Neu im Kino/Filmkritik: „What happened to Monday?“ und Warum sehe ich Noomi Rapace mehr als doppelt?

Oktober 13, 2017

Ein Mittel gegen Überbevölkerung und die damit verbundenen Probleme ist eine radikale Geburtenkontrolle. Auch in der Europäischen Föderation wird 2073 so versucht, die Probleme in den Griff zu bekommen. Das von Nicolette Cayman (Glenn Close) geleitete Kinder-Zuteilungsbüro wacht erbarmungslos über die Einhaltung des Gesetzes.

Als Terrence Settman (Willem Dafoe) durch den Tod seiner Tochter Großvater wird, beschließt er die Geburt der Kinder vor dem Kinder-Zuteilungsbüro, das sechs der Kinder einfrieren würde, zu verschweigen. Dabei muss er sich nicht mit Zwillingen, sondern mit eineiigen Siebenlingen herumärgern, die er kurzerhand nach den Wochentagen benennt. Das erweist sich später als nützlich, weil der Name des Kindes auch der Tag ist, an dem das Kind die Wohnung verlassen darf, während ihre sechs Schwestern das Haus hüten müssen. Dieses, zugegeben, wenn man auch nur eine Millisekunde darüber nachdenkt, absurde und vollkommen unglaubwürdige Arrangement, hält bis die Schwestern Ende Zwanzig sind.

Dann kehrt Monday von ihrem Bürojob nicht zurück. Ihre Schwestern fragen sich, was sie tun sollen und warum ihre Schwester spurlos verschwunden ist. Der einzige Weg, das herauszufinden ist, dass am nächsten Tag eine weitere Schwester in die Öffentlichkeit geht. Auch wenn in der komplett überwachten Welt dann plötzlich zwei Karen Settmans, so das gemeinsame Pseudonym von Monday, Tuesday, Wednesday, Thursday, Friday, Saturday und Sunday, sind.

Die sieben Schwestern werden von Noomi Rapace gespielt und sie sind, auch weil „What happened to Monday?“ ein SF-Actionthriller ist, sieben Schattierungen von Lisbeth Salander: zurückgezogen lebend, Computercracks und Kampfsportlerinnen, die die zahlreichen Schergen des Kinder-Zuteilungsbüros über den Jordan befördern. Mal einfallsreich, mal brachial, mal mit dem, was der Haushalt halt so hergibt an potentiell tödlichen Waffen. Dazwischen treffen sie sich zum gemeinsamen Abendessen und all die Szenen mit den Schwestern sind so elegant gefilmt, dass man glaubt, dass sieben verschiedene Personen am Tisch sitzen.

Tommy Wirkola („Dead Snow“, „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“) inszenierte die Geschichte flott als Leistungsschau für Noomi Rapace und Actionthriller, der die bekannten dystopischen Topoi oberflächlich bedient. Auf dieser Ebene enthält der Film für den Science-Fiction-Kenner wenige bis keine Überraschungen.

Insgesamt ist „What happened to Monday?“ kein großartiger, aber ein großartig unterhaltsamer Film, erzählt mit mehr als einem Augenzwinkern.

What happened to Monday? (What happened to Monday?, Großbritannien 2017)

Regie: Tommy Wirkola

Drehbuch: Max Botkin, Kerry Williamson

mit Noomi Rapace, Glenn Close, Willem Dafoe, Marwan Kenzari, Chrstian Rubeck, Pal Sverre Hagen, Clara Read

Länge: 124 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

 

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „What happened to Monday?“

Metacritic über „What happened to Monday?“

Rotten Tomatoes über „What happened to Monday?“

Wikipedia über „What happened to Monday?“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Tommy Wirkolas „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ (Hansel and Gretel: Witch Hunters, USA/Deutschland 2012)

Noch mehr Noomi Rapace

Am 20. Oktober veröffentlicht Universum Film auf DVD und Blu-ray „Unlocked“. In dem Spionagethriller spielt Noomi Rapace eine Ex-CIA-Verhörspezialistin, die in London von einem geplanten Anschlag erfährt und schnell in eine Verschwörung involviert wird. Denn die CIA wurde unterwandert.

Neben Noomi Rapace spielen Orlando Bloom, Toni Collette, John Malkovich und Michael Douglas mit. Michael Apted („Gorillas im Nebel“, „James Bond – Die Welt ist nicht genug“) verfilmte das Drehbuch von Peter O’Brien.

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Neu im Kino/Filmkritik: „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ jagen Hexen

Februar 28, 2013

Das Märchen von Hänsel und Gretel kennen wir. Aber was geschah, nachdem sie aus dem Hexenhaus entkommen konnten? Wir wissen es nicht und die Antwort, die der Norweger Tommy Wirkola („Kill Buljo: The Movie“, „Dead Snow“) in seinem Hollywood-Debüt gibt, ist vielleicht nicht wirklich überraschend, aber sehr unterhaltsam, kurzweilig (die kurze Laufzeit hilft), herrlich ironisch und auch ziemlich gewalttätig.

Als Erwachsene sind Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) professionelle Hexenjäger. Als in Augsburg ungewöhnlich viele Kinder verschwinden, sollen sie im Auftrag der Dorfoberen bei der Suche helfen. Dorfsheriff Berringer (Peter Stormare) ist davon, vor allem nachdem die erste Begegnung mit Gretel mit einer gebrochenen Nase endete, so begeistert, dass er anstatt die Kindesentführer zu jagen, lieber Hänsel und Gretel bei ihrer Arbeit behindert. Das Geschwisterpaar glaubt schnell, dass die besonders mächtige und grausame Hexe Muriel (Famke Janssen) in wenigen Tagen bei der nur selten stattfindenden Blutmond ein Opferritual plant, das ihre Macht bis in alle Ewigkeit festigen soll.

So weit, so konventionell. Aber Wirkola erzählt seine im Studio Babelsberg, Braunschweig, Bamberg und deutschen Wäldern gedrehte Geschichte als krachig-lärmige Steampunk-Variante mit einem coolen Geschwisterpaar, Sidekicks, einer wirklich bösen, bösen Hexe, witzigen Accessoires und Ideen (wie einem Elektroschocker, der von Hand aufgezogen werden muss; einem Hänsel, der sich nachdem er als Kind zu viel vom Hexenhaus genascht hat, alle paar Stunden Insulin spritzen muss; Schusswaffen, die auch in einem Science-Fiction-Film nicht weiter auffallen würden, hier aber archaischer aussehen), lakonischen Einzeilern und brutalen Kämpfen. Denn die Hexen verfügen über übermenschliche Kräfte. Hänsel und Gretel haben zwar ihren Verstand und ein ordentliches Arsenal an Waffen, die damals noch lange nicht erfunden waren, aber das ändert nichts daran, dass das Töten von Hexen eine ziemlich anstrengende und gefährliche Angelegenheit ist, bei der regelmäßig, frei nach dem Motto „Hänsel und Gretel im Haus ersparen den Zimmermann“, einiges zu Bruch geht.

Der herrlich abgedrehte Film ist ungefähr so tiefsinnig wie ein Kinderkarneval und macht, wenn man sich darauf einlässt, auch genausoviel Spaß. Außerdem gibt es mindestens eine wichtige Lebensweisheit: „Don’t eat the fucking Candy.“

Hänsel und Gretel 3D - Plakat

Hänsel und Gretel: Hexenjäger (Hansel and Gretel: Witch Hunters, USA/D 2012)

Regie: Tommy Wirkola

Drehbuch: Tommy Wirkola

mit Jeremy Renner, Gemma Arterton, Famke Janssen, Peter Stormare, Derek Mears, Pihla Viitala, Thomas Mann, Zoë Bell, Rainer Bock, Kathrin Kühnel

Länge: 88 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“

Metacritic über „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“

Rotten Tomatoes über „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“

Wikipedia über „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ (deutsch, englisch)

YouTube: Noch viel mehr „Hänsel und Gretel“

 


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