TV-Tipp für den 6. Mai: Boiling Point – Die Bombe tickt

Mai 6, 2018

3sat, 00.40 Uhr

Boiling Point – Die Bombe tickt (Boiling Point, USA 1993)

Regie: James B. Harris

Drehbuch: James B. Harris

LV: Gerald Petievich: Money men, 1981 (Sumpfblüten, Boiling Point)

Innerhalb einer klassischen Genre-Geschichte (ein Cop jagt den Mörder seines Partners) präsentiert Harris eine melancholische und desillusionierte Charakterstudie über Männer, deren gescheiterte Beziehungen und großspurigen Pläne. Dabei laufen die Geschichten weitgehend unverbunden nebeneinander. Kein Klassiker, aber ein unterschätzter Film, der im Trailer zu Unrecht als Action-Film verkauft wird und viel zu wenig von Dennis Hopper zeigt. Aber Wesley Snipes war damals mit den erfolgreichen Filmen „New Jack City“, „Weiße Jungs bringen’s nicht“ und „Passagier 57“ der aufstrebende Star. „Demolition Man“ und „Die Wiege der Sonne“ starteten kurz darauf und festigten seinen Status; – auch wenn das angesichts der letzten Filme von Wesley Snipes heute schwer vorstellbar ist.

James B. Harris produzierte die frühen Kubrick-Filme, wie “Die Rechnung ging nicht auf” und “Lolita”.

Mit Wesley Snipes, Dennis Hopper, Viggo Mortensen, Lolita Davidovich, Seymour Cassel, Tony Lo Bianco, Tobin Bell, Dan Hedaya, Paul Gleason

Hinweise

Homepage von Gerald Petievich

Rotten Tomatoes über „Boiling Point“

Wikipedia über „Boiling Point“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 9. März: Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest

März 9, 2018

3sat, 22.35/HR, 00.00

Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest (USA 2009, Regie: Antoine Fuqua)

Drehbuch: Michael C. Martin

Hochkarätig besetzter Ensemblefilm über drei Polizisten, die versuchen in Brooklyn ihren Weg zu gehen: der eine wartet nur noch auf seine Pensionierung, der andere will einen Undercover-Einsatz beenden und muss dafür einen Freund verraten, der dritte will Geld für seine Familie besorgen und geht dafür über Leichen.

Die Geschichten mögen etwas zu sehr die bekannten Cop-Film-Klischees bedienen, aber insgesamt ist „Brooklyn’s Finest“ ein sehenswerter, vor Ort gedrehter Cop-Film und damit auch eine Bestandsaufnahme der Gesellschaft.

mit Richard Gere, Don Cheadle, Ethan Hawke, Wesley Snipes, Vincent D’Onofrio, Will Patton, Lili Taylor, Ellen Barkin, Brían F. O’Byrne, Michael K. Williams

Wiederholung: Samstag, 10. März, HR, 03.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Gesetz der Straße“

Rotten Tomatoes über “Gesetz der Straße”

Metacritic über “Gesetz der Straße”

Wikipedia über “Gesetz der Straße” (deutsch, englisch)

The Root: Interview mit Michael C. Martin über „Brooklyn’s Finest“

Go into the Story: Interview mit Michael C. Martin über „Brooklyn’s Finest“

Variety über Michael C. Martin (10. Juni 2008)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Training Day” (Training Day, USA 2001)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest” (Brooklyn’s Finest, USA 2009)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Olympus has fallen – Die Welt in Gefahr” (Olympus has fallen, USA 2013)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “The Equalizer” (The Equalizer, USA 2014)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Southpaw” (Southpaw, USA 2015)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas „Die glorreichen Sieben“ (The Magnificent Seven, USA 2016)


TV-Tipp für den 5. August: Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest

August 5, 2016

3sat, 22.35

Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest (USA 2009, Regie: Antoine Fuqua)

Drehbuch: Michael C. Martin

Hochkarätig besetzter Ensemblefilm über drei Polizisten, die versuchen in Brooklyn ihren Weg zu gehen: der eine wartet nur noch auf seine Pensionierung, der andere will einen Undercover-Einsatz beenden und muss dafür einen Freund verraten, der dritte will Geld für seine Familie besorgen und geht dafür über Leichen.

Die Geschichten mögen etwas zu sehr die bekannten Cop-Film-Klischees bedienen, aber insgesamt ist „Brooklyn’s Finest“ ein sehenswerter, vor Ort gedrehter Cop-Film und damit auch eine Bestandsaufnahme der Gesellschaft.

mit Richard Gere, Don Cheadle, Ethan Hawke, Wesley Snipes, Vincent D’Onofrio, Will Patton, Lili Taylor, Ellen Barkin, Brían F. O’Byrne, Michael K. Williams

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

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Film-Zeit über „Gesetz der Straße“

Rotten Tomatoes über “Gesetz der Straße”

Metacritic über “Gesetz der Straße”

Wikipedia über “Gesetz der Straße” (deutsch, englisch)

The Root: Interview mit Michael C. Martin über „Brooklyn’s Finest“

Go into the Story: Interview mit Michael C. Martin über „Brooklyn’s Finest“

Variety über Michael C. Martin (10. Juni 2008)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Training Day” (Training Day, USA 2001)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest” (Brooklyn’s Finest, USA 2009)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Olympus has fallen – Die Welt in Gefahr” (Olympus has fallen, USA 2013)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “The Equalizer” (The Equalizer, USA 2014)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Southpaw” (Southpaw, USA 2015)


TV-Tipp für den 21. Oktober: Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest

Oktober 20, 2015

Eins Plus, 22.15

Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest (USA 2009, Regie: Antoine Fuqua)

Drehbuch: Michael C. Martin

Hochkarätig besetzter Ensemblefilm über drei Polizisten, die versuchen in Brooklyn ihren Weg zu gehen: der eine wartet nur noch auf seine Pensionierung, der andere will einen Undercover-Einsatz beenden und muss dafür einen Freund verraten, der dritte will Geld für seine Familie besorgen und geht dafür über Leichen.

Die Geschichten mögen etwas zu sehr die bekannten Cop-Film-Klischees bedienen, aber insgesamt ist „Brooklyn’s Finest“ ein sehenswerter, vor Ort gedrehter Cop-Film und damit auch eine Bestandsaufnahme der Gesellschaft.

mit Richard Gere, Don Cheadle, Ethan Hawke, Wesley Snipes, Vincent D’Onofrio, Will Patton, Lili Taylor, Ellen Barkin, Brían F. O’Byrne, Michael K. Williams

Wiederholung: Donnerstag, 22. Oktober, 03.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

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Film-Zeit über „Gesetz der Straße“

Rotten Tomatoes über “Gesetz der Straße”

Metacritic über “Gesetz der Straße”

Wikipedia über “Gesetz der Straße” (deutsch, englisch)

The Root: Interview mit Michael C. Martin über „Brooklyn’s Finest“

Go into the Story: Interview mit Michael C. Martin über „Brooklyn’s Finest“

Variety über Michael C. Martin (10. Juni 2008)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Training Day” (Training Day, USA 2001)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest” (Brooklyn’s Finest, USA 2009)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Olympus has fallen – Die Welt in Gefahr” (Olympus has fallen, USA 2013)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “The Equalizer” (The Equalizer, USA 2014)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Southpaw” (Southpaw, USA 2015)


TV-Tipp für den 22. August: Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest

August 22, 2015

WDR, 00.30

Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest (USA 2009, Regie: Antoine Fuqua)

Drehbuch: Michael C. Martin

Hochkarätig besetzter Ensemblefilm über drei Polizisten, die versuchen in Brooklyn ihren Weg zu gehen: der eine wartet nur noch auf seine Pensionierung, der andere will einen Undercover-Einsatz beenden und muss dafür einen Freund verraten, der dritte will Geld für seine Familie besorgen und geht dafür über Leichen.

Die Geschichten mögen etwas zu sehr die bekannten Cop-Film-Klischees bedienen, aber insgesamt ist „Brooklyn’s Finest“ ein sehenswerter, vor Ort gedrehter Cop-Film und damit auch eine Bestandsaufnahme der Gesellschaft.

mit Richard Gere, Don Cheadle, Ethan Hawke, Wesley Snipes, Vincent D’Onofrio, Will Patton, Lili Taylor, Ellen Barkin, Brían F. O’Byrne, Michael K. Williams

Hinweise

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Film-Zeit über „Gesetz der Straße“

Rotten Tomatoes über “Gesetz der Straße”

Metacritic über “Gesetz der Straße”

Wikipedia über “Gesetz der Straße” (deutsch, englisch)

The Root: Interview mit Michael C. Martin über „Brooklyn’s Finest“

Go into the Story: Interview mit Michael C. Martin über „Brooklyn’s Finest“

Variety über Michael C. Martin (10. Juni 2008)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Training Day” (Training Day, USA 2001)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest” (Brooklyn’s Finest, USA 2009)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Olympus has fallen – Die Welt in Gefahr” (Olympus has fallen, USA 2013)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “The Equalizer” (The Equalizer, USA 2014)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas „Southpaw“ (Southpaw, USA 2015)


TV-Tipp für den 10. August: Demolition Man

August 10, 2015

Kabel 1, 20.15

Demolition Man (USA 1993, Regie: Marco Brambilla)

Drehbuch: Daniel Waters, Robert Reneau, Peter M. Lenkov

In der Gegenwart bekriegen sich der Polizist Spartan und der Serienkiller Phoenix mit erheblichen Kollateralschäden. Deshalb werden sie beide in einen Tiefschlaf versetzt. Als sie in einer Zukunft, in der alles sauber, ordentlich, gesittet und gewaltfrei ist, aufwachen, setzten sie, zum Entsetzen der tugendhaften Bürger, ihren Zweikampf fort.

Vergnüglicher SF-Film mit etwas Satire und viel Action.

Der Film war für einen Saturn Award als bester Film von der Academy of Science Fiction, Fantasy and Horror Films nominiert.

Mit Sylvester Stallone, Wesley Snipes, Sandra Bullock, Nigel Hawthorne, Benjamin Bratt, Denis Leary

Wiederholung: Dienstag, 11. August, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Demolition Man“

Wikipedia über „Demolition Man“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Expendables 3“ – Same procedure as last time

August 21, 2014

In den USA wird derzeit über das maue Einspielergebnis von „The Expendables 3“ diskutiert, weil der Film vor dem Kinostart bereits im Netz in guter Qualität verfügbar war und deshalb so wenige Menschen den Film im Kino ansahen. Immerhin wurde der Film in den USA für eine PG-13-Freigabe verharmlost und damit das potentielle Publikum enorm vergrößert. Das war der Plan.

Aber die Fans der ersten beiden nicht jugendfreien „Expendables“-Filme waren deshalb schon lange vor dem Kinostart verkrätzt. Denn der Charme der ersten beiden „Expendables“-Filme bestand gerade in seiner ungehemmten Glorifizierung der Achtziger-Jahre-Action-Filme mit den von damals bekannten Schauspielern. Sie zeigten noch einmal einfache handgemachte Action.

Für die PG-13-Freigabe wurde in der Originalfassung vor allem auf Schimpfworte, vor allem das immer einsetzbare „Fuck“, verzichtet. Wegen diesem Wort hatten auch „The King’s Speech“ und „Der Ghostwriter“ in den USA Probleme mit der Freigabe. „The King’s Speech“ wurde um einige Schimpfworte gekürzt. Bei „Der Ghostwriter“ führte das zu einer liebevoll erstellten US-Version, die mir sogar besser gefällt, weil es auch im englischen viele schöne Schimpfworte gibt, die nicht mit „f“ anfangen und „k“ enden.

In einem zweiten Schritt wurde dann auf jegliches spritzende Blut verzichtet. Ich habe nicht nachgezählt, aber mehr als drei Blutspritzer habe ich nicht gesehen. Die Action besteht sowieso hauptsächlich auf endlosen Endlosballereien, erledigt von Männern in schwarzen Anzügen. Da sieht man Blut und Einschusslöcher sowieso nicht.

Bei dem Gejammer über das schlechte Einspielergebnis – es reichte immerhin für den vierten Platz – wurde vergessen, dass nicht nur die Kritiker nicht begeistert waren, sondern auch die Begeisterung der Fans sich, wie ein Blick Richtung IMDB und Rotten Tomatoes, in überschaubaren Grenzen hält.

Und sie haben recht: „The Expendables 3“ ist ein überlanger, zugequasselter Action-Film. Der Film dauert epische 127 Minuten, während die beiden Vorgänger ihre Geschichte in hundert Minuten erzählten; also ungefähr der 80er-Jahre-Actionfilm-Länge, was auch für diesen Film eine deutlich bessere Laufzeit gewesen wäre.

Die Story ist noch vernachlässigbarer als in den ersten beiden Filmen. Es beginnt mit einer pompösenen Gefangenenbefreiung von Doctor Death (Wesley Snipes), bei der die „Expendables“-Söldner angführt von Barney Ross (Sylvester Stallone) und Lee Christmas (Jason Statham) einen fahrenden Zug entern, die Wachen töten (meisten erschießen), Doctor Death befreien und schließlich den Zug mit großem Wumm in den Zielbahnhof, ein einsam gelegenes Gefängnis, fahren lassen. Das Gebäude geht in die Luft. Die Bösewichter sind tot. Die Mission ist erfüllt.

Schon bei dieser Action-Szene fällt auf, dass Regisseur Patrick Hughes (Red Hill) so viele Schnitte setzt, dass man nicht mehr richtig nachverfolgen kann, wer was macht. Die weiteren Actionszenen, vor allem in einem Hafen und in einer stillgelegten Fabrik, sind ebenfalls reine Schnittgewitter, die mit Schnitten, Wackelkamera und Nahaufnahmen mal wieder nur ein Gefühl von der Action vermitteln, aber niemals zeigen, was die Stuntmänner wirklich leisten und wie fit die Schauspieler sind. Genau deshalb enttäuscht dann auch das große Action-Finale: es wird endlos geballert, Bomben gehen hoch, Raketen werden abgeschossen und Patrick Hughes schneidet atemlos zwischen den verschiedene Schauplätzen und ungefähr einem halben Dutzen gleichzeitig stattfindender Kämpfe gegen gesichtslose Bösewichter, vulgo „Expendables“-Kanonenfutter, hin und her. Das ist so laut wie langweilig.

In Somalia sollen sie, kurz nach Deaths Befreiung, im Hafen einen Waffendeal verhindern und Conrad Stonebanks (Mel Gibson), hm, ich glaube, in dem Moment noch töten. Bei dem Einsatz, der bombig schiefgeht, entdeckt Expendables-Chef Barney Ross, dass Stonebanks ein alter Kumpel und Gründungsmitglied der Expendables ist. Bis dahin glaubte Ross, dass er Stonebanks vor Jahren, als Stonebanks auf die schiefe Bahn geriet, tötete.

Jetzt will Ross den skrupellosen Stonebanks erledigen, aber CIA-Mann Max Drummer (Harrison Ford) sagt ihm, dass sie Stonebanks lebendig wollen, um ihn als Kriegsverbrecher anzuklagen (Yeah, etwas Suspension of Disbelief ist in dem Moment nötig).

Ross entlässt, weil Stonebanks ein so schlimmer Gegner ist, seine alten Expendables (auch hier ist etwas Suspension of Disbelief hilfreich) und heuert eine Gruppe neuer Expendables an, die dann sofort von Stonebanks gefangen genommen werden.

Also müssen wieder die alten Expendables ran und es kommt zu einer großen Schlacht in einem einsam gelegenem Fabrikgelände, das dem Erdboden gleich gemacht werden kann.

Zwischen den raren Action-Szenen, die eigentlich alles Baller-Szenen sind, gibt es dann, wieder einmal, viele Gespräche der Söldner über ihren Beruf und ihr Leben. Da sind die Rekrutierungen der neuen Expendables fast schon eine willkommene Entspannung.

Wie schon bei den ersten beiden „Expendables“-Filmen beruht ein großer Teil des Charmes der Filme auf der großen Starparade, die dieses Mal aus Sylvester Stallone, Jason Statham, Antonio Banderas, Jet Li, Wesley Snipes, Dolph Lundgren, Kelsey Grammer, Randy Couture, Mel Gibson, Harrison Ford, Arnold Schwarzenegger, Terry Crews, Kellan Lutz, Ronda Roosey, Glen Powell, Victor Ortiz und Robert Davi besteht. Dabei haben die meisten Auftritte ungefähr die Länge eines längeren Cameos und gerade die neuen Expendables (vulgo die Neuzugänge) bleiben vollkommen austauschbar. Auch die aus den vorherigen Filmen bekannten Stars, wie Jason Statham, Dolph Lundgren und Jet Li, kommen kaum über Cameo-Länge hinaus.

Antonio Banderas spielt einen hyperagilen, ewig plappernden und extrem begeisterten Söldner. Das ist anfangs als Comic-Relief witzig, wird aber mit der Zeit nervig. Wenn die Söldner sich durch ein Waldgebiet anschleichen und er dabei endlos plappert, dann ist wieder einmal viel Suspension of Disbelief gefragt.

Mel Gibson als meistens schweigsamer Bösewicht überzeugt; – aber in „Machete Kills“ konnte er ja schon für die Rolle als Bösewicht üben.

Am Ende von „The Expendables 3“ fühlt man sich wie einer der Söldner im Film: man hat die Schlacht überlebt, sie war größtenteils chaotisch und man ist nur froh, noch am Leben zu sein.

The Expendables 3 - Plakat

 

The Expendables 3 (The Expendables 3, USA 2014)

Regie: Patrick Hughes

Drehbuch: Sylvester Stallone, Creighton Rothenberger, Katrin Benedikt (nach einer Geschichte von Sylvester Stallone)

mit Sylvester Stallone, Jason Statham, Antonio Banderas, Jet Li, Wesley Snipes, Dolph Lundgren, Kelsey Grammer, Randy Couture, Mel Gibson, Harrison Ford, Arnold Schwarzenegger, Terry Crews, Kellan Lutz, Ronda Roosey, Glen Powell, Victor Ortiz, Robert Davi (für jeden eine Szene, einmal Ballern, einmal Abtreten)

Länge: 127 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Expendables 3“

Moviepilot über „The Expendables 3“

Metacritic über „The Expendables 3“

Rotten Tomatoes über „The Expendables 3“

Wikipedia über „The Expendables 3“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Simon Wests „The Expendables 2“ (The Expendables 2, USA 2012)


TV-Tipp für den 5. April: Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest

April 4, 2014

MDR, 00.00

Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest (USA 2009, Regie: Antoine Fuqua)

Drehbuch: Michael C. Martin

Hochkarätig besetzter Ensemblefilm über drei Polizisten, die versuchen in Brooklyn ihren Weg zu gehen: der eine wartet nur noch auf seine Pensionierung, der andere will einen Undercover-Einsatz beenden und muss dafür einen Freund verraten, der dritte will Geld für seine Familie besorgen und geht dafür über Leichen.

Die Geschichten mögen etwas zu sehr die bekannten Cop-Film-Klischees bedienen, aber insgesamt ist „Brooklyn’s Finest“ ein sehenswerter, vor Ort gedrehter Cop-Film und damit auch eine Bestandsaufnahme der Gesellschaft.

mit Richard Gere, Don Cheadle, Ethan Hawke, Wesley Snipes, Vincent D’Onofrio, Will Patton, Lili Taylor, Ellen Barkin, Brían F. O’Byrne, Michael K. Williams, Lili Taylor

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Gesetz der Straße“

Rotten Tomatoes über „Gesetz der Straße“

Metacritic über „Gesetz der Straße“

Wikipedia über „Gesetz der Straße“ (deutsch, englisch)

The Root: Interview mit Michael C. Martin über „Brooklyn’s Finest“

Go into the Story: Interview mit Michael C. Martin über „Brooklyn’s Finest“

Variety über Michael C. Martin (10. Juni 2008)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Training Day” (Training Day, USA 2001)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest” (Brooklyn’s Finest, USA 2009)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Olympus has fallen – Die Welt in Gefahr” (Olympus has fallen, USA 2013)


DVD-Roundup, Teil 3: Klassiker in würdigen Ausgaben

April 2, 2014

„Im Zeichen des Bösen“, „Rumble Fish“ und „King of New York“ sind schon lange, teil in verschiedenen Ausgaben erhältlich, die alle meist inhaltsgleich und nicht empfehlenswert sind. Bei „Rumble Fish“ gibt es kein Bonusmaterial. „Im Zeichen des Bösen“ nur im „Director’s Cut“ und ohne Bonusmaterial. „King of New York“ entweder in limitierten Sammlerausgaben oder ordentlich auf FSK-16 gekürzt. Kurz: für den Cineasten war keine der Ausgaben (und dabei habe ich noch nicht vom Bild und Ton gesprochen!) auch nur einen Cent wert.
Mit den neuen Ausgaben ist das anders.

Nachdem „Im Zeichen des Bösen“ bislang nur in einer nicht repräsentativen DVD-Ausgabe mit einem gruseligen Cover erhältlich war, wurde er jetzt in der „Masterpieces of Cinema“-Reihe von Koch Media in der von mir schon seit Ewigkeiten geforderten ordentlichen Ausgabe veröffentlicht. Denn von dem Noir-Klassiker gibt es mehrere Versionen, die alle sehenswert sind und die verwickelte Produktionsgeschichte dokumentieren. Im Kino lief 1958 eine Fassung, mit der Regisseur Orson Welles aufgrund der zahlreichen Kürzungen unzufrieden war. Schon in dieser Fassung wurde der Film zu einem Noir-Klassiker. 1976 lief eine neue Fassung (die normalerweise im TV läuft und mal „Langfassung“, mal „restaurierte Fassung“ genannt wird), die in Wirklichkeit die verschollen geglaubte Previewfassung von 1958 ist. 1998 entstand eine Fassung, die sich auf das 58-seitige Memorandum von Orson Welles zum Film stützt und die von ihm gewünschte Fassung soweit möglich herstellt. Dass es daher auch verschiedene Synchronfassungen gibt, dürfte klar sein.
Jetzt hat Koch Media alle Fassungen auf zwei Blu-rays gepackt und mit einer ordentlichen Portion Bonusmaterial ergänzt.
Die auf den beiben Blu-rays enthaltenen Fassungen sind die Director’s Cut Fassung, die auch restaurierte Fassung (Restored Cut) genannt wird, von 1998 im Bildformat 1,85:1 und 1,37:1 (110 Minuten), die Kinofassung von 1958 im Bildformat 1,85:1 und 1,37:1 (95 Minuten) und die Previewfassung von 1958 im Bildformat 1,85:1 (109 Minuten). Deutsche Synchronisation gibt es zu allen Fassungen.
Das Herzstück des Bonusmaterials sind dabei die Audiokommentare von Restaurierungsproduzent Rick Schmidlin (zum Director’s Cut), Charlton Heston, Janet Leigh und Rick Schmidlin (zum Director’s Cut), Filmkritiker F. X. Feeney (zur Kinofassung) und der Filmhistoriker James Naremore und Jonathan Rosenbaum (zur Previewfassung).
Diese Ausgabe entspricht der 50th Anniversary Edition von 2008, plus den deutschen Synchronisationen.
Für den Noir-Fan ist das Weihnachten, Ostern und Geburtstag am gleichen Tag.
Ach ja, der Plot: In einer schäbigen Grenzstadt versuchen ein korrupter US-Polizist und ein mexikanischer Drogenfahnder (in den Flitterwochen) einen Mord aufzuklären.

Im Zeichen des Bösen - Blu-ray
Im Zeichen des Bösen (Touch of Evil, USA 1958)
Regie: Orson Welles
Drehbuch: Orson Welles
LV: Whit Masterson: Badge of Evil, 1956 (Unfehlbarkeit kann tödlich sein)
Mit Charlton Heston, Janet Leigh, Orson Welles, Akim Tamiroff, Marlene Dietrich, Joseph Cotten, Zsa Zsa Gabor, Dennis Weaver

DVD
Koch Media (Masterpieces of Cinema
Bild: 1,85:1 (16:9), 1,37:1 (16:9)
Ton: Deutsch, English (DTS-HD Master Audio 2.0)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bonusmaterial/Inhalt: 5 verschiedene Filmfassungen, Originaltrailer, Audiokommentare, Featurettes, Bildergalerie
Länge: 110 Minuten (irgendwie; denn fünf Fassungen auf 2 Blu-rays)
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „Im Zeichen des Bösen“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Touch of Evil“

TCM: Frank Miller über “Touch of Evil”

AMC Filmsite (Tim Dirks) über “Touch of Evil”

Noir of the Week über „Touch of Evil“

Script Secrets (William C. Martell) über “Touch of Evil”

Wellesnet: Das Memo von Orson Welles zum Film

Mystery File über Whit Masterson

Wikipedia über Whit Masterson

Mordlust über Whit Masterson

Schon die ersten Minuten von „Rumble Fish“, einem SW-Jugenddrama, sind unglaublich. Denn aus heutiger Sicht sieht es wie ein Startreffen aus: Matt Dillon, Christopher Penn, Nicolas Cage, Laurence Fishburne, Tom Waits und Vincent Spano, der heute der Unbekannteste der Gruppe ist, unterhalten sich in einem Dinner.
In den nächsten Minuten wird es noch besser. Denn dann tauchen Diane Lane, Mickey Rourke und Dennis Hopper auf.
„Rumble Fish“ basiert, wie Francis Ford Coppolas vorheriger Film „Die Outsider“, auf einem Roman von S. E. Hinton une es ist der filmische Gegenentwurf dazu.
Rusty James (Matt Dillon) ist ein Halbstarker, ein leicht begriffstutziger Teenager, der seinen einige Jahre älteren und spurlos verschwundenen Bruder (Mickey Rourke) hemmungslos bewundert. Der Motorcycle Boy war der ungekrönte König des Viertels. Da taucht er wieder auf – und er hat zwar die legendäre Aura, die Rusty James ihm andichtet, aber in der Wirklichkeit ist er ein kaputter Typ.
Coppola nannte „Rumble Fish“ einen „Kunstfilm für Kinder“ und einen „existentiellen Beatnick-Film“, gedreht in SW mit einigen Farbsprengseln (immer dann, wenn die titelgebenden Kampffische ins Bild kommen) und einem Kunstwillen, der die Gegenthese zu seinem vorherigen Film „The Outsiders“ (teils mit den gleichen Schauspielern) ist. „The Outsiders“ war, nachdem Coppolas vorheriger Film „Einer mit Herz“ sich als Totaldesaster entpuppte, der kleine Film über zwei verfeindete Jugendgangs, der ihm den dringend benötigten Kassenerfolg bescheren sollte.
„Rumble Fish“ erzählt dagegen keine herkömmliche Geschichte. Es ist eine Abfolge von einprägsamen Szenen, ein Exzess filmischer Stilmittel, die eindeutig vom deutschen Expressionismus und dem Noir inspiriert sind, aber immer noch vollkommen zeitgenössisch sind.
Das liegt auch an der Golden-Globe-nominierten Musik von Stewart Copeland, damals noch Schlagzeuger bei „The Police“. Später schrieb er auch die Musik für die TV-Serie „The Equalizer“. Sein erster Filmsoundtrack klingt, knapp gesagt, wie „The Police“ ohne Gesang in einer experimentellen Phase. Mit den Bildern von Stephen H. Burum ist das grandioser als ein gelungener Drogentrip.
In der jetzt vorliegenden Fassung des Films gibt es zwei informative Featurettes, eine Bildergalerie, einen Audiokommentar von Francis Ford Coppola und fast zwanzig Minuten, schon in einem sehr frühen Stadium geschnittene Szenen, fast alle zwischen Matt Dillon und Vincent Spano, die „Rumble Fish“ zu einem konventionellerem Film gemacht hätten.

Rumblefish - Blu-ray-Cover

Rumble Fish (Rumble Fish, USA 1983)
Regie: Francis Ford Coppola
Drehbuch: S. E. Hinton, Francis Ford Coppola
LV: S. E. Hinton: Rumble Fish, 1975 (Kampffische – In den Slums einer amerikanischen Großstadt)
mit Matt Dillon, Mickey Rourke, Diane Lane, Dennis Hopper, Diana Scarwid, Vincent Spano, Nicolas Cage, Christopher Penn, Laurence Fishburne, William Smith, Tom Waits, Domino (eigentlich Sofia Coppola), S. E. Hinton
auch bekannt als „Rumblefish“ (irgendwie werden beide Schreibweisen benutzt)

DVD
Koch Media (Masterpieces of Cinema)
Bild: 1.85:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1/2.0)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bonusmaterial: Audiokommentar mit Francis Ford Coppola, Making of, Featurette zur Musik, Geschnittene Szenen, Kinotrailer, Bildergalerie, 12-seitiges Booklet
Länge: 94 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Rotten Tomatoes über „Rumble Fish“
Metacritic über „Rumble Fish“

Turner Classic Movies über „Rumble Fish“
Wikipedia über „Rumble Fish“ (deutsch, englisch)

Homepage von S. E. Hinton

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas “Apocalypse Now” (Apocalypse Now, USA 1979 – die “Full Disclosure”-Blu-ray)

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „Twixt – Virginias Geheimnis“ (Twixt, USA 2011)

Francis Ford Coppola in der Kriminalakte

Auch bei „King of New York“ beeindruckt die Besetzung: Christopher Walken als titelgebender King of New York, Laurence Fishburne, David Caruso, Wesley Snipes und Steve Buscemi (alle drei noch am Anfang seiner Karriere) als Gangster und Polizisten; – soweit es da in einem Noir-Gangsterfilm Unterschiede gibt.
Der King of New York ist Frank White, der sich sofort nach seiner Haftentlassung mit allen Verbrechern von New York anlegt. Denn jetzt will er ganz nach oben und Skrupel sind ihm fremd. Dennoch hat er ein soziales Gewissen. Er will sein Geld in einem Kinderkrankenhaus investieren und so die Fehler der städtischen Sozialpolitik beheben. Denn Frank White möchte auch Bürgermeister von New York werden.
„King of New York“ ist ein kühl stilisiertes, ultra brutales Gangsterdrama, das bei seiner Premiere während des New York Film Festivals für schockierte Reaktionen sorgte und inzwischen ein Genreklassiker ist, den bei uns kaum jemand wirklich kennt. Denn bislang war er indiziert und daher nur in einer um acht Minuten gekürzten Fassung einfach erhältlich. Diese FSK-16-Fassung lief auch Mal im TV.
Mit „King of New York“ festigte Ferrara seinen Ruf, auch wenn die deutsche Kritik damals eher zwiegespalten war:
„Die Bilder von Ferraras Gansterballade sind beeinflußt von der Ästhetik des Werbeclips und der Eleganz der TV-Serie ‚Miami Vice‘ (…) Seine Darstellung urbaner Gewalt gerät denn auch an mancher Stelle zu ästhetisierend und droht zum Selbstzweck zu werden. Doch da ist dann immer Christopher Walken zur Stelle, in dessen Augenspiel sich die Tragik eines ganzen Gangsterlebens widerspiegelt.“ (Fischer Film Almanch 1991)
„Optisch brillanter, aber äußerst harter Gangsterfilm mit gesellschaftspessimistischem Grundton, dramaturgischen Mängeln und Tendenzen zu selbstzweckhafter Gewalt.“ (Lexikon des internationalen Films)
Ferraras nächster Film war „Bad Lieutenant“ mit Harvey Keitel in der Hauptrolle. Mit dem Film wurde er auch in Deutschland bekannt und als ernstzunehmender Regisseur vom Fieuilleton wahrgenommen. Die neunziger Jahre waren dann Ferraras große Zeit.
Auf der DVD sind, als Bonusmaterial, ein gut halbstündiges Interview mit Abel Ferrara von 2012 und zwei Audiokommentare enthalten. Einer ist von Abel Ferrara, einer von Komponist Joe Delia, Produzentin Mary Kane, Casting Director Randy Sabusawa und Editor Anthony Redman. Außerdem gibt es ein gelungenes Cover.

King of New York - DVD-Cover

King of New York (King of New York, USA 1989)
Regie: Abel Ferrara
Drehbuch: Nicholas St. John
mit Christopher Walken, David Caruso, Laurence Fishburne, Victor Argo, Wesley Snipes, Janet Julian, Giancarlo Esposito, Paul Calderon, Steve Buscemi, Theresa Randle
auch bekannt als „King of New York – König zwischen Tag und Nacht“

DVD
Ascot Elite
Bild: 1,78:1 (16:9)
Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Audiokommentare, Interview mit Abel Ferrara, UK Trailer, US Trailer, Teaser
Länge: 99 Minuten
FSK: ab 18 Jahre

Hinweise
Rotten Tomatoes über „King of New York“

Turner Classic Movies über „King of New York“

Wikipedia über „King of New York“ (deutsch, englisch)
Schnittberichte: Vergleich der gekürzten mit der ungekürzten Fassung
Abel Ferrara in der Kriminalakte


DVD-Kritik: „Gallowwalkers“ und Wesley Snipes im Wilden Westen

Oktober 3, 2013

Ein Western mit Untoten. Warum nicht? Immerhin spielen viele Geschichten mit Vampiren im Europa des neunzehnten Jahrhunderts. Da können sich einige Vampire auch in die USA verirrt haben. Trotzdem ist die Idee, abgesehen von einigen obskuren Filmen, eher neu. Joe R. Lansdale schrieb mehrere Weird-Western-Geschichten mit Reverend Jebediah Mercer, der in Dirty-Harry-Manier gegen verschiedene mehr oder weniger übersinnliche Wesen kämpft. Scott Snyder erfand mit „American Vampire“ eine grandiose Comicsaga über europäische Vampire, die im Wilden Westen den amerikanischen Vampir ersaugten. Im Film herrscht da bislang eine gewisse Dürre. Auch weil der Western derzeit, von wenigen Ausnahmen abgesehen, eher ein Untoten-Dasein führt. „True Grit“ war erfolgreich. „Appaloosa“ kam überhaupt nicht in die deutschen Kinos. TV-Western und Westernserien, wie „Deadwood“ und „Hell on Wheels“, laufen in den USA ziemlich gut, erscheinen hier nur, falls überhaupt, auf DVD. Crossover-Western, wie „Cowboys & Aliens“ (gefiel mir), „Jonah Hex“ (einfach nur katastrophal) und „Lone Range“ (kein Kommentar), waren definitiv keine Kassenhits.

Gallowwalkers“ wird daran nichts ändern. In dem bereits im Oktober 2005 in Namibia gedrehtem Film spielt Wesley Snipes, der die letzten Jahre, wenn er nicht wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis saß, in obskuren Filmen mitspielte, Aman. Er ist auf einem Rachefeldzug gegen die Männer, die seine verstorbene Frau vergewaltigten und schwängerten. Weil sie durch seine verfluchten Kugel nicht sterben, sondern zu einer Mischung aus Zombie und Vampir werden (also: nicht tot, aber beweglich und unempfindlich gegenüber dem Tageslicht), muss er ihnen auch noch den Kopf abschlagen. Auf seiner Farm kommt es zu einer Konfrontation zwischen Aman und Kansa, dem Anführer der Vampire, und seiner Frau Kisscut.

Regisseur Andrew Goth benutzt den Racheplot zu einer in der Wüste spielenden pseudo-existentialistischen Fabel irgendwo zwischen Italo-Western, europäischem Kunstfilm, surrealistischer „El Topo“Fantasie und Drogentrip, die mit erhöhtem Drogenkonsum immerhin davon ablenkt, nach Sinn und Logik der Geschichte zu fragen. Denn hier wurden einfach, ohne großen Zusammenhang, mehr oder weniger gut aussehende Bilder zu einem einzigen kruden Kladderatdatsch aneinandergereiht.

Der gescheiterte Versuch eines surrealistischen Vampir-Westerns taugt noch nicht einmal als Trash-Vergnügen.

Gallowwalkers - DVD-Cover

Gallowwalkers (Gallowwalkers, USA/UK 2012)

Regie: Andrew Goth

Drehbuc: Andrew Goth, Joanne Reay

mit Wesley Snipes, Kevin Howarth, Riley Smith, Tanit Phoenix, Simona Brhlíková, Steven Elder, Patrick Bergin

DVD

Ascot Elite

Bild: 1,35:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS 5.1, Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Interviews, B-Roll, Originaltrailer, Wendecover

Länge: 89 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Gallowwalkers“

Wikipedia über „Gallowwalkers“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 30. Juni: Boiling Point – Die Bombe tickt

Juni 30, 2013

RBB, 23.45 Uhr

Boiling Point (USA 1993, R.: James B. Harris)

Drehbuch: James B. Harris

LV: Gerald Petievich: Money men, 1981 (Sumpfblüten, Boiling Point)

Innerhalb einer klassischen Genre-Geschichte (ein Cop jagt den Mörder seines Partners) präsentiert Harris eine melancholische und desillusionierte Charakterstudie über Männer, deren gescheiterte Beziehungen und großspurigen Pläne. Dabei laufen die Geschichten weitgehend unverbunden nebeneinander. Kein Klassiker, aber ein unterschätzter Film, der im Trailer zu Unrecht als Action-Film verkauft wird und viel zu wenig von Dennis Hopper zeigt. Aber Wesley Snipes war damals mit den erfolgreichen Filmen „New Jack City“, „Weiße Jungs bringen’s nicht“ und „Passagier 57“ der aufstrebende Star. „Demolition Man“ und „Die Wiege der Sonne“ starteten kurz darauf und festigten seinen Status; – auch wenn das angesichts der letzten Filme von Wesley Snipes heute schwer vorstellbar ist.

James B. Harris produzierte die frühen Kubrick-Filme, wie “Die Rechnung ging nicht auf” und “Lolita”.

Mit Wesley Snipes, Dennis Hopper, Viggo Mortensen, Lolita Davidovich, Seymour Cassel, Tony Lo Bianco, Tobin Bell, Dan Hedaya, Paul Gleason

Hinweise

Homepage von Gerald Petievich

Rotten Tomatoes über „Boiling Point“

Wikipedia über „Boiling Point“


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