DVD-Kritik: Über die Noirs „Die Narbenhand“ und „Die rote Schlinge“

Mai 24, 2017

Mit einem feinen Doppelschlag setzt Koch Media seine uneingeschränkt lobenswerte „Film Noir Collection“ fort. „Die Narbenhand“ ist ein echter Noir-Klassiker. „Die rote Schlinge“ ist eine äußerst unterhaltsame Screwball-Comedy, in der man die Noir-Anteile mit der Lupe suchen muss.

Duke Halliday (Robert Mitchum) flüchtet im Hafen von Vera Cruz vor Vincent Blake (William Bendix). Dort trifft er auf Joan ‚Chiquita‘ Graham (Jane Greer), der er wenige Minuten später in einem Hotelzimmer wieder begegnet. Sie will von Jim Fiske (Patrick Noles) das Geld haben, das sie ihm geliehen hat, bevor er nach Mexiko verschwand. Fiske kann sie beschwatzen und flüchtet mit einem Koffer voll gestohlenem Army-Geld, das Halliday unbedingt haben will. In dem Moment wissen wir noch nicht, warum Halliday das Geld will, warum Blake ihn jagt und ob Halliday zu den Guten oder den Bösen zählt.

Aber weil Halliday und Joan das Gleiche wollen, verfolgen sie gemeinsam den flüchtigen Fiske quer durch Mexiko. Dabei werden sie von dem wutschnaubenden Blake verfolgt und von Inspector General Ortega (Ramon Novarro), dem bauernschlauen mexikanischen Polizeichef, der amüsiert das erregte Treiben der Amerikaner beobachtet.

In seinem dritten Spielfilm „Die rote Schlinge“ erzählt Don Siegel die Geschichte so flott, das man kaum darüber nachdenken kann wer wen warum verfolgt und ob das schlüssig ist.

Dafür gibt es umwerfend komische Wortgefechte zwischen Robert Mitchum und Jane Greer, die bereits in „Goldnes Gift“ (Out of the Past, USA 1947) ein Paar waren. Sie hatten erkennbar ihren Spaß. Wie auch die anderen Schauspieler.

Bei den Schlägereien und einer langen, auch heute noch ziemlich beeindruckende Autoverfolgungsjagd zeigt Don Siegel sein Können als Action-Regisseur. Sowieso beeindruckt, wie souverän Don Siegel die Geschichte inszenierte und an wie vielen Schauplätzen sie spielt. Gedreht wurde in Mexiko und auf der Ray Corrigan Ranch in Simi Valley, Kalifornien. Allerdings, das muss auch gesagt werden, hatte Siegel hier viele Drehtage zur Verfügung und ein großzügiges Budget. Das Budget für seinen später gedrehten Science-Fiction-Klassiker „Die Dämonischen“/“Invasion der Körperfresser“ (Invasion of the Body Snatchers, USA 1956) betrug 382.190 Dollar. „Die rote Schlinge“ kostete letztendlich 780.000 Dollar und war teurer als geplant. Das lag vor allem an dem komplizierten Drehplan. Während des Drehs musste Robert Mitchum eine Haftstrafe wegen des Konsums von Marihuana antreten und damit wurde der gesamte Drehplan obsolet. Das sieht man unter anderem daran, dass Mitchum und Bendix, der eine andere Verpflichtung hatte, nur zwei gemeinsame Szenen haben (den Rest erledigte der Schnitt), Jane Greer am Ende des Drehs hochschwanger war (hier halfen passende Kleider) und das Drehbuch umgeschrieben werden musste. Doch am Ende des Tages zählt das Ergebnis und das stimmt bei „Die rote Schlinge“.

Zusätzlich neben dem üblichen Bonusmaterial der „Film Noir Collection“ (Booklet, Trailer, Bildergalerie) gibt es dieses Mal ein kleines „Making of“ (von 2007), einen interessanten Audiokommentar von Filmhistoriker Richard B. Jewell und eine später ohne die Urheber des Originalfilms entstandene Farbversion, die gegenüber der originalen SW-Version sehr blass aussieht.

 

Die Narbenhand“ ist einer der großen Noirs, „einer der Schlüsselfilme des frühen Film noirs“ (Paul Werner: Film noir) und wenn man sich den Film heute wieder ansieht, sieht man auch sofort warum: „Die Schattenspiele des Kameramanns [John F.] Seitz waren ebenso stilbildend und vorbildlich für die späteren Filme wie die wulgärpsychologische Motivierung des Killers.“ (Paul Werner: Film noir)

Die Geschichte basiert auf einem Roman von Graham Greene, der eine archetypische Noir-Geschichte erzählt (weshalb der Roman offiziell nur zweimal, inoffiziell tausend Mal verfilmt wurde).

Profikiller Philip Raven (Alan Ladd), der eine ‚Narbenhand‘ hat, erledigt seine Jobs präzise und unauffällig. Als „der eiskalte Engel‘ von seinem letzten Auftraggeber Willard Gates (Laird Cregar) mit markierten Scheinen (die angeblich von der Nitro Chemical Corporation geklaut wurden) bezahlt wird und so auf die Fahndungsliste der Polizei gerät, beginnt er ihn zu suchen. Seine Spur führt nach Los Angeles. Dort trifft er die Barsängerin Ellen (Veronica Lake), die ebenfalls an Gates interessiert ist.

Nach dem Film war Alan Ladd, der bei der Erstauswertung an vierter Stelle genannt wurde, ein Star und er und Lake waren das Noir-Traumpaar, das sich danach noch einige Male verlieben durfte. Ich sage nur „Der gläserne Schlüssel“ (The Glass Key, USA 1942) und „Die blaue Dahlie“ (The Blue Dahlia, USA 1945)

Die Drehbuchautoren Albert Maltz und W. R. Burnett erzählen die Noir-Thrillergeschichte, was in einem Noir selten ist, vor dem aktuellen politischen Hintergrund des Zweiten Weltkriegs. Deshalb ist der Bösewicht in illegale Geschäfte mit dem Feind verwickelt. Regisseur Frank Tuttle erzählt die Geschichte mit der Präzision und Genauigkeit eines Handwerkers, der in allen Genres reüssierte ohne sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen.

Im direkten Vergleich mit der umfangreich ausgestatteten DVD zu „Die rote Schlinge“ enttäuscht die DVD-Ausgabe von „Die Narbenhand“. Angesichts der normalen Veröffentlichungspraxis von Koch Media scheint es kein Bonusmaterial zu geben. Das sollte einen aber nicht vom Kauf abhalten. Denn „Die Narbenhand“ ist ein echter Noir-Klassiker, der laut der OFDb noch nie im Fernsehen lief. Auch ich kann mich an keine Ausstrahlung des Films erinnern.

Die rote Schlinge (The big Steal, USA 1949)

Regie: Don Siegel

Drehbuch: Geoffrey Homes (aka Daniel Mainwaring), Gerald Drayson Adams

LV: Richard Wormser: The Roads to Carmichael’s, 1942 (Erzählung)

mit Robert Mitchum, Jane Greer, William Bendix, Patrick Knowles, Ramon Novarro, Don Alvarado, John Qualen, Pascual Garcia Pena

DVD

Koch Media (Film Noir Collection # 25)

Bild: 1.33:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Englisch

Bonusmaterial: Farbversion, Making of, Audiokommentar von Filmhistoriker Richard B. Jewell, Englischer Trailer, Bildergalerie

Länge: 71 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Die rote Schlinge“

Rotten Tomatoes über „Die rote Schlinge“

TCM über „Die rote Schlinge“

Wikipedia über „Die rote Schlinge“ (deutsch, englisch)

Noir of the Week über „Die rote Schlinge“

Meine Besprechung von Don Siegels „Der Tod eines Killers“ (The Killers, USA 1964 – Ronald Reagans letzter Film)

Meine Besprechung von Don Siegels „Der letzte Scharfschütze“ (The Shootist, USA 1976 – John Waynes letzter Film)

Kriminalakte über Don Siegel

Die Narbenhand (This Gun for hire, USA 1942)

Regie: Frank Tuttle

Drehbuch: Albert Maltz, W. R. Burnett

LV: Graham Greene: A Gun for sale/A Gun for hire, 1936 (Das Attentat)

mit Alan Ladd, Veronica Lake, Robert Preston, Laird Cregar, Tully Marshal, Marc Lawrence

DVD

Koch Media (Film Noir Collection # 24)

Bild: 1,18:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Englisch

Bonusmaterial: Englischer Trailer, Bildergalerie

Länge: 78 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Die Narbenhand“

Rotten Tomatoes über „Die Narbenhand“

TCM über „Die Narbenhand“

Wikipedia über „Die Narbenhand“ (deutsch, englisch)

Noir of the Week über „Die Narbenhand“

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DVD-Kritik: Ziemlich Noir – „Outrage Beyond“, „Casbah – Verbotene Gassen“ und „Der gläserne Schlüssel“

Juni 17, 2016

 

Schon Takeshi Kitanos ultrabrutales Yakuza-Epos „Outrage“ erlebte seine Premiere bei uns nur auf DVD und bis die Fortsetzung „Outrage Beyond“ bei uns erschien, dauerte es vier Jahre. Denn Kitano drehte die fünf Jahre nach den Ereignissen von „Outrage“ spielende Fortsetzung bereits 2012 und viele bekannte Gesichter sind wieder dabei. Sofern sie das Blutbad des ersten Teils überlebten. Die Fortsetzung kann daher vollkommen unabhängig von „Outrage“ gesehen werden.

Gangsterboss Kato will, mit seiner rechten Hand Ishihara, das Sanno-kai-Syndikat, das inzwischen zum mächtigsten Yakuza-Clan wurde, mehr in Richtung legaler Geschäfte lenken und auch die Politik beeinflussen. Da gibt es Gerüchte, dass Kato unehrenhaft an die Macht kam. Einige ihm untergebene Yakuza wollen die Macht im Clan übernehmen.

Und der korrupte Polizist Kataoka, der in „Outrage“ eine Nebenfigur war, spielt, wenn nötig alle Dienstvorschriften ignorierend, die einzelnen Yakuzas und Yakuza-Clans gegeneinander aus.

Er beschützte auch seinen Jugendfreund Otomo (Takeshi Kitano), der das Ende von „Outrage“ doch überlebte und seitdem gut geschützt und unerkannt inhaftiert war. Jetzt wird Otomo wird vorzeitig entlassen und eigentlich erwarten alle, dass er sich jetzt in einem blutigen Rachefeldzug an allen, die ihn damals ins Gefängnis brachten, rächen wird. Aber Otomo will zunächst nur seine Ruhe haben.

Nachdem Kitano am Anfang von „Outrage Beyond“ zeigt, wie Organisiertes Verbrechen und legale Wirtschaft miteinander verschmelzen, wird der Gangsterfilm nach der Wiederauferstehung von Otomo zunehmend zu einem blutigen Racheepos, in dem die Yakuza-Clans sich äußerst bleihaltig bekämpfen und Loyalität gerade bis zur nächsten Kugel reicht.

Sehenswert! Wie auch die anderen Yakuza-Filme von Kitano.

Outrage Beyond - DVD-Cover

Outrage Beyond (Autoreiji: Biyondo, Japan 2012)

Regie: Takeshi Kitano

Drehbuch: Takeshi Kitano

mit Takeshi Kitano, Toshiyuki Nishida, Tomokazu Miura, Ryô Kase, Hideo Nakano, Yutaka Matsushige, Fumiyo Kohinata

DVD

Capelight

Bild: 2,40:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Japanisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer, Teaser, Wendecover

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Capelight veröffentlichte den Film als Single-DVD und 3-Disc Limited Collector’s Edition.

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Outrage Beyond“

Wikipedia über „Outrage Beyond“ 

Mit „Casbah – Verbotene Gassen“ von John Berry und „Der gläserne Schlüssel“ von Stuart Heisler setzt Koch Media seine in jeder Beziehung lobenswerte „Film Noir Collection“ fort.

Casbah – Verbotene Gassen“ ist dabei eine kleine Entdeckung, ein Remake, ein interessanter Gangsterfilm und Noir, der allerdings nicht das Niveau der erste Verfilmung erreicht und mit seinen zahlreichen Gesangseinlagen – auch von dem Gangster Pepe Le Moko – nervt.

Pepe Le Moko (Tony Martin) ist ein aus Frankreich nach Algiers geflohener Juwelendieb, der sich in den Gassen der titelgebenden Casbah versteckt, von den Einheimischen beschützt wird und Raubzüge orchestriert. Die Polizei kann ihn in der Casbah nicht schnappen. Aber der schlaue Inspektor Slimane (Peter Lorre – gewohnt großartig) kann warten. Als die schöne Gaby (Marta Toren), die als Touristin auf der Durchreise ist, auftaucht, wittert Slimane seine Chance. Kaltblütig stellt er eine Falle auf, in die der Juwelendieb tappen soll.

John Berry inszeniert die Gassen der Casbah hübsch verwinkelt, die Frauen sind schön und sexy, die Verbrecher und Spitzel ein schönes Typenarsenal der Verschlagenheit, es gibt etwas Humor und viel zu viel Gesang.

Casbah – Verbotene Gassen“ ist ein Remake von „Pépé le Moko – Im Dunkel von Algier“ (Pépé le Moko, Frankreich 1937, Regie: Julien Duvivier, mit Jean Gabin), der in jeder Beziehung der bessere Film ist und auch das konsequentere Noir-Ende hat.

Dagegen ist das Ende von Pepe Le Moko in „Casbah“ höchstens lustlos erfüllter Dienst nach Vorschrift.

Casbah - Cover 4

Casbah – Verbotene Gassen (Casbah, USA 1948)

Regie: John Berry

Drehbuch: L. Bush-Fekete, Arnold Manoff

LV: Henri La Barthe (als Détective Ashelbé): Pépé le Moko, 1931

mit Yvonne DeCarlo, Tony Martin, Peter Lorre, Marta Toren, Hugo Haas, Thomas Gomez, Douglas Dick

DVD

Koch Media

Bild: 1,33:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Bildergalerie

Länge: 82 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „Casbah – Verbotene Gassen“ (deutsch, englisch)

TCM über „Casbah – Verbotene Gassen“

Ein Klassiker ist „Der gläserne Schlüssel“ und jetzt liegt die bekannteste der wenigen Verfilmungen von Dashiell Hammetts Klassiker auf DVD vor. Es ist auch einer der wenigen explizit politischen Noirs.

Paul Madvig, ein eher dubioser Geschäftsmann, giert nach gesellschaftlicher Anerkennung. Deshalb engagiert er sich im Wahlkampf für die Wiederwahl von Senator Henry. Außerdem ist er in dessen Tochter Janet, die er heiraten will, verliebt. Die findet allerdings Madvigs rechte Hand, Ed Beaumont, attraktiv.

Als Beaumont die Leiche von Taylor, dem Sohn des Senators entdeckt, befürchtet er, dass sein Boss und Freund verdächtigt werden könnte. Denn Madvigs Schwester ist in Taylor verliebt und Taylor und Madvig stritten sich vorher. Wenn das bekannt wird, kann Madvig seine politischen Ambitionen vergessen. Also sucht Beaumont den Mörder.

Seine Suche nach dem Mörder gestaltet sich wegen konkurrierender Gangsterbanden, der innigen Verflechtung von legaler und illegaler Wirtschaft, dem Wahlkampf und den damit verbundenen politischen Interessen und einer letztendlich die gesamte Stadt beherrschenden und akzeptierten Korruption schwierig. Mit diesem düsteren Bild der kommunalen Politik schuf Hammett die Blaupause für die Beschreibung US-amerikanischer Politik im Thrillerformat, die noch heute in Romane und Filmen nachwirkt.

In dem Film wurde dann die Liebesgeschichte zwischen Beaumont und Janet stärker betont. Denn Alan Ladd und Veronica Lake hatten kurz vorher in „Die Narbenhand“ (This Gun for hire, 1942) ihre Leinwandchemie als Noir-Traumpaar bewiesen.

Jonathan Latimer, der auch einige hochgelobte Kriminalromane schrieb, schrieb das Drehbuch und Stuart Heisler, unter anderem „Des Teufels Pilot“ (mit Humphrey Bogart), inszenierte straff und einfallsreich die überaus komplexe Geschichte in unter neunzig Minuten.

Neben dem üblichen Bonusmaterial der „Noir Collection“ gibt es dieses Mal auch drei kurze, aber sehr informative Featurettes über den Film (genaugenommen eine Einführung in eine US-Noir-Collection) und Noir-Experte Eddie Muller redet über Dashiell Hammetts „The Glass Key“ und das Filmpaar Alan Ladd/Veronica Lake.

Der gläserne Schlüssel - Cover 4

Der gläserne Schlüssel (The Glass Key, USA 1942)

Regie: Stuart Heisler

Drehbuch: Jonathan Latimer

LV: Dashiell Hammett: The Glass Key, 1930 (Black Mask)/1931 (Romanausgabe) (Der gläserne Schlüssel)

mit Brian Donlevy, Alan Ladd, Veronica Lake, Bonita Granville, Joseph Calleia, Richard Denning, Moroni Olsen, William Bendix

DVD

Koch Media

Bild 1,33:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Englisch

Bonusmaterial: Bildergalerie, Trailer, 3 Featurettes

Länge: 82 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Thrilling Detecitve über Ned Beaumont

Noir of the Week über „Der gläserne Schlüssel“

Der Film Noir über „Der gläserne Schlüssel“

Rotten Tomatoes über „Der gläserne Schlüssel“

Turner Classic Movies über „Der gläserne Schlüssel“

Wikipedia über „Der gläserne Schlüssel“ (deutsch, englisch)

Dashiell Hammett und Jonathan Latimer in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 16. März: Die blaue Dahlie

März 16, 2015

Arte, 20.15
Die blaue Dahlie (The Blue Dahlia, USA 1945)
Regie: George Marshall
Drehbuch: Raymond Chandler
Johnny kehrt aus dem Krieg heim und erwischt seine Frau mit einem anderen Mann. Kurz darauf ist sie tot – und er ist natürlich der Hauptverdächtige. Aber die Frau des Nebenbuhler hilft ihm bei der Tätersuche.
Damals war der Film ein gewaltiger Kassenschlager. Alan Ladd und Veronika Lake spielten nach „Die Narbenhand“ (This gun for hire, USA 1942) und „Der gläserne Schlüssel“ (The glass key, USA 1942) wieder zusammen. Der beim amerikanischen Publikum sehr beliebte William Bendix hatte eine wichtige Nebenrolle und die Story verband gelungen einen Krimi mit einer pessimistischen Beschreibung der damaligen Gesellschaft. Dafür erhielt Raymond Chandler eine Oscar-Nominierung.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
Anschließend, um 21.50 Uhr, läuft „Unter falschem Verdacht“ (Frankreich 1947, Regie: Georges Clouzot). Dranbleiben lohnt sich.
Mit Alan Ladd, Veronica Lake, Willam Bendix, Howard da Silva, Doris Dowling
Wiederholung: Donnerstag, 19. März, 23.35 Uhr

Hinweise

Noir of the Week über „The Blue Dahlia“

Thrilling Detective über Raymond Chandler

Kirjasto über Raymond Chandler

Krimi-Couch über Raymond Chandler

Mordlust über Raymond Chandler

Raymond Chandler in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Geroge Marshalls „Der große Bluff“ (Destry rides again, USA 1939)

Meine Besprechung von George Marshalls „Die blaue Dahlie (The Blue Dahlia, USA 1945)


TV-Tipp für den 9. März: Der gläserne Schlüssel

März 9, 2015

Arte, 22.20
Der gläserne Schlüssel (USA 1942, Regie: Stuart Heisler)
Drehbuch: Jonathan Latimer
LV: Dashiell Hammett: The Glass Key, 1932 (Der gläserne Schlüssel)
Ist der korrupte Politiker Paul Madvig auch ein Mörder? Sein Assistent Ed Beaumont versucht die Unschuld seines Chefs zu beweisen.
Ein Noir-Klassiker, der zuletzt vor Ewigkeiten im TV lief und an den ich mich nur noch vage erinnere. Aber Buch (Hammett!) und Film (Ladd! Lake!) haben mir damals verdammt gut gefallen.
„Die politischen Bezüge, die enge Verbindung zwischen Verbrechen und Politik sind weniger explizit als in Hammetts Roman (…), werden aber benannt und machen aus ‚Der gläserne Schlüssel‘ eines der wenigen Kriminaldramen des ‚Film noir‘ mit einem konkreten gesellschaftspolitischen Hintergrund.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)
„Zwar keine sehr werkgetreu, aber nach ‚The Maltese Falcon‘ die wohl interessanteste Umsetzung einer Hammett-Vorlage.“ (Paul Werner: Film noir)
Nächsten Montag, den 16. März, zeigt Arte zwei weitere, selten gezeigte Noir-Klassiker: um 20.15 Uhr „Die blaue Dahlie“ und um 21.50 Uhr „Unter falschem Verdacht“ – und, wenn man so will, um 00.55 Uhr „Chinatown“.
Alle Filme laufen im Rahmen des Arte-Krimifrühling, der heute beginnt und uns bis Ende März einige Filmperlen zeigt.
Mit Brian Donlevy, Veronica Lake, Alan Ladd, Bonita Granville, Joseph Calleia, Richard Denning, William Bendix

Hinweise

Noir of the Week über „Der gläserne Schlüssel“

Der Film Noir über „Der gläserne Schlüssel“

Rotten Tomatoes über „Der gläserne Schlüssel“

Turner Classic Movies über „Der gläserne Schlüssel“

Wikipedia über „Der gläserne Schlüssel“ (deutsch, englisch)

Dashiell Hammett und Jonathan Latimer in der Kriminalakte


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