TV-Tipp für den 6. Mai: Boiling Point – Die Bombe tickt

Mai 6, 2018

3sat, 00.40 Uhr

Boiling Point – Die Bombe tickt (Boiling Point, USA 1993)

Regie: James B. Harris

Drehbuch: James B. Harris

LV: Gerald Petievich: Money men, 1981 (Sumpfblüten, Boiling Point)

Innerhalb einer klassischen Genre-Geschichte (ein Cop jagt den Mörder seines Partners) präsentiert Harris eine melancholische und desillusionierte Charakterstudie über Männer, deren gescheiterte Beziehungen und großspurigen Pläne. Dabei laufen die Geschichten weitgehend unverbunden nebeneinander. Kein Klassiker, aber ein unterschätzter Film, der im Trailer zu Unrecht als Action-Film verkauft wird und viel zu wenig von Dennis Hopper zeigt. Aber Wesley Snipes war damals mit den erfolgreichen Filmen „New Jack City“, „Weiße Jungs bringen’s nicht“ und „Passagier 57“ der aufstrebende Star. „Demolition Man“ und „Die Wiege der Sonne“ starteten kurz darauf und festigten seinen Status; – auch wenn das angesichts der letzten Filme von Wesley Snipes heute schwer vorstellbar ist.

James B. Harris produzierte die frühen Kubrick-Filme, wie “Die Rechnung ging nicht auf” und “Lolita”.

Mit Wesley Snipes, Dennis Hopper, Viggo Mortensen, Lolita Davidovich, Seymour Cassel, Tony Lo Bianco, Tobin Bell, Dan Hedaya, Paul Gleason

Hinweise

Homepage von Gerald Petievich

Rotten Tomatoes über „Boiling Point“

Wikipedia über „Boiling Point“ (deutsch, englisch)

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TV-Tipp für den 6. Januar: Die zwei Gesichter des Januars

Januar 5, 2018

ZDF, 23.30

Die zwei Gesichter des Januars (The two Faces of January, Großbritannien/USA/Frankreich 2014)

Regie: Hossein Amini

Drehbuch: Hossein Amini

LV: Patricia Highsmith: The two Faces of January, 1964 (Unfall auf Kreta, Die zwei Gesichter des Januars)

Athen, 1962: Der kleine Betrüger Rydal (Oscar Isaac) schlägt sich als Fremdenführer durch, trifft das amerikanische Ehepaar Chester MacFarland (Viggo Mortensen) und Colette (Kirsten Dunst) und wird in einem Mordfall verwickelt. Denn auch Chester ist in betrügerische Geschäfte verwickelt.

Sehr stilbewusste Highsmith-Verfilmung. Zu einer ziemlich unmöglichen Uhrzeit.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Viggo Mortensen, Kirsten Dunst, Oscar Isaac, Daisy Bevan, Omiros Poulakis, David Warshofsky

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Die zwei Gesichter des Januars“
Moviepilot über „Die zwei Gesichter des Januars“
Metacritic über „Die zwei Gesichter des Januars“
Rotten Tomatoes über „Die zwei Gesichter des Januars“
Wikipedia über „Die zwei Gesichter des Januars“

Meine Besprechung von Hossein Aminis „Die zwei Gesichter des Januars (The two Faces of January, Großbritannien/USA/Frankreich 2014)


TV-Tipp für den 13. Oktober: Appaloosa

Oktober 13, 2017

Kabel 1 Doku, 20.15/23.00

Appaloosa (USA 2008, Regie: Ed Harris)

Drehbuch: Robert Knott, Ed Harris

LV: Robert B. Parker: Appaloosa, 2005 (Appaloosa)

Die Gesetzeshüter Virgil Cole und Everett Hitch sollen in Appaloosa für Recht und Ordnung sorgen. Denn Farmer Bragg terrorisiert die Einwohner und er hat auch den vorherigen Marshall erschossen.

Gelungene, werkgetreue Verfilmung eines Westerns von Robert B. Parker, dem Autor der Spenser- und Jesse-Stone-Kriminalromane, der seine bekannten Themen von Freundschaft, Loyalität, Recht und Gesetz in einem anderen Setting ausprobiert.

„Appaloosa“ erhielt beim Boston Film Festival den Preis für den besten Film und das beste Drehbuch.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung des Romans.

mit Ed Harris, Viggo Mortensen, Renée Zellweger, Jeremy Irons, Lance Henriksen

 Der Roman

Parker - Appaloosa - Europa Verlag 2

Robert B. Parker: Appaloosa

(übersetzt von Emanuel Bergmann)

Europa Verlag AG Zürich, 2012

208 Seiten

22 Euro

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Das dunkle Paradies” (Night Passage, 1997)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Miese Geschäfte“ (Bad Business, 2004)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Resolution“ (Resolution, 2008)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Mord im Showbiz“ (High Profile, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der Killer kehrt zurück“ (Stranger in Paradise, 2008)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Brimstone“ (Brimstone, 2009)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 12. Juni: Den Menschen so fern

Juni 12, 2017

WDR, 00.00

Den Menschen so fern (Loin des Hommes, Frankreich 2014)

Regie: David Oelhoffen

Drehbuch: David Oelhoffen

LV (frei nach): Albert Camus: L’Hôte, 1957 (Der Gast, Erzählung)

Algerien, 1954: Der Ex-Soldat und Lehrer Daru soll den des Mordes angeklagten Bauern Mohamed in die nächste Stadt bringen, wo er zum Tod verurteilt wird. Während Daru ihn nicht dorthin bringen will, will Mohamed unbedingt dorthin

TV-Premiere eines tollen existenzialistischem Dramas vor einer menschenleeren Western-Kulisse, musikalisch spärlich untermalt von Nick Cave und Warren Ellis.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Viggo Mortensen, Reda Kateb, Djemel Barek, Vincent Martin Nicolas Giraud, Angela Molina

Hinweise
Deutsche Verleihseite zum Film
Film-Zeit über „Den Menschen so fern“
Moviepilot über „Den Menschen so fern“
AlloCiné über „Den Menschen so fern“
Metacritic über „Den Menschen so fern“
Rotten Tomatoes über „Den Menschen so fern“
Wikipedia über „Den Menschen so fern“ (englisch, französisch)

Meine Besprechung von David Oelhoffens „Den Menschen so fern“ (Loin des Hommes, Frankreich 2014)


TV-Tipp für den 16. Januar: Die zwei Gesichter des Januars

Januar 16, 2017

ZDF, 23.05 (VPS 23.00)

Die zwei Gesichter des Januars (The two Faces of January, Großbritannien/USA/Frankreich 2014)

Regie: Hossein Amini

Drehbuch: Hossein Amini

LV: Patricia Highsmith: The two Faces of January, 1964 (Unfall auf Kreta, Die zwei Gesichter des Januars)

Athen, 1962: Der kleine Betrüger Rydal (Oscar Isaac) schlägt sich als Fremdenführer durch, trifft das amerikanische Ehepaar Chester MacFarland (Viggo Mortensen) und Colette (Kirsten Dunst) und wird in einem Mordfall verwickelt. Denn auch Chester ist in betrügerische Geschäfte verwickelt.

Die TV-Premiere der sehr stilbewussten Highsmith-Verfilmung erfolgt arg spät. Sehenswert ist der Krimi trotzdem.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Viggo Mortensen, Kirsten Dunst, Oscar Isaac, Daisy Bevan, Omiros Poulakis, David Warshofsky

Wiederholung: Mittwoch, 18. Januar, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Die zwei Gesichter des Januars“
Moviepilot über „Die zwei Gesichter des Januars“
Metacritic über „Die zwei Gesichter des Januars“
Rotten Tomatoes über „Die zwei Gesichter des Januars“
Wikipedia über „Die zwei Gesichter des Januars“

Meine Besprechung von Hossein Aminis „Die zwei Gesichter des Januars (The two Faces of January, Großbritannien/USA/Frankreich 2014)


TV-Tipp für den 7. Januar: Eine dunkle Begierde

Januar 7, 2017

3sat, 23.30
Eine dunkle Begierde (A dangereous method, Deutschland/Kanada/Großbritannien/Schweiz 2011)
Regie: David Cronenberg
Drehbuch: Christopher Hampton (nach dem Roman „A dangerous method“ von John Kerr und dem Theaterstück „The talking cure“ von Christopher Hampton)
Auf Tatsachen basierender Film über die Beziehung zwischen C. G. Jung, seiner Patientin Sabina Spielrein (die später eine geachtete Psychologin wird) und Sigmund Freud.
Ein toller Schauspielerfilm, der aber mehr wie eine besonders gute Arte-Produktion und weniger wie ein David-Cronenberg-Film wirkt.
mit Viggo Mortensen, Keira Knightley, Michael Fassbender, Vincent Cassel, Sarah Gadon, André Hennicke, Arndt Schwerin-Sohnrey, Anna Thalbach
Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Eine dunkle Begierde“

Rotten Tomatoes über „Eine dunkle Begierde“

Wikipedia über „Eine dunkle Begierde“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Marcus Stigleggers “David Cronenberg” (2011)

Meine Besprechung von David Cronenbergs „Cosmopolis“ (Cosmopolis, Frankreich/Kanada 2012)

Meine Besprechung von David Cronenbergs “Maps to the Stars” (Maps to the Stars, Kanada/USA/Deutschland/Frankreich 2014) (und die DVD-Kritik)

David Cronenberg in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück“ – und wieder zurück?

August 19, 2016

Der Traum vom unabhängigen Leben in der Wildnis. Ben Cash hat ihn mit minimalem Kontakt zur kapitalistischen Konsumgesellschaft verwirklicht. Aber nicht als einsam in einer Blockhütte lebender Einzelgänger, sondern mit seiner Frau Leslie und seinen sechs, teilweise fast erwachsenen Kindern. In den vergangenen zehn Jahren erhielten die Kinder in den Blockhütten und im Wald eine vollumfängliche Ausbildung. Sie können nicht nur allein in der Wildnis überleben, sie kennen sich auch in Mathematik, logischem Denken, Geschichte und Literatur aus. Er bringt ihnen bei, sich selbstständig eine Meinung zu bilden und diese argumentativ zu verteidigen. Bevorzugt aus der marxistisch-linken Perspektive. Die Schulmedizin und die Gesellschaft lehnen sie ab. Sie sind der Prototyp einer glücklichen, funktionierenden Familie, die Weihnachten zugunsten des Noam-Chomsky-Tages abgeschafft hat.

Als die manisch-depressive Leslie in einem Krankenhaus Suizid begeht und ihr Vater sie kirchlich beerdigen will, brechen Ben Cash und seine Kinder auf. Mit ihrem Hippie-Bus fahren sie vom Nordwesten der USA zur Beerdigung nach Albuquerque, New Mexiko. Allerdings nicht, um mit den Eltern, Freunden und Bekannten während des Gottesdienstes zu trauern, sondern um die Leiche ihrer über alles geliebte Mutter zu stehlen. Leslie lehnte die Kirche ab und wollte daher auch keine kirchliche Beerdigung. Ben und seine Kinder wollen ihr die Beerdigung zu geben, die sie sich wünschte.

Im Mittelpunkt von „Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück“ steht die Fahrt der Cashs quer durch die USA zur Beerdigung. Dabei müssen sie selbstverständlich ihre eingefahrenen Routinen und ihren Lebensstil überprüfen.

Diese Geschichte erzählt Schauspieler Matt Ross in seinem zweiten Langfilm, der dieses Jahr in Cannes in der Sektion „Un Certain Regard“ den Regiepreis erhielt, humorvoll mit einem Blick für die Landschaft und die Beziehungen der Familie untereinander. Es ist eine Familie, die von Leslie, die wir nur in einigen kurzen Rückblenden sehen, zusammen gehalten wurde. Deshalb muss Ben sich jetzt auch an die Mutterrolle gewöhnen, während vor allem seine älteren Kinder sich fragen, ob sie das abgeschiedene Leben in der Wildnis weiter leben oder die Welt erkunden wollen. Denn, auch wenn Ben positiv gezeichnet wird, er seine Kinder liebt und ihnen die bestmögliche Erziehung und Bildung geben will und Viggo Mortensen ihn als sympathischen Patriarchen spielt, ist er mit seinen starken antikapitalistischen Überzeugungen ein Sektenführer (auch wenn die Sekte klein ist), der totalitär über seine Untergebenen herrscht. Und es ist eine Frage, wie lange Ross ihn nicht als Tyrannen und Durchgeknallten zeichnet.

Denn Ben ist, das merken wir schnell, kein schlechter Vater. Aber ist er auch ein gute Vater?

Im dritten Akt, wenn Ben und seine Kinder bei Leslies Vater ankommen und es um die Frage geht, ob die Kinder weiter bei Ben bleiben dürfen oder sie zu Leslies Eltern kommen sollen, verheddert sich Ross ein wenig zwischen den möglichen Enden und einiges wird plakativer als nötig angesprochen.

Aber auch das ändert nichts daran, dass „Captain Fantastic“ ein grundsympathischer Feelgood-Film ist, der ein großes Herz für gesellschaftliche Außenseiter hat.

Captain Fantastic - Plakat

Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück (Captain Fantastic, USA 2016)

Regie: Matt Ross

Drehbuch: Matt Ross

mit Viggo Mortensen, Steve Zahn, Frank Langella, Missy Pyle, Kathryn Hahn, George McKay, Samantha Isler, Annalie Basso, Nicholas Hamilton, Shree Crocks, Charlie Shotwell, Ann Dowd, Erin Moriarty

Länge: 120 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Captain Fantastic“

Metacritic über „Captain Fantastic“

Rotten Tomatoes über „Captain Fantastic“

Wikipedia über „Captain Fantastic“ (deutsch, englisch)

DP/30 unterhält sich mit Matt Ross über den Film und den ganzen Rest

Matt Ross und Viggo Mortensen im AOL Building

Bei Sundance hat Matt Ross die Filmfamilie mitgebracht

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