Neu im Kino/Filmkritik: „Iron Sky: The coming Race“, Dinos und einer taffen Frau

März 21, 2019

Vor sieben Jahren war „Iron Sky“ ein Spaß für die Freunde des gepflegten Trash: die Nazis leben auf der Rückseite des Mondes und jetzt wollen sie, zwecks Welteroberung, zurück auf die Erde. Finanziert wurde das SF-Abenteuer auch per Crowdfunding. Die Tricks waren für das bescheidene Budget spektakulär gelungen und, neben all den Witzen über Nazis, abstruse Verschwörungstheorien, durchgeknallte Politiker und den ganzen Rest, funktioniert „Iron Sky“ als Film.

Der Film war ein Erfolg. Laut Presseheft hatte „Iron Sky“ weltweit über fünfzig Millionen Zuschauer. In Deutschland sahen ihn im Kino über fünfhunderttausend Besucher und es wurden über fünfzigtausend Blu-rays verkauft. Und ich frage mich jetzt, welche Verschwörungstheorie es mit ‚fünf‘ oder ‚fünfzig‘ gibt. Eine Fortsetzung war schnell angekündigt und man hörte immer wieder, dass sie in Arbeit sei. Jetzt ist sie fertig.

Regisseur Timo Vuorensola ruhte sich nicht auf seinem Erfolg aus. Er erzählt nicht, wie man es von vielen Fortsetzungen kennt, einfach die Geschichte von „Iron Sky“ noch einmal. Nur größer und mit noch mehr Toten. Diese gehirnzellenschonende Möglichkeit hatten die „Iron Sky“-Macher sich mit dem Ende von „Iron Sky“ nämlich gründlich verbaut. In einem Nuklearkrieg, der die Erde unbewohnbar machte, vernichtete sich die Menschheit. Einige Menschen entkamen dem Weltuntergang. Sie flüchteten, wie uns am Anfang von „Iron Sky: The coming Race“ gesagt wird, auf den Mond. Sie bezogen die verlassene Mondbasis der Nazis.

Zwanzig Jahre später ist die schon damals betagte Mondstation mehr als baufällig. Obianaju ‚Obi‘ Washington (Lara Rossi), die Tochter der aus „Iron Sky“ bekannten Nazi-Lehrerin Renate Richter (Julia Dietze), ist das Gegenteil ihrer Mutter. Obi ist ein im Zweifel Regeln ignorierender, hochintelligenter Heißsporn. Als sich der Mondbasis ein zusammengeflicktes russisches Raumschiff nähert, kann sie im Alleingang eine Bruchlandung verhindern. Einer der Passagiere ist Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier). Der ebenfalls aus „Iron Sky“ bekannte Nazi-Mondführer, denkt immer noch an die Welteroberung. Dafür braucht er allerdings die Hilfe der nichtsahnenden Obi. Er erzählt ihr von einer wundersamen Energiequelle, die sich im Innern der hohlen Erde befindet und die die Mondbasis retten könnte. Der Weg zur Energiequelle (aka Der heilige Gral) ist auf einer alten Karte, die er Obi gibt, eingezeichnet.

Zusammen mit Sasha (Vladimir Burlakov), dem grundgütig-naiven Piloten des russischen Raumschiffs, und Malcolm (Kit Dale), ihrem schlagkräftig-tumben Mondfreund, macht Obi sich auf den Weg ins Erdinnere, wo sie gegen die Vril – Echsenmenschen, die seit Jahrhunderten die Weltgeschichte lenken – und Dinosaurier kämpfen muss.

Wie schon in „Iron Sky“ werden auch in „Iron Sky: The coming Race“ etliche beliebte Verschwörungstheorien, – ich sage nur Reptiloiden und hohle Welt -, genussvoll durch den Kakao gezogen. Auf dem Mond gibt es die einflussreiche Jobsiten-Sekte, die die Visionen von Steve Jobs huldigt. Die Jobsiten und ihr Guru sind so beseelt humorlos, dass sie jederzeit gut für einen Lacher sind.

Das schöne am zweiten „Iron Sky“-Spielfilm ist, dass nicht einfach noch einmal die bekannte Geschichte erzählt wird. Nazi-Fans müssen sich mit wenigen kurzen Auftritten von Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier), Renate Richter (Julia Dietze) und der US-Präsidentin (Stephanie Paul als Sarah-Palin-Lookalike) begnügen. Auch der Humor ist sparsamer. Dafür gibt es, nach einer ziemlich langen Ouvertüre auf dem Mond, eine Abenteuergeschichte im tropisch blühenden Innern der Erde, reichlich Action, gute Tricks und eine unbegrenzte Liebe zum Detail.

Iron Sky: The coming Race“ erzählt in der aus „Iron Sky“ bekannten Welt eine Abenteuergeschichte, die auch Indiana Jones, Han Solo oder die Besatzung der „Serenity“ (bekannt aus der TV-Serie „Firefly“) hätte erleben können. Das ist, auch weil die Macher mit der nötigen Portion Selbstironie ans Werk gehen, ein kurzweiliger Spaß für den geneigten Trash-Fan, der mal wieder in seinem Bahnhofskino bedient werden will. Auch wenn das Kino heute sauberer als damals ist.

Iron Sky: The coming Race (Iron Sky: The coming Race, Finnland 2019)

Regie: Timo Vuorensola

Drehbuch: Dalan Musson, Timo Viorensola

mit Lara Rossi, Vladimir Burlakov, Kit Dale, Julia Dietze, Udo Kier, Tom Green, John Flanders, Ricky Watson, Stephanie Paul

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Wer nicht sehen will, muss läsen

Pünktlich zum Start der Nachgeschichte von „Iron Sky“ erscheint mit „Iron Sky: Renate und die Mondnazis“ die Vorgeschichte von „Iron Sky: The coming Race“.

Renate Richter schreibt in ihrem Tagebuch für ihre Tochter Obi ihre Geschichte und die Geschichte der Nazis auf dem Mond auf.

Ich vermute, ohne das druckfrische Werk gelesen zu haben: Eine galaktische Bildungslektüre.

Johanna Sinisalo: Iron Sky: Renate und die Mondnazis

(übersetzt von Stefan Moster)

Tropen, 2019

496 Seiten

13 Euro

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Iron Sky: The coming Race“

Wikipedia über „Iron Sky: The coming Race“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Timo Vuorensolas „Iron Sky“ (Iron Sky, Finnland/Deutschland/Australien 2012)

Bonustrailer

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TV-Tipp für den 28. November: Suspiria

November 28, 2018

Arte, 22.40

Suspiria (Suspiria, Italien 1976)

Regie: Dario Argento

Drehbuch: Dario Argento, Daria Nicolodi

Die US-Amerikanerin Suzy Banyon will in Freiburg an einer renommierten Tanzschule studieren. Verhexterweise ist es keine gewöhnliche Schule.

Inzwischen ein Horrorfilmklassiker und Dario Argentos bester Film: ein (alp)traumhafter Rausch von Farben, Tönen und Kamerabewegungen. „Kino als traumgleiche Fantasie (…) Gothic Horror pur.“ (Ivo Ritzer: Suspiria, in Michael Flintrop/Marcus Stiglegger, Hrsg.: Dario Argento)

Arte zeigt den Film in der ungeschnittenen Fassung.

Im Kino läuft seit einigen Tagen Luca Guadagninos Neuinterpretation, die definitiv nicht ‚einfach noch einmal Argento‘ oder ‚Argento light‘ ist.

mit Jessica Harper, Alida Valli, Stefania Casini, Joan Bennett, Flavio Bucci, Udo Kier

Hinweise

Wikipedia über „Suspiria“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Dario Argentos „Dario Argentos Dracula“ (Dracula 3D, Italien 2012)

Meine Besprechung von Michael Fintrop/Marcus Stigleggers (Hrsg.) „Dario Argento – Anatomie der Angst“  (2013)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Gus Van Sants John-Callahan-Biopic „Don’t worry, weglaufen geht nicht“

August 17, 2018

John Callahan trinkt sich in den frühen Siebzigern in Long Beach, Kalifornien, durch den Tag. Als er mit einer Zufallsbekanntschaft von einer wilden Party zu einer noch wilderen Party will, verändert sich sein Leben für immer. Und das ist jetzt nicht Hollywood-Pathos, sondern bittere Realität: Auf dem Weg zur nächsten Party baut der betrunkene Fahrer einen Unfall, den dieser fast unverletzt überlebt. Callahan, der noch betrunkenere Beifahrer, überlebt schwer verletzt. Ärzte können sein Leben retten, aber er ist fast vollständig gelähmt. Er muss bis an sein Lebensende im Rollstuhl sitzen. Auch seine Arme kann er kaum bewegen.

Callahan zieht zurück in seine Geburtsstadt Portland, Oregon. Er trinkt weiter und beginnt zu Malen. Es sind primitive, sarkastisch-schwarzhumorige und immer wieder politisch inkorrekten Cartoons, die zuerst in der örtlichen Tageszeitung abgedruckt werden. Später in den gesamten USA und weltweit.

Am 24. Juli 2010 stirbt der am 5. Februar 1951 geborene John Callahan. Aber diesen Teil, seine letzten Lebensjahre als erfolgreicher Cartoonist, erzählt Gus Van Sant in seinem neuen Film „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ nicht. Er baut seinen konventionell erzählten Feelgood-Film nach dem Zwölf-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker auf. Er erzählt Callahans Weg vom Trinker zur Enthaltsamkeit und Selbsterkenntnis. Mit dem AA-Programm hat Van Sant eine sehr einfache und dramaturgisch sehr tragfähige Struktur. Er kann in der Zeit hin und her springen, ohne den Fluss der Erzählung zu unterbrechen und so auch etwas widerständiges Indie-Feeling in einen sehr konventionellen Film bringen. Das AA-Programm gibt auch eine klare dramaturgische Richtung vor: von rauschenden Drogennächte über die verschiedenen Versuche, abstinent zu Leben und anschließend sein Leben immer mehr in Ordnung zu bringen. Dazu gehören auch Callahans Umgang mit seiner Behinderung und sein beginnender Erfolg als Cartoonist. In seinen Zeichnungen setzt er sich auch ohne falsche Scheu, mit ätzendem Humor und Selbstironie mit seiner letztendlich selbst verschuldeten, beschissenen Situation auseinander. Auch ohne das Bild zu kennen, sagt der Filmtitel ‚Keine Panik, er wird zu Fuß nicht weit kommen‘ einiges über Callahans Haltung zu sich und seinem Leben aus. Callahans spiritueller Helfer auf dem Weg zur Selbsterkenntnis ist dabei Donnie. Ein vermögender AAler, der eine kleine Schar von Jüngern um sich gescharrt hat und in seiner Nobelvilla nicht arm wie Jesus lebt, aber sich so benimmt und aussieht.

Mit den Musikerinnen Kim Gordon („Sonic Youth“) und Beth Ditto („Gossip“) und Udo Kier ist Donnies AA-Gruppe prominent besetzt. Callahans Sozialarbeiterin Suzanne wird ebenfalls von einer Indie-Musikerin gespielt: „Sleater-Kinney“-Gitarristin Carrie Brownstein.

Und Donnie, gespielt von Jonah Hill, ist auch kein Unbekannter. Auch wenn er unter seinem Vollbart kaum erkennbar ist. Joaquin Phoenix spielt, gewohnt überzeugend, John Callahan.

In Gus Van Sants Filmographie, die munter zwischen Arthaus, Experimenten und Mainstream-Hollywood-Erzählkino hin und her springt, gehört „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ eindeutig in die letzte Kategorie. Den Ursprung hatte das Projekt vor mehr als zwanzig Jahren. Robin Williams, mit dem Van Sant bei „Good Will Hunting“ zusammen gearbeitet hatte, hatte sich die Rechte an John Callahans Biographie gesichert und er wollte Callahan spielen. Seitdem traf Van Sant sich öfter mit Callahan und arbeitete mit verschiedenen Autoren an verschiedenen Drehbuchversion. Letztendlich baute er das Buchkapitel, in dem Callahan erzählt, wie er seine Alkoholsucht überwand, zum Film aus.

Don’t worry, weglaufen geht nicht (Don’t worry, he won’t get far on foot, USA 2018

Regie: Gus Van Sant

Drehbuch: Gus Van Sant (nach einer Geschichte von John Callahan und Gus Van Sant & Jack Gibson & William Andrew Eatman)

LV: John Callahan: Don’t worry, he won’t get far on foot, 1989 (Don’t worry, weglaufen geht nicht)

mit Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara, Jack Black, Mark Webber, Udo Kier, Carrie Brownstein, Beth Ditto, Kim Gordon

Länge: 115 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Don’t worry, weglaufen geht nicht“

Metacritic über „Don’t worry, weglaufen geht nicht“

Rotten Tomatoes über „Don’t worry, weglaufen geht nicht“

Wikipedia über „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „Don’t worry, weglaufen geht nicht“

Meine Besprechung von Gus Van Sants „The Sea of Trees – Liebe wird dich nach Hause führen“ (The Sea of Trees, USA 2015)

Don’t worry, das Filmgespräch ist zwar leise aufgenommen, aber die drei Drehbuchautoren sind gut verständlich

Eine Doku über John Callahan


Neu im Kino/Filmkritik: „Downsizing“ löst nicht alle Probleme

Januar 19, 2018

Die Prämisse ist fantastisch und Alexander Payne, der feinfühlige Humanist des Kinos, malt die aus dieser Prämisse entstehende Welt auch äußerst detailliert aus, ohne sich dann um die wissenschaftlichen Hintergründe und Folgen zu kümmern. Eigentlich ist die Prämisse sogar vollkommen Gaga.

Denn in naher Zukunft gelingt es dem norwegischen Wissenschaftler Dr. Jorgen Asbjørnsen (Rolf Lassgård) und seinem Team Menschen auf eine Größe von zwölf Zentimetern zu schrumpfen. Mit dieser Schrumpfung verkleinert sich der Ressourcenverbrauch jedes Menschen entsprechend. Wenn, so Asbjørnsens durchaus sympathische Weltrettungsidee, genug Menschen sich schrumpfen lassen, könnten mit einem Schlag alle Probleme der Menschheit gelöst werden. Also die in puncto Umweltbelastung.

In den Jahren nachdem er seine Idee der staunenden Öffentlichkeit vorstellte, entschließen sich immer mehr Menschen, den Weg der Zellularen Miniaturisierung zu gehen. Für sie ist es ein Aufbruch in eine neue Welt. Sie lassen ihr altes Leben, die Probleme mit den Vorgesetzten und die mangelnden Aufstiegsperspektiven in ihrem Job hinter sich. Durch ihren mit einer Schrumpfung verbundenen Umzug in eine der neue geschaffenen Städte für kleine Menschen, so eine Art immersonnige Disney-Kleinstadtutopie in der Architekten ihre Utopie einer menschenwürdigen Stadt verwirklicht haben, tun sie etwas gutes für die Umwelt und ihr bisheriges Vermögen ist viel mehr wert. Während sie sich früher nur mit einer hohen Verschuldung ein kleines Reihenhaus leisten konnten, können sie jetzt in einen Palast einziehen. Weil der Palast deutlich kleiner als ihr altes Haus ist, sind auch die Baukosten deutlich niedriger. Das gleiche gilt für die Lebenshaltungskosten. Schließlich isst man weniger, trinkt weniger und auch die Heizkosten, – naja, an dem Ort, an dem „Downsizing“ größtenteils spielt, ist es die Air Conditioning – sind niedriger. Sie betragen ungefähr ein Vierzehntel des früheren Wertes.

Für Paul Safranek (Matt Damon), der schlechtbezahlte und von seiner Arbeit gelangweilte Unternehmestherapeut bei Omaha Steaks, und seine Frau Audrey (Kristen Wiig) ist daher der Umzug nach Leisureland eine Möglichkeit, aus ihrem trüben Leben auszubrechen. Vor allem, nachdem Dave Johnson (Jason Sudeikis), ein alter Freund von ihnen, der ein Downsizing hinter sich hat, ihnen in den schönsten Farben von seinem paradiesischem Leben in Leisureland erzählt.

Dummerweise entschließt sich Audrey in letzter Sekunde, als sie schon im Operationssaal ist, dagegen. Paul erfährt das erst, nachdem er geschrumpft wurde. Und die Schrumpfung kann nicht rückgängig gemacht werden.

In seinem neuen Leben lernt er neue Menschen kennen, unter anderem den immer feierwütigen serbischen Playboy-Unternehmer Dusan Mirkovic (Christoph Waltz im entspannt-menschenfreundlichen Waltz-Modus), der mit mehr oder weniger halblegalen Geschäften (Alkoholschmuggel!) prächtig verdient, sein Freund Konrad (Udo Kier) und Ngoc Lan Tran (Hong Chau), die burschikose und sehr bestimmende Anführerin der bei Dusan arbeitenden Putzkolonne, die – nun, gewisse Dinge ändern sich nie. Lan ist eine gegen ihren Willen zwangsgeschrumpfte und aus ihrem Land ausgewiesene Dissidentin, die jetzt klein und arm ist. Sie zeigt dem etwas naiven Paul ihre Welt. Er will ihr und ihren Freunden helfen.

Wer spätestens jetzt eine ätzende Sozialsatire, eine Abrechnung mit dem Kapitalismus oder eine Hinwendung zu einer Dystopie erwartet, wird enttäuscht. Nichts läge Payne und seinem Co-Drehbuchautor Jim Tayler, mit dem er, unter anderem, auch die Bücher für „About Schmidt“ und „Sideways“ schrieb, ferner. Sie malen die Welt der kleinen Menschen liebevoll und sehr detailfreudig aus. Auf die Schattenseiten oder die Gefahren gehen sie nicht ein. So musste in Jack Arnolds SF-Klassiker „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C“ (The incredible shrinking man, USA 1957) der Held, der Aufgrund einer atomaren Verstrahlung immer weiter schrumpfte, gegen die Hauskatze, Mäuse und Ungeziefer kämpfen, die ihn als Mahlzeit ansahen, und Wassertropfen wurden zu einer lebensbedrohenden Gefahr.

All diese Probleme interessieren Payne nicht. Jedenfalls nicht als lang anhaltende, das Leben bestimmende Bedrohung. Er interessiert sich für die alltäglichen Probleme seiner Charakter und ihr Leben, das nicht durch ihre Größe, sondern ihre Gefühle, ihre Wünsche und Ziele bestimmt wird. Im Mittelpunkt steht mit Paul ein typischer Payne-Charakter. Er ist ein ganz normaler Mann ohne besondere Eigenschaften oder große Ambitionen, der von seiner Frau verlassen wurde. Er will nur das Richtige tun. Deshalb hilft er Lan, in die er sich auch verliebt. Mit ihr, Dusan und Konrad begibt er sich auf die Reise nach Norwegen zur ersten Kolonie der kleinen Menschen und dem Erfinder des Schrumpfungsprozesses. In dieser Hippie-Kommune muss er eine Entscheidung über sein weiteres Leben treffen.

Am Ende ist „Downsizing“ eine liebevoll erzählte Liebesgeschichte voller liebenswerter Menschen.

Downsizing (Downsizing, USA 2017)

Regie: Alexander Payne

Drehbuch: Alexander Payne, Jim Taylor

mit Matt Damon, Kristen Wiig, Christoph Waltz, Hong Chau, Udo Kier, Jason Sudeikis, Neil Patrick Harris, Rolf Lassgård, Ingjerd Egeberg, Laura Dern

Länge: 136 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

 

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Downsizing“

Metacritic über „Downsizing“

Rotten Tomatoes über „Downsizing“

Wikipedia über „Downsizing“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ (The Descendants, USA 2011, mit George Clooney)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „Nebraska (Nebraska, USA 2013)

Alexander Payne in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 14. April: Ein fürsorglicher Sohn

April 14, 2016

 

3sat, 22.30

Ein fürsorglicher Sohn (USA/Deutschland 2009, Regie: Werner Herzog)

Drehbuch: Herbert Golder, Werner Herzog

Zwei Polizisten wollen einen Geiselnehmer zur Aufgabe bewegen. Er soll seine Mutter ermordet haben und er scheint ein Problem mit der Realität zu haben.

Werner Herzog durchsetzt den Thriller mit sardonisch-absurden und philosophisch-surrealen Spitzen und löst die Handlung mittels Rückblenden in eine bezugsreiche Bricolage auf.“ (Lexikon des Internationalen Films)

Ein großer Spaß halt.

Avantgarde-Jazzer Ernst Reijseger schrieb die Musik.

Mit William Dafoe, Chloë Sevigny, Michael Shannon, Brad Dourif, Loretta Devine, Udo Kier, Michael Peña

auch bekannt als „My Son, My Son, What Have Ye Done?“ (Originaltitel und der deutsche DVD-Titel)

Hinweise

Moviepilot über „Ein fürsorglicher Sohn“

Metacritic über „Ein fürsorglicher Sohn“

Rotten Tomatoes über „Ein fürsorglicher Sohn“

Wikipedia über „Ein fürsorglicher Sohn“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Werner Herzogs „Königin der Wüste“ (Queen of the Desert, USA/Marokko 2015)

Werner Herzog in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 12. November: Tatort: Platt gemacht

November 12, 2015

WDR, 20.15

Tatort: Platt gemacht (Deutschland 2009, Regie: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Stefan Cantz, Jan Hinter

In Köln wird ein Obdachloser mit Frostschutzmittel vergiftet. Die Kommissare Ballauf und Schenk ermitteln im Milieu.

Sehr unterhaltsamer Kölner-Tatort, der erfrischend undidaktisch (Wir reden vom Kölner Tatort) daherkommt und Udo Kier als Penner ist auch die halbe Miete.

mit Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär, Joe Bausch, Udo Kier, Christian M. Goebel, Michael Schenk, Catherine Flemming, Peter Millowitsch

Wiederholung: Samstag, 14. November, 00.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Buddy Giovinazzo (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Buddy Giovinazzo

One Road.Endless Possibilities: Interview mit Buddy Giovinazzo (21. Februar 2011, deutsch)

Meine Besprechung von Buddy Giovinazzos “Cracktown” (Life is hot in Cracktown, 1993)

Meine Besprechung von Buddy Giovinazzos “Piss in den Wind” (Caution to the Winds, 2009)

Buddy Giovinazzo in der Kriminalakte

Tatort-Fundus über das Team Ballauf/Schenk


TV-Tipp für den 18. Juli: Iron Sky

Juli 17, 2014

RTL II, 20.15
Iron Sky (Finnland/Deutschland/Australien 2012, Regie: Timo Vuorensola)
Drehbuch: Michael Kalesniko, Johanna Sinisalo (nach einem Konzept von Jarmo Puskala)
Irre! Die Nazis landeten 1945 auf dem Mond und bereiten 2018, nachdem sie von einem afroamerikanischem Astronauten (den sie gleich bleichen) entdeckt werden, ihre Rückkehr auf die Erde vor. Jetzt soll gelingen, was 1945 scheiterte.
Herrlich abgedrehter, liebevoll gemachter Science-Fiction-Spaß mit Trash-Faktor und einigen Polit-Satiren, die wahrscheinlich schon heute erklärungsbedürftig sind.
Mehr, auch über die Finanzierung, in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Julia Dietze, Götz Otto, Udo Kier, Christopher Kirby, Tilo Prückner, Peta Sergeant, Stephanie Paul
Wiederholung: Sonntag, 20. Juli, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Iron Sky“

Rotten Tomatoes über „Iron Sky“

Wikipedia über „Iron Sky“ (deutsch, englisch)

Süddeutsche Zeitung: Gunnar Herrmann über die Finanzierung von “Iron Sky” (4. April 2012)


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