TV-Tipp für den 28. August: Mars Attacks!

August 28, 2016

Arte, 20.15

Mars Attacks (USA 1996, Regie: Tim Burton)

Drehbuch: Jonathan Gems, Tim Burton (ungenannt)

LV: Topps Company: 55-teilige Sammelkartenserie aus den Sechzigern (Neuauflage 1994)

Außerirdische besuchen die Erde. Der Präsident und einige Wissenschaftler glauben an ein friedliches Zusammenleben der Welten, aber die Marsmenschen wollen einfach nur alles kaputtmachen.

Schön schräge, respektlose Satire und Liebeserklärung an die S-F-Filme der Fünfziger. Burtons Werk wurde damals als Gegenentwurf zu dem patriotisch-ironiefreien Roland Emmerich-Werk „Independence Day“ gesehen. Einmal dürfen sie raten, welcher Film der bessere ist. Und einmal, welcher Film das bessere Einspielergebnis hat.

„Eine der kompromisslosesten Demontagen des Hollywood-Kinos.

Zuerst wären da die Schauspieler zu nennen, eine Crew voller Berühmtheiten, denen nacheinander Schreckliches passiert: Sie alle scheiden in kürzester Zeit dahin, sterben einen wenig ruhmreichen Tod. (…) Mars Attacks! Karikiert nicht nur die patriotische, militaristische Variante des Invasionsfilms, sondern auch die ‚liberale’ Spielart, die den Außerirdischen mit pazifistisch und neuerdings esoterisch motiviertem Wohlwollen begegnet.“ (Helmuth Merschmann: Tim Burton)

Mit Jack Nicholson, Glenn Close, Annette Bening, Pierce Brosnan, Danny DeVito, Martin Short, Sarah Jessica Parker, Michael J. Fox, Rod Steiger, Tom Jones (als er selbst), Lukas Haas, Natalie Portman, Jim Brown, Sylvia Sidney, Pam Grier, Joe Don Baker, Christina Applegate, Jerzy Skolimonkski (Regisseur, als Dr. Zeigler), Barbet Schroeder (Regisseur, als französischer Präsident),

Wiederholung: Dienstag, 30. August, 15.30 Uhr

Hinweise

Die Vorlage für den Film: die Sammelkarten der Topps Company 

Rotten Tomatoes über „Mars Attacks“

Wikipedia über „Mars Attacks“ (deutsch, englisch)

Senses of Cinema-Artikel von Ben Andac über Tim Burton (2003)

Meine Besprechung von Tim Burtons “Frankenweenie” (Frankenweenie, USA 2012, nach einem Drehbuch von John August)

Meine Besprechung von Tim Burtons „Big Eyes“ (Big Eyes, USA 2014)

Tim Burton in der Kriminalakte

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TV-Tipp für den 9. Dezember: Mars Attacks!

Dezember 9, 2015

Kabel 1, 20.15

Mars Attacks (USA 1996, Regie: Tim Burton)

Drehbuch: Jonathan Gems, Tim Burton (ungenannt)

LV: Topps Company: 55-teilige Sammelkartenserie aus den Sechzigern (Neuauflage 1994)

Außerirdische besuchen die Erde. Der Präsident und einige Wissenschaftler glauben an ein friedliches Zusammenleben der Welten, aber die Marsmenschen wollen einfach nur alles kaputtmachen.

Schön schräge, respektlose Satire und Liebeserklärung an die S-F-Filme der Fünfziger. Burtons Werk wurde damals als Gegenentwurf zu dem patriotisch-ironiefreien Roland Emmerich-Werk „Independence Day“ gesehen. Einmal dürfen sie raten, welcher Film der bessere ist. Und einmal, welcher Film das bessere Einspielergebnis hat.

„Eine der kompromisslosesten Demontagen des Hollywood-Kinos.

Zuerst wären da die Schauspieler zu nennen, eine Crew voller Berühmtheiten, denen nacheinander Schreckliches passiert: Sie alle scheiden in kürzester Zeit dahin, sterben einen wenig ruhmreichen Tod. (…) Mars Attacks! Karikiert nicht nur die patriotische, militaristische Variante des Invasionsfilms, sondern auch die ‚liberale’ Spielart, die den Außerirdischen mit pazifistisch und neuerdings esoterisch motiviertem Wohlwollen begegnet.“ (Helmuth Merschmann: Tim Burton)

Mit Jack Nicholson, Glenn Close, Annette Bening, Pierce Brosnan, Danny DeVito, Martin Short, Sarah Jessica Parker, Michael J. Fox, Rod Steiger, Tom Jones (als er selbst), Lukas Haas, Natalie Portman, Jim Brown, Sylvia Sidney, Pam Grier, Joe Don Baker, Christina Applegate, Jerzy Skolimonkski (Regisseur, als Dr. Zeigler), Barbet Schroeder (Regisseur, als französischer Präsident),

Wiederholung: Donnerstag, 10. Dezember, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Die Vorlage für den Film: die Sammelkarten der Topps Company 

Rotten Tomatoes über „Mars Attacks“

Wikipedia über „Mars Attacks“ (deutsch, englisch)

Senses of Cinema-Artikel von Ben Andac über Tim Burton (2003)

Meine Besprechung von Tim Burtons “Frankenweenie” (Frankenweenie, USA 2012, nach einem Drehbuch von John August)

Meine Besprechung von Tim Burtons „Big Eyes“ (Big Eyes, USA 2014)

Tim Burton in der Kriminalakte


DVD-Kritik: „…die keine Gnade kennen“ erzählt eine wahre Geschichte

April 15, 2013

Als während der siebziger Jahre reihenweise Flugzeuge entführt wurden, war auch Hollywood nicht weit, um mehr oder weniger dokumentarische Filme über die Entführungen zu machen. Auch „…die keine Gnade kennen“ basiert auf einer wahren Entführung: Am 27. Juni 1976 entführte die Volksfront zur Befreiung Palästinas, angeführt von Wilfried Böse, eine „Air France“-Maschine mit überwiegend israelischen Passagieren nach Uganda. Dort wurden die Passagiere, während der Diktator Idi Amin sich im Rampenlicht der Scheinwerfer sonnte, sukzessive freigelassen bis nur noch die jüdischen Passagiere, die vorher von den Entführern von den anderen Passagieren getrennt wurden, übrig blieben. In der Nacht vom 3. zum 4. Juli 1976 wurden sie von einem israelischen Kommando befreit.

Kurz danach entstanden gleich drei Filme, die sich mit der Befreiungsaktion befassten: der Schnellschuss „Unternehmen Entebbe“ (Victory at Entebbe, USA 1976, Regie: Marvin J. Chomsky, mit Anthony Hopkins, Burt Lancaster, Elizabeth Taylor, Richard Dreyfuss und Kirk Douglas), der mit Unterstützung der israelischen Regierung und des Militärs gedrehten „ Operation Thunderbolt“ (Mivtsa Yonatan, Israel 1977, Regie: Menahan Golan, mit Klaus Kinski und Sybill Danning; Golan drehte 1986 mit dem Chuck-Norris-Action-Vehikel „The Delta Force“ ein Quasi-Remake) und „Raid on Entebbe“, einem am 9. Januar 1977 erstmals gezeigten TV-Film, der in einer auf 124 Minuten gekürzten Fassung am 29. April 1977 bei uns als „…die keine Gnade kennen“ im Kino anlief, in den USA den Golden Globe als bester TV-Film des Jahres und zwei Emmys erhielt und für acht weitere Emmys nominiert war und mit einer ziemlich beeindruckenden Besetzung aus damaligen Stars, Altstars und, nun, aus heutiger Sicht, künftigen Stars aufwarten kann. Peter Finch (in seiner letzten Filmrolle), Martin Balsam, Yaphet Kotto (grandios als Idi Amin), Charles Bronson, Horst Buchholz, John Saxon, Jack Warden, Sylvia Sidney, Robert Loggia. Eddie Constantine und James Woods.

Der Film selbst folgt den historischen Ereignissen, wobei in der ersten Hälfte die Passagiere und ihr Leid, in der zweiten Hälfte die Befreiung im Mittelpunkt stehen und immer wieder Yitzhak Rabin (Peter Finch), sein Gewissenskonflikt und die Diskussionen am Kabinettstisch gezeigt werden; – wobei diese Diskussionen eher Schreiereien sind, die sich in einem länglichen pro und contra des Verhandelns mit Terroristen und ob eine solche Militäraktion am Sabbat durchgeführt werden dürfe, ergehen.

Das ist dann aus heutiger Sicht als historisches Dokument interessant, recht flott erzählt und verschenkt die hochkarätige Besetzung ziemlich. Denn wir erfahren nichts über die Terroristen, wenig über die Passagiere und kaum etwas über die politischen Hintergründe der Täter und den Verhandlungen Israels mit Uganda. Im Gegensatz zur GSG-9-Befreiungsaktion der Lufthansa-Maschine „Landshut“ 1977 in Mogadischu, bei der die somalische Regierung der Befreiungsaktion zustimmte, war die Befreiungsaktion in Entebbe eine militärische Aktion, die sich nicht um das Völkerrecht scherte (wobei gesagt werden muss, dass Diktator Idi Amin die Terroristen unterstützte) und die israelischen Soldaten auch, je nach Quelle, zwischen 25 und 45 ugandische Soldaten erschossen.

Diese Frage wird ignoriert zugunsten einer direkt von den Schlagzeilen und Interviews mit Beteiligten übernommenen Geschichte, die sich auf die menschlichen Probleme konzentriert.  

…die keine Gnade kennen“, kompetent inszeniert von Irvin Kershner (Die Augen der Laura Mars, Das Imperium schlägt zurück, Sag niemals nie), ist ein gutes Dokudrama, das sich auf die Entführung und die Befreiung konzentriert und alle weiteren Hintergründe, die damals bekannt waren, ausblendet. Aber gerade diese Unmittelbarkeit macht auch, aus heutiger Sicht, den Reiz des Films, der in Deutschland jetzt erstmals in der ungekürzten Fassung veröffentlicht wurde, aus.

Die keine Gnade kennen - DVD-Cover

…die keine Gnade kennen (Raid on Entebbe, USA 1977)

Regie: Irvin Kershner

Drehbuch: Barry Beckerman

mit Peter Finch, Martin Balsam, Yaphet Kotto, Charles Bronson, Horst Buchholz, John Saxon, Jack Warden, Sylvia Sidney, Robert Loggia. Eddie Constantine, James Woods

DVD

Ascot-Elite

Bild: 1,33:1 (4:3)

Ton: Deutsch (DTS 2.0 Mono/Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Wendecover

Länge: 139 Minuten (Langfassung, teilweise im Originalton mit deutschen Untertiteln)

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „…die keine Gnade kennen“

AllMovie über „…die keine Gnade kennen“


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