TV-Tipp für den 11. April: Die fetten Jahre sind vorbei

April 10, 2018

3sat, 22.35

Die fetten Jahre sind vorbei (Deutschland 2004)

Regie: Hans Weingartner

Drehbuch: Katharina Held, Hans Weingartner

Mit eher spaßigen Einbrüchen leben zwei Freunde in Berlin ihre Version der Revolution gegen das System aus. Dann gibt es „Jules und Jim“-Liebesprobleme und bei einem ihrer Einbrüche begegnen sie dem Hausherr, den sie spontan in die Berge entführen. Dort müssen sie feststellen, dass der böse Kapitalist ein Alt-68er ist.

Mehr sympathisch als revolutionär, aber: „Interessante Denkanstöße liefert der sehenswerte Film allemal.“ (Martin Schwarz, Zitty 25/2004)

Mit knapp 900.000 Kinobesuchern war Hans Weingartners Film damals ein für Diskussionen sorgender Kinohit. Auch wenn 2004 Werke wie „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“, „Sieben Zwerge – Männer allein im Wald“, „Der Untergang“ und „Der Wixxer“ deutlich mehr Besucher hatten.

3sat zeigt die etwas kürzere TV-Fassung in der die Schlusssequenz fehlt. Die Kinofassung endet offener.

mit Daniel Brühl, Julia Jentsch, Stipe Erceg, Burghart Klaußner, Claudio Caiolo, Bernhard Bettermann

Hinweise

Filmportal über „Die fetten Jahre sind vorbei“

Moviepilot über „Die fetten Jahre sind vorbei“

Rotten Tomatoes über „Die fetten Jahre sind vorbei“

Wikipedia über „Die fetten Jahre sind vorbei“ (deutsch, englisch)

Schnittberichte vergleicht die Fassungen

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TV-Tipp für den 30. November: Unknown Identity

November 30, 2017

Vox, 22.50

Unknown Identity (Japan/Kanada/USA/Deutschland 2010, Regie: Jaume Collet-Serra)

Drehbuch: Oliver Butcher, Stephen Cornwell

LV: Didier van Cauwelaert: Hors de moi, 2003 (Unknown Identity)

Berlin: Auf einer Vortragsreise hat der US-Wissenschaftler Martin Harris einen Autounfall. Als er danach mit seiner Frau reden will, behauptet sie, dass sie ihn nicht kennt und irgendwelche Dunkelmänner wollen ihn umbringen. Harris will die Wahrheit herausfinden.

Für die Verfilmung wurde die Handlung von Didier van Cauwelaerts spannendem Pulp-Thriller, dank der hiesigen Filmförderung, von Paris nach Berlin verlegt; die Prämisse, einige Charaktere und die Erklärung für Martin Harris’ Amnesie wurden übernommen. Allerdings ist das Ende im Film wesentlich explosiver und der gesamte Film mit zahlreichen Morden, Schlägereien und Verfolgungsjagden zu Fuß und im Auto viel actionlastiger. Das ist zwar nicht besonders logisch und glaubwürdig (eigentlich sogar noch unglaubwürdiger als der Roman), aber ziemlich unterhaltsam. Und die Berlin-Bilder, inclusive einem Zusammenstoß mit einer Tram und einer Explosion im Hotel Adlon, erfreuen natürlich das lokalpatriotische Herz.

mit Liam Neeson, Diane Kruger, January Jones, Aidan Quinn, Bruno Ganz, Sebastian Koch, Frank Langella, Stipe Erceg

Wiederholung: Freitag, 1. Dezember, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Unknown Identity“

Rotten Tomatoes über “Unknown Identity”

Wikipedia über “Unknown Identity” (deutsch, englisch)

Homepage von Didier van Cauwelaert

Meine Besprechung von Didier van Cauwelaerts Roman “Unknown Identity”

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Non-Stop“ (Non-Stop, USA 2013; ebenfalls mit Liam Neeson)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Run all Night“ (Run all Night, USA 2015; dito)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ (The Shallows, USA 2016)

Am 11. Januar startet die nächste Zusammenarbeit von Jaume Collet-Serra und Liam Neeson, auf die ich mich schon sehr freue: The Commuter


TV-Tipp für den 27. August: Der Baader Meinhof Komplex

August 27, 2017

ARD, 23.30

Der Baader Meinhof Komplex (Deutschland 2008, Regie: Uli Edel)

Drehbuch: Bernd Eichinger

LV: Stefan Aust: Der Baader Meinhof Komplex, 1985 (danach mehrere überarbeitete Neuausgaben)

Buch zum Film: Katja Eichinger: Der Baader Meinhof Komplex – Das Buch zum Film, 2008

Von der Länge her epische, vom Tempo her hektische Verfilmung der Geschichte der RAF von ihren Anfängen bis zu ihrem Ende. Da stimmt die Ausstattung, aber für die Vertiefung der einzelnen Charaktere bleibt wenig Zeit.

Mit Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Johanna Wokalek, Bruno Ganz, Simon Licht, Jan Josef Liefers, Alexandra Maria Lara, Heino Ferch, Nadja Uhl, Hannah Herzsprung, Niels-Bruno Schmidt, Stipe Erceg, Daniel Lommatzsch, Volker Bruch, Bernd Stegemann, Tom Schilling, Katharina Wackernagel, Anna Thalbach, Jasmin Tabatabai, Hans Werner Meyer

Wiederholungen

3sat, Montag, 28. August, 22.25 Uhr

3sat, Mittwoch, 30. August, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Filmportal über „Der Baader Meinhof Komplex“

Film-Zeit über „Der Baader Meinhof Komplex“

Wikipedia über „Der Baader Meinhof Komplex“ (deutsch, englisch)

Hollywood Interview: mit Uli Edel üer den Film


Neu im Kino/Filmkritik: „Volt“ – ein Polizist in gewissen Nöten

Februar 5, 2017

In naher Zukunft, mehr oder weniger irgendwo in Deutschland: Flüchtlinge vegetieren in einer abgezäunten Transitzone vor sich hin. In leerstehenden Häusern und ohne staatliche Gewalt. Die führt in unregelmäßigen Abständen Razzien durch. Bei einer solchen gewalttätigen Durchsuchung verfolgt der Polizist Volt (natürlich ist der Name Programm) einen Flüchtling und tötet ihn in einem Kampf. Volt vertuscht den Mord. Seine Kollegen von der Eingreifgruppe helfen ihm unwissentlich dabei und damit könnte die Sache vergessen sein, wenn der Tote nicht die Initialzündung für Proteste wäre und wenn nicht Volt, der Einzelgänger ohne Gewissensbisse, plötzlich Gewissensbisse hätte.

Er schleicht sich in die Transitzone und lernt eine Frau kennen, in die er sich auch verliebt. LaBlanche ist außerdem die Schwester des Toten.

Volt“ ist ein zwiespältiger Film. Nicht weil er eine Dystopie zeigt, die wir schon öfter gesehen haben, sondern weil es dem Drehbuch nicht gelingt, eine spannende Geschichte zu erzählen. Der Grundplot ist ja vertraut und, wie bei einem Western (oder einem Liebesfilm), geht es darum, wie der Protagonist an sein Ziel gelangt und warum das Ziel für ihn wichtig ist. Natürlich mit dreidimensionalen Charakteren und guten Dialogen. „Volt“ liefert da allerdings nur die Chiffren aus dem Handbuch des Harten Mannes, abgeschmeckt mit einem rüpelhaftem Einsatzkommando, das sich in pubertären Testosteron-Spielchen gefällt, und etwas politischem Überbau der beliebigen Sorte. Obwohl einzelne Punkte an die Realität anknüpfen – die Flüchtlingskrise und ihr Umgang mit ihr (siehe das Flüchtlingslager in Calais), der Korpsgeist in Sondereinheiten, der Umgang mit internen Ermittlungen, die politischen Ränkespiele (die hier aber nur ein Newsflash sind) – wirkt die in „Volt“ gezeichnete Zukunft wie ein Recycling eines minderwertigen, irgendwo in der Provinz gedrehten Post-“Blade Runner“-Films, in dem nie eine kohärente und in sich glaubwürdige Zukunftsvision entwickelt wird.

Da wirken die achtzig Minuten dann arg lang.

Die Bilder der Dystopie sind einer der Pluspunkte des Films. Tarek Ehlail drehte an Nicht-Orten, die er mit minimalen Mitteln, Nachtaufnahmen, Farbfiltern, Gegenlicht und allem, was im Handbuch für eine Dystopie oder ein stylisches Rock-Video (Ehlail drehte Musikvideos für Slime, Bushido, NYZE und D-Bo) steht, zu einer ungemütlichen, betont rohen Vision Deutschlands machte. Die Musik von Alec Empire hilft dabei.

Ebenso die Besetzung. Neben bekannten Gesichtern wie Benno Fürmann, der Volt spielt (ihm aber wegen des klischeehaften Drehbuchs keine Tiefe verleihen kann), gibt es etliche Neuentdeckungen, wie die Songwriterin Ayo, die LaBlanche spielt.

Am Ende von „Volt“ bleibt die Erkenntnis, dass Tarek Ehlail mit einem guten Drehbuch einen wirklich überzeugenden Film drehen könnte. „Volt“ ist, so gesehen, eine Talentprobe, eine Visitenkarte.

volt-plakat

Volt (Deutschland/Frankreich 2016)

Regie: Tarek Ehlail

Drehbuch: Tarek Ehlail

mit Benno Fürmann, Sascha Alexander Gersak, Ayo, Denis Moschitto, Anna Bederke, Kida Khodr Ramadan, Stipe Erceg, Tony Harrisson Mpoudja, Surho Sugaipov, André M. Hennicke

Länge: 81 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Volt“

Moviepilot über „Volt“

Wikipedia über Tarek Ehlail

Die Welt: Interview mit Tarek Ehlail


TV-Tipp für den 7. September: Der Baader Meinhof Komplex

September 6, 2016

RBB, 22.45

Der Baader Meinhof Komplex (Deutschland 2008, Regie: Uli Edel)

Drehbuch: Bernd Eichinger

LV: Stefan Aust: Der Baader Meinhof Komplex, 1985 (danach mehrere überarbeitete Neuausgaben)

Buch zum Film: Katja Eichinger: Der Baader Meinhof Komplex – Das Buch zum Film, 2008

Von der Länge her epische, vom Tempo her hektische Verfilmung der Geschichte der RAF von ihren Anfängen bis zu ihrem Ende. Da stimmt die Ausstattung, aber für die Vertiefung der einzelnen Charaktere bleibt wenig Zeit.

Mit Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Johanna Wokalek, Bruno Ganz, Simon Licht, Jan Josef Liefers, Alexandra Maria Lara, Heino Ferch, Nadja Uhl, Hannah Herzsprung, Niels-Bruno Schmidt, Stipe Erceg, Daniel Lommatzsch, Volker Bruch, Bernd Stegemann, Tom Schilling, Katharina Wackernagel, Anna Thalbach, Jasmin Tabatabai, Hans Werner Meyer

Hinweise

Filmportal über „Der Baader Meinhof Komplex“

Film-Zeit über „Der Baader Meinhof Komplex“

Wikipedia über „Der Baader Meinhof Komplex“ (deutsch, englisch)

Hollywood Interview: mit Uli Edel üer den Film

 


TV-Tipp für den 7. April: Unkown Identity

April 7, 2016

Vox, 20.15

Unknown Identity (Japan/Kanada/USA/Deutschland 2010, Regie: Jaume Collet-Serra)

Drehbuch: Oliver Butcher, Stephen Cornwell

LV: Didier van Cauwelaert: Hors de moi, 2003 (Unknown Identity)

Berlin: Auf einer Vortragsreise hat der US-Wissenschaftler Martin Harris einen Autounfall. Als er danach mit seiner Frau reden will, behauptet sie, dass sie ihn nicht kennt und irgendwelche Dunkelmänner wollen ihn umbringen. Harris will die Wahrheit herausfinden.

Für die Verfilmung wurde die Handlung von Didier van Cauwelaerts spannendem Pulp-Thriller, dank der hiesigen Filmförderung, von Paris nach Berlin verlegt; die Prämisse, einige Charaktere und die Erklärung für Martin Harris’ Amnesie wurden übernommen. Allerdings ist das Ende im Film wesentlich explosiver und der gesamte Film mit zahlreichen Morden, Schlägereien und Verfolgungsjagden zu Fuß und im Auto viel actionlastiger. Das ist zwar nicht besonders logisch und glaubwürdig (eigentlich sogar noch unglaubwürdiger als der Roman), aber ziemlich unterhaltsam. Und die Berlin-Bilder, inclusive einem Zusammenstoß mit einer Tram und einer Explosion im Hotel Adlon, erfreuen natürlich das lokalpatriotische Herz.

mit Liam Neeson, Diane Kruger, January Jones, Aidan Quinn, Bruno Ganz, Sebastian Koch, Frank Langella, Stipe Erceg

Wiederholung: Freitag, 8. April, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Unknown Identity“

Rotten Tomatoes über “Unknown Identity”

Wikipedia über “Unknown Identity” (deutsch, englisch)

Homepage von Didier van Cauwelaert

Meine Besprechung von Didier van Cauwelaerts Roman “Unknown Identity”

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras “Non-Stop” (Non-Stop, USA 2013; ebenfalls mit Liam Neeson)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Run all Night“ (Run all Night, USA 2015; und noch einmal mit Liam Neeson)


TV-Tipp für den 27. April: Unknown Identity

April 26, 2014

RTL, 20.15/23.15

Unknown Identity (Japan/Kanada/USA/Deutschland 2010, Regie: Jaume Collet-Serra)

Drehbuch: Oliver Butcher, Stephen Cornwell

LV: Didier van Cauwelaert: Hors de moi, 2003 (Unknown Identity)

Berlin: Auf einer Vortragsreise hat der US-Wissenschaftler Martin Harris einen Autounfall. Als er danach mit seiner Frau reden will, behauptet sie, dass sie ihn nicht kennt und irgendwelche Dunkelmänner wollen ihn umbringen. Harris will die Wahrheit herausfinden.

Für die Verfilmung wurde die Handlung von Didier van Cauwelaerts spannendem Pulp-Thriller, dank der hiesigen Filmförderung, von Paris nach Berlin verlegt; die Prämisse, einige Charaktere und die Erklärung für Martin Harris’ Amnesie wurden übernommen. Allerdings ist das Ende im Film wesentlich explosiver und der gesamte Film mit zahlreichen Morden, Schlägereien und Verfolgungsjagden zu Fuß und im Auto viel actionlastiger. Das ist zwar nicht besonders logisch und glaubwürdig (eigentlich sogar noch unglaubwürdiger als der Roman), aber ziemlich unterhaltsam. Und die Berlin-Bilder, inclusive einem Zusammenstoß mit einer Tram und einer Explosion im Hotel Adlon, erfreuen natürlich das lokalpatriotische Herz.

mit Liam Neeson, Diane Kruger, January Jones, Aidan Quinn, Bruno Ganz, Sebastian Koch, Frank Langella, Stipe Erceg

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Unknown Identity“

Rotten Tomatoes über “Unknown Identity”

Wikipedia über “Unknown Identity” (deutsch, englisch)

Homepage von Didier van Cauwelaert

Meine Besprechung von Didier van Cauwelaerts Roman “Unknown Identity”

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Non-Stop“ (Non-Stop, USA 2013; ebenfalls mit Liam Neeson)


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