sehr geehrt, zusammen mit Yellowbird Teil dieser Reihe zu sein und freuen uns sehr darauf, The Girl in the Spider’s Web erstmals auf die Leinwand zu bringen. Fede Alvarez ist die perfekte Wahl, um die Regie zu übernehmen. Fede ist ein großartiger Regisseur mit einem einzigartigen Blick auf die Welt. Besonders sein Talent und seine Fähigkeit, psychologische Intensität zu erzeugen, werden Lisbeth Salander mit einem großen Knall zurück in die filmische Popkultur bringen.“

Alvarez fügte hinzu: “Ich bin wahnsinnig aufgeregt und dankbar für diese Gelegenheit. Sony ist für mich zu einer Familie geworden und ich kann mir kein tolleres Projekt vorstellen, um unsere Beziehung zu feiern. Lisbeth Salander ist genau die Art von Figur, die jeder Regisseur in seinen Träumen gerne zum Leben erwecken würde. Wir haben ein großartiges Drehbuch und jetzt kommt der Teil, der am meisten Spaß macht – unsere Lisbeth zu finden.“

Die Millennium Reihe ist ein weltweiter Bestseller. Von den vier Büchern wurden bislang über 86 Millionen Exemplare verkauft.


Neu im Kino/Filmkritik: Die Weltkrieg-II-Spionageschmonzette „Allied – Vertraute Fremde“

Dezember 22, 2016

Auf den ersten Blick – Autor, Regisseur, Hauptdarsteller, Budget, Prämisse – wirkt „Allied – Vertraute Fremde“ wie eine willkommene Rückkehr zum klassischen Abenteuerfilm, der Romantik mit Abenteuer verbindet. Historisch nicht unbedingt hundertprozentig akkurat, aber höchst unterhaltsam. Und dann zündet der Film ähnlich furios wie ein nasser Silvesterkracher.

Die Gründe für dieses Scheitern sind das Drehbuch und die beiden Hauptdarsteller Brad Pitt und Marion Cotillard, denen man das Liebespaar niemals abnimmt.

Brad Pitt spielt den Geheimagenden Max Vatan. Ein Kanadier, der für die britische Special Operations Executive (SOE) arbeitet. 1942 wird er zu einem Geheimdienst-Einsatz nach Casablanca geschickt. Es gibt, um jetzt eine mehr als offensichtliche Inspiration zu nennen, zwar ein Café, aber keinen Humphrey Bogart und keine Ingrid Bergman. Dafür trifft Max Marianne Beauséjour (Marion Cotillard). Die französische Widerstandskämpferin ist seine lokale Kontaktperson, die ihn in die Kreise der deutschen Besatzer einführt. Sie wollen während einer Feier den deutschen Botschafter erschießen.

Während der Mission verlieben sie sich, heiraten, kriegen ein Kind (begleitet von den Bomben, die die Deutschen über London abwerfen) und, während sie in ihrer neuen Rolle als fürsorgliche Mutter aufgeht, arbeitet er als Offizier in der SOE-Zentrale. Max und Marianne führen in London ein zutiefst bürgerliches Leben, bis Max von seinen Vorgesetzten darüber informiert wird, dass seine Frau eine deutsche Agentin sei. Er soll sie, nach dem Beweis ihrer Schuld, töten. Aber er will ihre Unschuld beweisen.

Ab diesem Moment erwartet der Genrejunkie ein Spiel, in dem es in jeder Minute Dinge gibt, die Marianne belasten oder entlasten. Schließlich will Max nicht nur Mariannes Unschuld beweisen, sondern auch den Verräter finden.

Das klingt doch noch einem klassischen Weltkrieg-II-Spionagethriller, verbunden mit einer prickelnden Liebesgeschichte, wie man ihn heute nicht mehr im Kino, aber im Fernsehen aus unzähligen Nachmittagswiederholungen kennt und immer wieder gerne sieht.

Das war auch von den Machern, immerhin „Eastern Promises“-Autor Steven Knight und „Forrest Gump“-Regisseur Robert Zemeckis geplant.

Geliefert bekommt man eine mehr als lauwarme Spurensuche, in die Marianne nicht involviert ist. Sie bleibt in der zweiten Filmhälfte in jeder Beziehung passiv. Er sucht währenddessen, ohne ihr etwas davon zu sagen Beweise für ihre Unschuld. Im Krieg gestaltet sich das etwas schwierig, aber letztendlich folgt diese Suche der Logik eines Weihnachtseinkaufs mit festem Wunschzettel, der in einem gut sortiertem Geschäft erledigt wird. Spannung wird dagegen anders buchstabiert.

Ein weiteres Problem ist, dass bis zu dem Moment, in dem Max mit dem auf seiner Frau lastendem Verdacht unglaublich viel Filmzeit vergeht. Schon der erste Akt in Casablanca entwickelt sich im Rahmen der anvisierten Geschichte und des damit verbundenen Konflikts zäh und ist mit vierzig Minuten viel zu lang geraten. In London vergehen dann wieder um die zwanzig Minuten in denen uns das glückliche, bürgerliche, konflikt- und verdachtsfreie Familienleben von Max und Marianne gezeigt wird. Erst danach erfährt Max (und wir als Zuschauer), dass seine Frau eine deutsche Spionin sein soll. Erst in diesem Moment, der in einem besser konstruiertem Film spätestens nach einer halben Stunde hätte kommen sollen (bewährter Syd-Field-Ratschlag), steht er vor der Frage, ob er ihr vertrauen kann; ob sie die Person ist, die sie behauptet zu sein. Bis dahin ist „Allied – Vertraute Fremde“ eine ganz banale, spannungsfreie Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Krieges und der von Misstrauen geprägten Welt der Geheimdienste und ihrer abenteuerlichen Aktionen.

Es ist allerdings auch eine Liebesgeschichte, in der auf der Leinwand zwischen Brad Pitt und Marion Cotillard erschreckend wenig Leidenschaft herrscht. Um zu zeigen, wie aufgewühlt und verliebt sie sind, bietet Robert Zemeckis einen ganzen Sandsturm auf, der um ihr Auto tobt, während sie das tun, was verliebte Paare halt so tun, wenn sie gemeinsam in einem Auto sitzen. Nur: es hilft nicht.

Allied – Vertraute Fremde“ macht erschreckend wenig aus seiner mehr als vielversprechenden Prämisse und angesichts der involvierten Personen ist der Film eine der großen Enttäuschungen des Kinojahres.

allied-plakat

Allied – Vertraute Fremde (Allied, USA 2016)

Regie: Robert Zemeckis

Drehbuch: Steven Knight

mit Brad Pitt, Marion Cotillard, Jared Harris, Lizzy Caplan, Daniel Betts, Matthew Goode, August Diehl

Länge: 125 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Allied – Vertraute Fremde“

Metacritic über „Allied – Vertraute Fremde“

Rotten Tomatoes über „Allied – Vertraute Fremde“

Wikipedia über „Allied – Vertraute Fremde“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Robert Zemeckis “Flight” (Flight, USA 2012)

Meine Besprechung von Robert Zemeckis „The Walk“ (The Walk, USA 2015)


DVD-Kritik: „Bauernopfer – Spiel der Könige“ zwischen Bobby Fisher und Boris Spassky

September 18, 2016

Zum Kinostart schrieb ich ziemlich begeistert unter der Überschrift „’Bauernopfer – Spiel der Könige‘, Kampf der Systeme 1972 in Island“, die ich deshalb jetzt nicht wieder verwenden konnte:

Schach im Fernsehen? Heute gibt es so etwas vielleicht in irgendeinem Sportkanal, der halt sein Programm füllen muss. Früher war Schach auch nicht das Material für die samstägliche Sportschau. Aber 1972 gab es das Schachduell zwischen Bobby Fischer und Boris Spassky, das auch im Fernsehen übertragen wurde und eine weltweite Schachbegeisterung auslöste.

Bauernopfer – Spiel der Könige“ von Edward Zwick („Blood Diamond“), nach einem straffen Drehbuch von Steven Knight („Eastern Promises“, „Madama Mallory und der Duft von Curry“), erzählt jetzt, nah an den Fakten, die Geschichte von diesem Schachduell, das auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, auch ein Kampf der Systeme war. Und es ist ein Biopic über Bobby Fischer (1943 – 2008), das sich auf die 1972er Schach-Weltmeisterschaft in Reykjavik, Island, und die Jahre davor konzentriert. Das spätere Leben von Bobby Fischer, das, höflich formuliert, nicht unproblematisch war, wird dann in einigen Texttafeln abgehandelt, während wir Bobby Fischer auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn verlassen.

Bis dahin erleben wir einen spannenden Film über einen hochintelligenten Menschen, der schon früh ein erfolgreicher Schachspieler war und der sein ganzes Leben auf das Spiel konzentrierte, weshalb er auch gegen jede Ablenkung, egal ob echt oder nur gefühlt, harsch vorging. Schon in den Sechzigern war er in den USA als Schachgenie bekannt. Seine Anti-Establishment-Haltung half. Er wird, nachdem seine Mutter als Teil der jüdisch-kommunistischen Gemeinschaft in Brooklyn in den Fünfzigern vom FBI überwacht wurde, zunehmend paranoid. Er fühlt sich ständig beobachtet. Er fühlt sich von Kameras, die damals lauter als heute waren, und dem Publikum in seiner Konzentration gestört und er setzte bei den Turnieren seine Wünsche nach Ruhe und einer entsprechenden Gestaltung der Räume gnadenlos durch.

Gleichzeitig wird das Spiel und die 1972er Schach-Weltmeister zu einem Duell der Systeme hochgejazzt. So als könnte der Kalte Krieg am Schachbrett besiegt werden (Sylvester Stallone tat es einige Jahre später in „Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts“ im Boxring). Damals war Fischer gut genug, um die jahrzehntelange Dominanz der Sowjetunion im Schach brechen zu können. Außerdem waren, nach einem erzürnten Artikel von Fischer, die Regeln, die von der Sowjetunion zu ihrem Vorteil ausgelegt wurden, geändert worden. Jetzt hatte Fischer eine Chance, den Titel zu gewinnen.

Edward Zwick inszenierte diese Geschichte als Schauspielerkino, das sich auf das Drehbuch und sein Ensemble verlässt. „Spider Man“ Tobey Maguire überzeugt als zunehmend paranoides Schachgenie Bobby Fischer. Liev Schreiber als von der Sowjetunion geförderter Schachspieler Boris Spassky, der am Schachbrett die Überlegenheit des Kommunismus demonstrieren soll, ist ein ebenbürtiger Gegner, der fast während des gesamten Film nichts sagt. Gerade dadurch wirkt er noch bedrohlicher.

Am Ende der faszinierenden Charakterstudie hat man zwar nichts gelernt, was einem beim nächsten Schachspiel hilft (soweit man überhaupt die Bedeutung der Schachfiguren kennt), aber man hat einen ebenso spannenden, wie lehrreichen Ausflug in die Vergangenheit gemacht, als jeder wusste, wer die Guten und wer die Bösen sind.

Die DVD-Ausgabe enthält, wie die Blu-ray, als Bonusmaterial lediglich ein dreiminütiges 08/15-Werbebeaturette. Für ein Biopic ist das arg wenig. Denn neben dem normalen Making-of zum Film hätte sich natürlich auch eine Doku zu den wahren Hintergründen angeboten.

Bauernopfer – Spiel der Könige“ ist ein Topfilm.

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Bauernopfer – Spiel der Könige (Pawn Sacrifice, USA 2014)

Regie: Edward Zwick

Drehbuch: Steven Knight

mit Tobey Maguire, Liev Schreiber, Peter Sarsgaard, Michael Stuhlbarg, Edward Zinoviev, Alexandre Gorchkov, Lily Rabe, Robin Weigert, Seamus Davey-Fitzpatrick, Aiden Lovekamp, Sophie Nelisse

DVD

Studiocanal

Technische Angaben

Bild: 2,40:1 anamorph

Ton: Deutsch, Englisch (5.1 Dolby Digital)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Featurette: Bobby Fischer: Der Kalte Krieg und das Schachspiel des Jahrhunderts, Wendecover

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

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Moviepilot über „Bauernopfer“

Metacritic über „Bauernopfer“

Rotten Tomatoes über „Bauernopfer“

Wikipedia über „Bauernopfer“ (englisch)

History vs. Hollywood über „Bauernopfer“ (der Faktencheck)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Bauernopfer – Spiel der Könige“ (Pawn Sacrifice, USA 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „Bauernopfer – Spiel der Könige“, Kampf der Systeme 1972 in Island

April 29, 2016

Schach im Fernsehen? Heute gibt es so etwas vielleicht in irgendeinem Sportkanal, der halt sein Programm füllen muss. Früher war Schach auch nicht das Material für die samstägliche Sportschau. Aber 1972 gab es das Schachduell zwischen Bobby Fischer und Boris Spassky, das auch im Fernsehen übertragen wurde und eine weltweite Schachbegeisterung auslöste.

Bauernopfer – Spiel der Könige“ von Edward Zwick („Blood Diamond“), nach einem straffen Drehbuch von Steven Knight („Eastern Promises“, „Madama Mallory und der Duft von Curry“), erzählt jetzt, nah an den Fakten, die Geschichte von diesem Schachduell, das auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, auch ein Kampf der Systeme war. Und es ist ein Biopic über Bobby Fischer (1943 – 2008), das sich auf die 1972er Schach-Weltmeisterschaft in Reykjavik, Island, und die Jahre davor konzentriert. Das spätere Leben von Bobby Fischer, das, höflich formuliert, nicht unproblematisch war, wird dann in einigen Texttafeln abgehandelt, während wir Bobby Fischer auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn verlassen.

Bis dahin erleben wir einen spannenden Film über einen hochintelligenten Menschen, der schon früh ein erfolgreicher Schachspieler war und der sein ganzes Leben auf das Spiel konzentrierte, weshalb er auch gegen jede Ablenkung, egal ob echt oder nur gefühlt, harsch vorging. Schon in den Sechzigern war er in den USA als Schachgenie bekannt. Seine Anti-Establishment-Haltung half. Er wird, nachdem seine Mutter als Teil der jüdisch-kommunistischen Gemeinschaft in Brooklyn in den Fünfzigern vom FBI überwacht wurde, zunehmend paranoid. Er fühlt sich ständig beobachtet. Er fühlt sich von Kameras, die damals lauter als heute waren, und dem Publikum in seiner Konzentration gestört und er setzte bei den Turnieren seine Wünsche nach Ruhe und einer entsprechenden Gestaltung der Räume gnadenlos durch.

Gleichzeitig wird das Spiel und die 1972er Schach-Weltmeister zu einem Duell der Systeme hochgejazzt. So als könnte der Kalte Krieg am Schachbrett besiegt werden (Sylvester Stallone tat es einige Jahre später in „Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts“ im Boxring). Damals war Fischer gut genug, um die jahrzehntelange Dominanz der Sowjetunion im Schach brechen zu können. Außerdem waren, nach einem erzürnten Artikel von Fischer, die Regeln, die von der Sowjetunion zu ihrem Vorteil ausgelegt wurden, geändert worden. Jetzt hatte Fischer eine Chance, den Titel zu gewinnen.

Edward Zwick inszenierte diese Geschichte als Schauspielerkino, das sich auf das Drehbuch und sein Ensemble verlässt. „Spider Man“ Tobey Maguire überzeugt als zunehmend paranoides Schachgenie Bobby Fischer. Liev Schreiber als von der Sowjetunion geförderter Schachspieler Boris Spassky, der am Schachbrett die Überlegenheit des Kommunismus demonstrieren soll, ist ein ebenbürtiger Gegner, der fast während des gesamten Film nichts sagt. Gerade dadurch wirkt er noch bedrohlicher.

Am Ende der faszinierenden Charakterstudie hat man zwar nichts gelernt, was einem beim nächsten Schachspiel hilft (soweit man überhaupt die Bedeutung der Schachfiguren kennt), aber man hat einen ebenso spannenden, wie lehrreichen Ausflug in die Vergangenheit gemacht, als jeder wusste, wer die Guten und wer die Bösen sind.

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Bauernopfer – Spiel der Könige (Pawn Sacrifice, USA 2014)

Regie: Edward Zwick

Drehbuch: Steven Knight

mit Tobey Maguire, Liev Schreiber, Peter Sarsgaard, Michael Stuhlbarg, Edward Zinoviev, Alexandre Gorchkov, Lily Rabe, Robin Weigert, Seamus Davey-Fitzpatrick, Aiden Lovekamp, Sophie Nelisse

Länge: 115 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Bauernopfer“

Metacritic über „Bauernopfer“

Rotten Tomatoes über „Bauernopfer“

Wikipedia über „Bauernopfer“ (englisch)

History vs. Hollywood über „Bauernopfer“ (der Faktencheck)


Die ersten 73 Minuten der 93-minütigen Doku „Zug um Zug in den Wahnsinn“ (The World against Bobby Fischer, 2011) von Liz Garbus über Bobby Fischer


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