TV-Tipp für den 7. Januar: The Cut

Januar 7, 2018

ARD, 00.05

The Cut (Deutschland/Frankreich 2014)

Regie: Fatih Akin

Drehbuch: Fatih Akin, Mardik Martin

Türkei, 1915: der armenische Schmied Nazaret sucht viele Jahre seine beiden Töchter, die den Völkermord der Türken an den Armeniern überlebtet haben sollen. Dafür reist er um die halbe Welt bis in die USA.

Gelungenes, episches Unterhaltungskino, das seine TV-Premiere zu einer wahrhaft unchristlichen Zeit erlebt.

Mehr in meiner epischen Besprechung.

mit Tahar Rahim, Simon Abkarian, Makram J. Khoury, Hindi Zahra, Kevork Malikyan, Bartu Kücükcaglayan, Trine Dyrholm, Moritz Bleibtreu, Akin Gazi, George Georgiou

Hinweise
Homepage zum Film
Film-Zeit über „The Cut“
Moviepilot über „The Cut“
Rotten Tomatoes über „The Cut“
Wikipedia über „The Cut“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Fatih Akins „Müll im Garten Eden“ (Deutschland 2012)

Meine Besprechung von Fatih Akins „The Cut“ (Deutschland/Frankreich 2014)

Meine Besprechung von Fatih Akins „Tschick“ (Deutschland 2016)

Meine Besprechung von Fatih Akins „Aus dem Nichts“ (Deutschland 2017)

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Neu im Kino/Filmkritik: Über Fatih Akins „The Cut“

Oktober 17, 2014

Wer sich Fatih Akins neuen Film „The Cut“ ansieht, weil er etwas über den Völkermord an dem Armeniern erfahren will, wird enttäuscht werden. Auch wer eine Neuauflage von „Gegen die Wand“ mit seinen hochschwappenden Emotionen erwartet, wird mit „The Cut“ wenig anfangen können. Denn „The Cut“ ist in erster Linie ein ruhig und mit überschaubarer emotionaler Wucht erzähltes Epos über die jahrelange Suche eines Vaters nach seinen beiden Töchtern, das vor gut hundert Jahren spielt. Es ist ein Fest für das Auge, das ein breites Publikum ansprechen soll. Auf der ganzen Welt. Deshalb wurde der Film auf Englisch gedreht, was auch die Suche nach den richtigen Darstellern erleichterte. Obwohl der von Tahar Rahim (Ein Prophet, Black Gold, Le Passé – Das Vergangene) gespielte Protagonist Nazaret Mannoogian, nach einem Mordversuch, die meiste Zeit stumm ist.
Der Film beginnt 1915 in Mesopotamien in Mardin, als der junge, nette Schmied Nazaret von seiner Familie getrennt wird. Die türkische Gendarmerie treibt alle armenischen Männer zusammen. Fortan müssen sie in der Wüste Frondienste leisten. Die meisten sterben. Nazaret überlebt. Allerdings hört er, dass alle Bewohner seiner Heimatstadt tot sind. Erst später erfährt er, dass seine beiden Töchter die Massaker doch überlebten. Er beginnt, sie zu suchen. Seine Reise, die den Hauptteil des Filmes ausmacht, führt ihn immer weiter nach Westen, bis er, via Havanna, in den USA, in North Dakota, ankommt, wo er – das dürfte jetzt wirklich niemand überraschen – nach einer fast zehnjährigen Suche seine Töchter findet.
Akin erzählt, basierend auf einem von ihm und Mardik Martin („Hexenkessel“, „New York, New York“, „Wie ein wilder Stier“) geschriebenem Drehbuch, eine private Geschichte vor einem historischen Hintergrund, der immer nur die austauschbare Kulisse für die Filmgeschichte bleibt. Akins Film ist eine episodische Reiseerzählung mit vielen gelungenen Episoden, Die verzweifelte Suche von Nazaret nach seinen Kindern erinnert an die manische Suche von Ethan Edwards (John Wayne) nach seiner Nichte in John Fords „Der schwarze Falke“. Auch optisch ist „The Cut“ vom Western inspiriert. Immerhin spielen große Teile des Films in der Wüste, in menschenleeren Landschaften, an und auf Eisenbahngleisen (in den USA ist Nazareth auch Gleisbauarbeiter und er hilft einer Indianerin) und die Cinemascope-Aufnahmen erinnern natürlich an die klassischen Westernbilder.
Es ist auch ein Film, der Akins direkte emotionale Betroffenheit vermissen lässt. „The Cut“ ist kein kleiner, persönlicher Film. Er will es auch in keiner Sekunde sein. Er will ein breites Publikum ansprechen und dafür bedient er sich gelungen der Erzähltopoi und Erzählmechanismen des klassischen Hollywood-Kinos, wie es zuletzt Philipp Stölz mit „Der Medicus“ tat.
„The Cut“ ist gelungenes Unterhaltungskino. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

The Cut - Plakat

The Cut (Deutschland/Frankreich 2014)
Regie: Fatih Akin
Drehbuch: Fatih Akin, Mardik Martin
mit Tahar Rahim, Simon Abkarian, Makram J. Khoury, Hindi Zahra, Kevork Malikyan, Bartu Kücükcaglayan, Trine Dyrholm, Moritz Bleibtreu, Akin Gazi, George Georgiou
Länge: 139 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Homepage zum Film
Film-Zeit über „The Cut“
Moviepilot über „The Cut“
Rotten Tomatoes über „The Cut“
Wikipedia über „The Cut“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Fatih Akins „Müll im Garten Eden“ (Deutschland 2012)


TV-Tipp für den 7. August: Black Gold

August 6, 2014

ZDF, 23.15

Black Gold (Frankreich/Katar 2011, Regie: Jean-Jacques Annaud)

Drehbuch: Menno Meyjes, Jean-Jacques Annaud (Adaption), Alain Godard (Adaption)

LV: Hans Ruesch: The Great Thirst, 1957 (anscheinend auch als “South of the heart” und “The Arab” veröffentlicht. Deutscher Titel “Der schwarze Durst”)

Damals, vor über achtzig Jahren, stritten sich zwei Beduinenführer über ein Stück Land, auf dem das schwarze Gold Öl gefunden wurde. Der eine will, dass alles so bleibt, wie früher. Der andere will Geld verdienen. Und dann gibt es da noch den jungen, belesenen Prinz Auda, Sohn von einem der Beduinenführer, der versucht, den Streit für sich zu entscheiden.

Episches und episch einfaches, aber prominent besetztes, farbenprächtiges Wüstendrama von Jean-Jacques Annaus (Der Name der Rose, Sieben Jahre im Tibet), der schon deutlich bessere Filme drehte. Hier verklärt er die Vergangenheit der Ölscheichs und liefert viel Orient-Kitsch ab.

mit Tahar Rahim, Freida Pinto, Antonio Banderas, Mark Strong, Riz Ahmed, Jamal Awar, Lotfi Dziri, Eriq Ebouaney, Mostafa Gaafar, Akin Gazi, Ziad Ghaoui , Corey Johnson, Liya Kebede

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Black Gold“

Rotten Tomatoes über „Black Gold“

Wikipedia über „Black Gold“

 

Meine Besprechung von Jean-Jacques Annauds „Black Gold“ (Black Gold, Frankreich/Katar 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: „Le Passé – Das Vergangene“ ist nicht vergangen

Januar 30, 2014

 

Ahmad (Ali Mosaffa) kehrt nach vier Jahren für einige Tage von Teheran nach Paris und zu Marie (Bérénice Bejo) zurück. Er will in einem Hotel übernachten und die Scheidungspapiere unterschreiben. Vielleicht will er auch noch einen Versuch starten, die Beziehung zu kitten. Aber dieser Plan – falls er ihn überhaupt jemals hatte – zerschlägt sich schnell. Marie bringt ihn im Kinderzimmer unter, was bei den Kindern für Verstimmung sorgt. Ihre älteste Tochter Lucie (Pauline Burlet) hat sich gerade, mitten in der Pubertät, mit ihrer Mutter und ihrem neuen Freund zerstritten. Und Marie hat, das erfährt Ahmad nebenbei, einen neuen Freund, der jetzt, aus Rücksicht auf die beiden noch Verheirateten, einige Tage in seiner Wohnung verbringt. Samir (Tahar Rahim) ist verheiratet, aber seine Frau liegt nach einem Suizidversuch im Koma. Sein Sohn lebt auch in Maries Haus.

Ahmad begreift, dass er mitten in eine extrem verkorkste Beziehungsgeschichte hineingeraten ist und er, gerade weil er unbeteiligt und ein guter Zuhörer ist, die Rolle des Therapeuten übernimmt.

Le Passé – Das Vergangene“ ist ein ruhiger, vielschichtiger, genau beobachtender Film über komplizierte Beziehungen und wie Menschen nicht miteinander über ihre Probleme reden können. Aber mit Ahmad haben sie einen Katalysator gefunden, der immerhin etwas Beziehungsmüll zur Seite schaufeln kann. Das allein ist schon so spannend, dass es den vernachlässigbaren und eher störenden Rätselplot um den Suizidversuch von Samirs Frau, der vielleicht ein Mordversuch war, nicht bedurft hätte.

Asghar Farhadi erhielt für seinen vorherigen Film „Nadar und Simin – Eine Trennung“ bei der 2011er Berlinale den Goldenen Bären für den besten Film. Er war auch ein Publikumserfolg. In Frankreich sahen ihn über eine Million Menschen im Kino.

In Cannes lief „Le Passé“ 2013 im Wettbewerb und Bérénice Bejo wurde dort als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Der Film erhielt den Preis der ökumenischen Jury und ist, unter anderem, für den Golden Globe als bester fremdsprachiger Film nominiert.

Le Passe - Plakat

Le Passé – Das Vergangene (Le Passé, Frankreich/Italien 2013)

Regie: Asghar Farhadi

Drehbuch: Asghar Farhadi, Massoumeh Lahidji (Drehbuchadaption)

mit Bérénice Bejo, Tahar Rahim, Ali Mosaffa, Pauline Burlet, Elyes Aguis, Jeanne Jestin

Länge: 125 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Le Passé – Das Vergangene“

Moviepilot über „Le Passé – Das Vergangene“

Metacritic über „Le Passé – Das Vergangene“

Rotten Tomatoes über „Le Passé – Das Vergangene“

Wikipedia über „Le Passé – Das Vergangene“ (deutsch, englisch, französisch)

 

 


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