DVD-Kritik: Robert Redford, „Ein Gauner & Gentleman“ macht jetzt Hausbesuche

September 16, 2019

Zum Kinostart von David Lowerys wunderschönem „Ein Gauner & Gentleman“ schrieb ich ziemlich begeistert:

Vor dem Kinostart sagte Robert Redford, dass „Ein Gauner & Gentleman“ sein letzter Film sein werde. Danach wolle der 82-jährige in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Inzwischen ist er sich anscheinend nicht mehr so sicher, ob David Lowerys warmherzige Gaunerkomödie „Ein Gauner & Gentleman“ wirklich sein letzter Film sein soll.

David Lowery, der Redford bereits in seinem Kinderfilm „Elliot, der Drache“ inszenierte, erzählt die Geschichte von Forrest Tucker, einem notorischen Bankräuber, der inzwischen ein alter, aber immer noch junggebliebener Gentleman ist. Er ist ein Berufsverbrecher, der immer wieder in Haft saß, ausbrach und jetzt weiter Banken überfällt. Sein jüngster Überfall, dieses Mal in Dallas, lief wieder einmal so höflich und gesittet ab, dass wir unwillkürlich an „Out of Sight“ Jack Foley (George Clooney) denken müssen. Wobei es historisch korrekt wahrscheinlich umgekehrt war. Denn Tucker, den es wirklich gab, begann seine Verbrecher- und Ausbrecherkarriere 1936 als Fünfzehnjähriger und Lowerys Film spielt 1981. Der von Elmore Leonard erfundene Foley betrat erst später zuerst die literarische und dann die filmische Bühne.

Forrest Tucker war ein vollendeter Gentleman, der seine Verbrechen ohne Gewalt verübte. Den Revolver, den er dabei hatte, zeigte er niemals. Aber diese Angewohnheit erklärt den Originaltitel des Films, der auf der gleichnamigen „The New Yorker“-Reportage von David Grann basiert. Trotzdem ist der deutsche Titel „Ein Gauner & Gentleman“ viel zutreffender.

Als Gentleman hält Tucker auf seiner Flucht vor der Polizei selbstverständlich an, um einer Frau, die Probleme mit ihrem Auto hat, zu helfen. Auch wenn er keine Ahnung von Autos hat. Er unterhält sich mit Jewel (Sissy Spacek). Er fährt sie nach Hause und das ist der Beginn einer wundervollen, erwachsenen Beziehung, in der sich zwei Menschen redend näherkommen.

Diese Liebesgeschichte könnte sein Abschied vom Verbrecherleben sein, wenn er nicht ein Berufsverbrecher wäre, der einfach gerne das tut, was er tut. Also raubt er weiter Banken aus mit seinen Verbrecherkumpels, der „Over-the-Hill-Gang“. Sie besteht aus Teddy (Danny Glover) und Waller (Tom Waits). Der Musiker, dessen letzte CD 2011 erschien, und Ab-und-zu-Schauspieler wurde dafür aus seinem filmischen Ruhestand gezerrt.

Verfolgt werden sie über Landesgrenzen hinweg von Detective John Hunt. Casey Affleck liefert eine weitere feine, minimalistische Charakterstudie. Dieses Mal ist er unter dem Porno-Schnauzbart Tom-Selleck-Schnauzbart (Hunt ist ja ein ehrlicher Polizist) kaum erkennbar. In Lowerys vorherigem Film „A Ghost Story“ war er als stummer Geist mit einem Bettlaken über dem Kopf noch weniger erkennbar.

Diese Erzählstränge verknüpft David Lowery zu einer wunderschön entspannten Schnurre, einer Verbrecherballade, die einem auch am Lagerfeuer erzählt werden könnte. Denn früher, in diesem Fall 1981, ging alles langsamer. Nachrichten verbreiteten sich über Tage und Wochen von der einen Küste des Landes zur anderen. Falls überhaupt. Computer waren keine Alltagsgegenstände, sondern schrankgroße Geräte, die in Science-Fiction-Filmen riesige Hallen füllten. Ein Ermittler musste damals, nachdem er auf die abstruse Idee gekommen war, dass verschiedene Überfälle in verschiedenen Bundesstaaten miteinander zusammenhängen könnten, mühsam die Informationen über die Überfälle zusammentragen, immer wieder Ländergrenzen überschreiten, mit unterschiedlichen Gesetzgebungen kämpfen und in Archiven wühlen. Denn schon auf den ersten Blick klingt die Idee, dass ein Haufen alter Männer professionell Banken überfällt, ziemlich fantastisch.

Währenddessen hat Forrest Tucker viel Zeit, um mit seinen Kollegen weitere Überfälle zu planen und, vor allem, mit Jewel den Sonnenuntergang zu genießen.

Und wir können Robert Redford und Sissy Spacek dabei beobachten.

Es gibt wirklich schlechtere Möglichkeiten, seine Zeit zu verbringen.

Wenn Robert Redford jetzt wirklich keinen weiteren Film mehr dreht, ist „Ein Gauner & Gentleman“ eine rundum gelungene, angenehm nostalgische Abschiedsvorstellung, die noch einmal, mühelos und ohne erkennbare Anstrengung, die Karriere von Robert Reedford Revue passieren lässt.

Aber wie beginnt noch einmal Davd Granns Artikel über den sympathischen Bankräuber? „Forrest Tucker had a long career robbing banks, and he wasn’t willing to retire.“

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Ein Gauner & Gentleman“ ist jetzt doch nicht Robert Redfords letzter Film geworden. Danach spielte er, zugegeben nur in einer kleinen Rolle, in „Avengers: Endgame“ mit. Das ändert aber nichts daran, dass David Lowerys Film vor allem eine wunderschöne, nostalgische, tiefenentspannte Abschiedsvorstellung ist, die noch einmal die gute alte Zeit feiert und die auch im heimischen Kino ausnehmend gut gefällt.

Das Bonusmaterial der DVD fällt dagegen mit einer halben Stunde Promo-Interviews mit Casey Affleck, Danny Glover, Robert Redford und Sissy Spacek eher enttäuschend aus. Die meiste Zeit ergehen sich die Interviewten in Lobhuddeleien. Robert Redford, der den Anstoß für den Film gab und auch einer der Produzenten ist, geht etwas ausführlicher auf die Hintergründe ein.

Ein Gauner & Gentleman (The old man & the gun, USA 2018)

Regie: David Lowery

Drehbuch: David Lowery

LV: David Grann: The Old Man and the Gun (Reportage, The New Yorker, 27. Januar 2003)

mit Robert Redford, Sissy Spacek, Casey Affleck, Danny Glover, Tom Waits, Tika Sumpter, Keith Carradine, Isiah Whitlock Jr., John David Washington

DVD

DCM

Bild: 2,40:1

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte

Bonusmaterial: Audiodeskription, Interviews mit Cast & Crew, Wendecover

Länge: 90 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Ein Gauner & Gentleman“

Metacritic über „Ein Gauner & Gentleman

Rotten Tomatoes über „Ein Gauner & Gentleman“

Wikipedia über „Ein Gauner & Gentleman“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Lowerys „Elliot, der Drache“ (Pete’s Dragon, USA 2016)

Meine Besprechung von David Lowerys „A Ghost Story“ (A Ghost Story, USA 2017)

Meine Besprechung von David Lowerys „Ein Gauner & Gentleman“ (The old man & the gun, USA 2018) (mit Q&A-Clips)


Neu im Kino/Filmkritik: Robert Redford, „Ein Gauner & Gentleman“

März 28, 2019

Vor dem Kinostart sagte Robert Redford, dass „Ein Gauner & Gentleman“ sein letzter Film sein werde. Danach wolle der 82-jährige in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Inzwischen ist er sich anscheinend nicht mehr so sicher, ob David Lowerys warmherzige Gaunerkomödie „Ein Gauner & Gentleman“ wirklich sein letzter Film sein soll.

David Lowery, der Redford bereits in seinem Kinderfilm „Elliot, der Drache“ inszenierte, erzählt die Geschichte von Forrest Tucker, einem notorischen Bankräuber, der inzwischen ein alter, aber immer noch junggebliebener Gentleman ist. Er ist ein Berufsverbrecher, der immer wieder in Haft saß, ausbrach und jetzt weiter Banken überfällt. Sein jüngster Überfall, dieses Mal in Dallas, lief wieder einmal so höflich und gesittet ab, dass wir unwillkürlich an „Out of Sight“ Jack Foley (George Clooney) denken müssen. Wobei es historisch korrekt wahrscheinlich umgekehrt war. Denn Tucker, den es wirklich gab, begann seine Verbrecher- und Ausbrecherkarriere 1936 als Fünfzehnjähriger und Lowerys Film spielt 1981. Der von Elmore Leonard erfundene Foley betrat erst später zuerst die literarische und dann die filmische Bühne.

Forrest Tucker war ein vollendeter Gentleman, der seine Verbrechen ohne Gewalt verübte. Den Revolver, den er dabei hatte, zeigte er niemals. Aber diese Angewohnheit erklärt den Originaltitel des Films, der auf der gleichnamigen „The New Yorker“-Reportage von David Grann basiert. Trotzdem ist der deutsche Titel „Ein Gauner & Gentleman“ viel zutreffender.

Als Gentleman hält Tucker auf seiner Flucht vor der Polizei selbstverständlich an, um einer Frau, die Probleme mit ihrem Auto hat, zu helfen. Auch wenn er keine Ahnung von Autos hat. Er unterhält sich mit Jewel (Sissy Spacek). Er fährt sie nach Hause und das ist der Beginn einer wundervollen, erwachsenen Beziehung, in der sich zwei Menschen redend näherkommen.

Diese Liebesgeschichte könnte sein Abschied vom Verbrecherleben sein, wenn er nicht ein Berufsverbrecher wäre, der einfach gerne das tut, was er tut. Also raubt er weiter Banken aus mit seinen Verbrecherkumpels, der „Over-the-Hill-Gang“. Sie besteht aus Teddy (Danny Glover) und Waller (Tom Waits). Der Musiker, dessen letzte CD 2011 erschien, und Ab-und-zu-Schauspieler wurde dafür aus seinem filmischen Ruhestand gezerrt.

Verfolgt werden sie über Landesgrenzen hinweg von Detective John Hunt. Casey Affleck liefert eine weitere feine, minimalistische Charakterstudie. Dieses Mal ist er unter dem Porno-Schnauzbart Tom-Selleck-Schnauzbart (Hunt ist ja ein ehrlicher Polizist) kaum erkennbar. In Lowerys vorherigem Film „A Ghost Story“ war er als stummer Geist mit einem Bettlaken über dem Kopf noch weniger erkennbar.

Diese Erzählstränge verknüpft David Lowery zu einer wunderschön entspannten Schnurre, einer Verbrecherballade, die einem auch am Lagerfeuer erzählt werden könnte. Denn früher, in diesem Fall 1981, ging alles langsamer. Nachrichten verbreiteten sich über Tage und Wochen von der einen Küste des Landes zur anderen. Falls überhaupt. Computer waren keine Alltagsgegenstände, sondern schrankgroße Geräte, die in Science-Fiction-Filmen riesige Hallen füllten. Ein Ermittler musste damals, nachdem er auf die abstruse Idee gekommen war, dass verschiedene Überfälle in verschiedenen Bundesstaaten miteinander zusammenhängen könnten, mühsam die Informationen über die Überfälle zusammentragen, immer wieder Ländergrenzen überschreiten, mit unterschiedlichen Gesetzgebungen kämpfen und in Archiven wühlen. Denn schon auf den ersten Blick klingt die Idee, dass ein Haufen alter Männer professionell Banken überfällt, ziemlich fantastisch.

Währenddessen hat Forrest Tucker viel Zeit, um mit seinen Kollegen weitere Überfälle zu planen und, vor allem, mit Jewel den Sonnenuntergang zu genießen.

Und wir können Robert Redford und Sissy Spacek dabei beobachten.

Es gibt wirklich schlechtere Möglichkeiten, seine Zeit zu verbringen.

Wenn Robert Redford jetzt wirklich keinen weiteren Film mehr dreht, ist „Ein Gauner & Gentleman“ eine rundum gelungene, angenehm nostalgische Abschiedsvorstellung, die noch einmal, mühelos und ohne erkennbare Anstrengung, die Karriere von Robert Reedford Revue passieren lässt.

Aber wie beginnt noch einmal Davd Granns Artikel über den sympathischen Bankräuber? „Forrest Tucker had a long career robbing banks, and he wasn’t willing to retire.“

Ein Gauner & Gentleman (The old man & the gun, USA 2018)

Regie: David Lowery

Drehbuch: David Lowery

LV: David Grann: The Old Man and the Gun (Reportage, The New Yorker, 27. Januar 2003)

mit Robert Redford, Sissy Spacek, Casey Affleck, Danny Glover, Tom Waits, Tika Sumpter, Keith Carradine, Isiah Whitlock Jr., John David Washington

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Ein Gauner & Gentleman“

Metacritic über „Ein Gauner & Gentleman

Rotten Tomatoes über „Ein Gauner & Gentleman“

Wikipedia über „Ein Gauner & Gentleman“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Lowerys „Elliot, der Drache“ (Pete’s Dragon, USA 2016)

Meine Besprechung von David Lowerys „A Ghost Story“ (A Ghost Story, USA 2017)

Ein Gespräch mit David Lowery, Robert Redford und Sissy Spacek über den Film

Das Gespräch nach der TIFF-Premiere mit, mehr oder weniger, dem gesamten Cast

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Get on Up“ für das mitreißende funky James-Brown-Biopic

Oktober 9, 2014

Bei Clint Eastwoods „The Four Seasons“-Biopic „Jersey Boys“ fragte ich mich, warum ich mir einen Film über eine nette, erfolgreiche, aber musikhistorisch belanglose Boy-Band ansehen und was mir die Geschichte dieser netten Jungs sagen soll.
Bei Tate Taylors „Get on Up“ stellt sich, auch wenn man der einzige Mensch im Universum ist, der noch nie etwas von James Brown hörte, die Frage überhaupt nicht. Wie schon in seinem vorherigem Film „The Help“ geht es um afroamerikanische Geschichte, den Kampf um Anerkennung und das Selbstbewusstsein der Afroamerikaner und James Brown (1933 – 2006), dessen Geschichte in dem Film erzählt wird, hat nie ein Problem mit seinem Ego, das mehr als Übergroß war. Immerhin war (?) er der „Godfather of Soul“, ein grandioser Showman, der Konzerthallen zum Kochen brachte und ein Vorbild für seine schwarzen Brüder. Er setzte sich, als es noch nicht zum Mainstream gehörte, für seine und ihre Rechte ein. Er forderte Schüler auf, die Schule abzuschließen. Während Aufständen in den Ghettos forderte er seine Soul Brothers auf, sich nicht abschlachten zu lassen. Nach der Ermordung von Martin Luther King gab er in Boston, gegen den Willen der Polizei, die Unruhen befürchtete, ein Freikonzert. Die befürchteten Unruhen blieben aus. Er war die Stimme der Underdogs – „Say it loud – I’m Black and I’m Proud“ – und sie hörten auf ihn.
Er selbst wuchs ärmlich in einer mitten im Wald gelegenen Holzhütte in Barnwell, South Carolina, auf, verbrachte seine Kindheit und Jugendjahre im Bordell seiner Tante Handsome ‚Honey‘ Washington in Augusta. Seine Mutter hatte inzwischen das Weite gesucht. Sein Vater, ein gewalttätiger Trinker, ebenso.
Im Gefängnis traf James Brown Bobby Byrd, der mit seiner Band ein Konzert im Gefängnis gab. Byrd erkannte das Talent und das Bühnencharisma von James Brown. In den folgenden Jahren wurden sie zu einer erfolgreichen Funk’n’Soul-Band, deren Sound, wie der Film mit seinen zahlreichen Konzertszenen und die von „Rolling Stone“ Mick Jagger gut zusammengestellte Soundtrack-CD zeigen, keine Patina angesetzt hat. Wenn man nicht wüsste, dass Songs wie „Sex Machine“, „Caldonia“, „Cold Sweat“, „Super Bad“ und „Say it loud – I’m Black and I’m Proud“ schon vor vierzig bis fünfzig Jahren entstanden, könnte man sie für neue Songs halten.
Zwischen den Songs gibt es, essaystisch-assoziativ verbunden, Anekdoten aus dem Leben von James Brown (grandios gespielt von „42“ Chadwick Boseman), die sich auf seine Jugend, seine Anfangsjahre und seine Karriere bis in die siebziger Jahre konzentrieren, keiner strikten Chronologie gehorchen und zu einem Porträt eines Mannes werden, der seinen Weg als Musiker und Geschäftsmann ging. Es werden auch seine problematischen Seiten, sein oft tyrannisches Verhalten gegenüber Frauen und Bandmitgliedern, nicht ausgespart. Seine Band bestand aus Könnern wie Bobby Byrd, Pee Wee Ellis, Maceo Parker, Fred Wesley und Bootsy Collins, die teilweise auch Solo erfolgreich waren und sind und begehrte Sidemen sind.
Es wird auch gezeigt, wie er sich von Gospel-Gottesdiensten für seine Bühnenperformance inspirieren ließ. Seine Auftritte waren Messen und in einer der zahlreichen witzigen Szenen des Films soll James Brown in einer TV-Sendung vor den „Rolling Stones“, die gerade ihr erstes US-Gastspiel absolvieren, auftreten. Für Brown ist es eine unfassbare Beleidigung, dass er nicht der Höhepunkt der Sendung sein soll. Mit seiner Band betritt er die Bühne mit einem Ziel: diese britische Band hinwegfegen – und (was historisch wohl falsch ist) Mick Jagger steht hinter der Bühne und sieht sich die Show dieses wildgewordenen Negers an, der sich bewegt, wie wir es inzwischen von Mick Jagger oder auch Michael Jackson kennen.
Auch James Browns Auftritt in Vietnam, mit dem das Biopic beginnt, ist legendär. Inclusive der Ansage, dass niemand James Brown sagt, wie lange er auf der Bühne bleiben soll.
Wer sich den Musikfilm nur ansieht, um eine faktengetreue, biedere Biographie von James Brown zu sehen, wird mit Tate Taylors „Get on Up“ wenig anfangen können. Es ist eine assoziative Collage von Anekdoten und mitreisender Musik.

Get on Up - Plakat

Get on Up (Get on Up, USA 2014)
Regie: Tate Taylor
Drehbuch: Jez Butterworth, John-Henry Butterworth
mit Chadwick Boseman, Nelsan Ellis, Dan Aykroyd, Viola Davis, Craig Robinson, Octavia Spencer, Lennie James, Jill Scott, Tika Sumpter, Lennie James
Länge: 139 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Get on Up“

Moviepilot über „Get on Up“

Metacritic über „Get on Up“

Rotten Tomatoes über „Get on Up“

History vs. Hollywood über „Get on Up“

Wikipedia über „Get on Up“ und James Brown (deutsch, englisch)

AllMusic über James Brown

Meine Besprechung von Tate Taylors „The Help“ (The Help, USA 2010)

Zum Anhören

Get on Up - Soundtrack

Der Filmsoundtrack besteht aus zwanzig Songs, neun davon sind Live-Aufnahmen, zwei Erstveröffentlichungen und vier in der Soundtrack-Version, d. h. sie unterscheidet sich in der Abmischung von den bekannten Versionen. Aufgenommen wurden die Songs zwischen 1956 und 1976; die meisten davon in den Sechzigern oder frühen Siebzigern.
„Get on Up“ ist eine gelungene Soundtrack-CD und ein gelungenes James-Brown-Best-of-Album, das ein guter Einstieg in die Welt von „Soul Brother Number One“ ist.

Get on Up – The James Brown Story (Original Motion Picture Soundtrack)
Universal Records, 2014
73 Minuten

Und hier das schon angesprochene Boston-Konzert:


Neu im Kino/Filmkritik: „Ride along“ in einer witzlosen Buddy-Cop-Komödie

April 24, 2014

Etwas Action, einige blöde Sprüche und fertig ist der Film. Dass das nicht so einfach ist, zeigt „Ride along“ in jeder Minute seiner knapp hundert Minuten Laufzeit. Für diesen Buddy-Film, der sich Komödie nennt, aber keine ist, nimmt der harte Cop James (Ice Cube) den Freund seiner Schwester mit auf einen Training Day. Einen Tag lang darf Ben Barber (Kevin Hart), ein überforderter Schulwachmann, Videospiel-Junkie, Schwätzer und Feigling, den ultraharten und supercoolen James begleiten. James sucht auch seit Ewigkeiten Omar (Laurence Fishburne), der als Gangsterboss die Stadt beherrscht und den noch niemand gesehen hat.
Während des Training Day will der Supercop allerdings vor allem Ben beweisen, dass er nicht zum Polizisten taugt und er auch seine bildschöne und kluge Schwester in Ruhe lassen soll.
Das gibt dann am Anfang einige witzig gemeinte Szenen, in denen Ben als überforderter Depp da steht und mündet später in eine gemeinsame Jagd nach Omar, der sich dummer als ein Schulhofgangster verhält. Garniert wird das mit einem Endlos-Geplapper, das bei Eddie Murphy in „Nur 48 Stunden“ und „Beverly Hills Cop“ noch witzig war, aber inzwischen im ungenießbaren Klischee erstickt ist. Vor allem wenn einfach nur vor sich hin geblödelt wird.
Immerhin erscheint nach „Ride along“ die witzlosen, einen Tiefpunkt des Genres markierende Buddy-Cop-Comedy „Cop Out“ mit einem engagiert gegen das vorhersehbare Drehbuch aufspielendem Tracy Morgan und einem erkennbar gelangweilten Bruce Willis als besserer Film.

Ride Along - Plakat

Ride along (Ride along, USA 2013)
Regie: Tim Story
Drehbuch: Greg Coolidge, Jason Mantzoukas, Phil Hay, Matt Manfredi (nach einer Geschichte von Greg Coolidge)
mit Ice Cube, Kevin Hart, John Leguizamo, Bruce McGill, Tika Sumpter, Laurence Fishburne
Länge: 99 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Ride along“
Moviepilot über „Ride along“
Metacritic über „Ride along“
Rotten Tomatoes über „Ride along“
Wikipedia über „Ride along“

Mehr aus dem Film und einige Worte der Macher


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