DVD-Kritik: Ethan Hawke hat „24 Hours to Live“

Mai 30, 2018

Zwischen seine anspruchsvollen Filme, die ihm Kritikerlob und Preise bescheren, mischt Ethan Hawke immer wieder kleine Thriller mit mehr oder weniger viel Action. „24 Hours to Live“ hat mehr Action. Trotzdem ist der Hinweis „Vom Produzenten von John Wick“ auf dem Cover etwas irreführend. Brian Smrz‘ Film ist keine Actionorgie, sondern ein gut abgehangener B-Thriller, der dank der Schauspieler, dem Schauplatz Südafrika, der soliden Inszenierung und einiger Anspielungen auf aktuelle Probleme (wie illegale medizinische Experimente und die Umtriebe von privaten Militärunternehmen) über dem Durchschnitt ist. Jedenfalls solange man nicht zu genau über die Prämisse nachdenkt. Denn der von Ethan Hawke gespielte Ex-Söldner Travis Conrad wird nach seinem Tod zurück ins Leben geholt. Für 24 Stunden. Dann wird er endgültig sterben. Und weil er am Anfang dieser 24 Stunden erfährt, dass er von seinen Auftraggebern hereingelegt wurde, begibt er sich auf einen Rachetrip quer durch das fotogene Südafrika, dem Sitz des privaten Militärunternehmens, für das Conrad jahrelang arbeitete und das ihn jetzt töten will.

24 Hours to Live“ ist ein hübscher kleiner Thriller, der früher auch im Kino gelaufen wäre. Mehr oder weniger unter dem Radar der Kritik.

Regisseur Brian Smrz ist ein verdienter Stuntman (seine erste Arbeit war 1981 für „Die Kadetten von Bunker Hill“) und Second Unit Regisseur. Unter anderem bei fast allen „X Men“-Filmen und „Iron Man 3“. „24 Hours to Live“ ist sein zweiter Spielfilm.

24 Hours to Live (24 Hours to Live, LAND 2017

Regie: Brian Smrz

Drehbuch: Ron Mita, Jim McClain, Zach Dean

mit Ethan Hawke, Paul Anderson, Rutger Hauer, Qing Xu, Liam Cunningham, Nathalie Boltt, Hakeem Kae-Kazim

DVD

Universum Film

Bild: 2,40:1 (16:9 anamorph)

Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte

Bonusmaterial: Trailer

Länge: 89 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „24 Hours to Live“

Metacritic über „24 Hours to Live“

Rotten Tomatoes über „24 Hours to Live“

Wikipedia über „24 Hours to Live“ 


DVD-Kritik: Stefan Ruzowitzkys US-Debüt „Cold Blood“ entzückt auch auf DVD

Mai 5, 2013

 

Als „Cold Blood“, das US-Debüt von Stefan Ruzowitzky, vor einem halben Jahr im Kino zur richtigen Jahreszeit anlief, habe ich den Thriller bereits abgefeiert und weil ich meine damalige Besprechung (nach kritischer Lektüre) immer noch gut finde, gibt es zuerst die Besprechung:

Der Überfall auf das Casino ging glatt über die Bühne und auch die Flucht in Richtung Kanada gelang, bis die drei Verbrecher auf der einsamen Landstraße einen Unfall bauen und Addison (Eric Bana) einen zufällig vorbeikommenden Polizisten erschießt. Addison sagt seiner Schwester Liza (Olivia Wilde), dass sie sich trennen müssen. Ihr dritter Mann starb bei dem Unfall.

Während sie sich zu Fuß, auf getrennten Wegen, durch das winterliche Michigan auf den Weg zur Grenze machen, erschlägt der gerade aus dem Gefängnis entlassene Ex-Boxer Jay Mills (Charlie Hunnam) seinen Ex-Manager während eines Streits. Er macht sich auf den Weg zu seinen Eltern Chet (Kris Kristofferson) und June (Sissy Spacek) und dem Thanksgiving-Dinner. Auf dem Weg zu ihnen gabelt er Liza auf. Er verliebt sich in die geheimnisvolle Schönheit.

Ihr Bruder schlägt sich währenddessen skrupellos durch die einsame Landschaft und hinterlässt, verfolgt von der Polizei, eine Spur von Leichen. Da schickt ihm Liza eine SMS, in dem sie ihn in das Haus der Mills einlädt.

Diese Gangstergeschichte erzählt Stefan Ruzowitzky („Anatomie“, „Die Fälscher“) in seinem gelungenem US-Debüt nach einem Drehbuch des Debütanten Zach Dean, geradlinig und ohne große Erklärungen. So dürfen wir uns die Hintergründe der seltsamen Abhängigkeit zwischen Addison und Liza, die Gründe für die große Enttäuschung von Chet über seinen Sohn Jay und, als dritte Familiengeschichte, die übergroße Besorgnis von Sheriff Marshall Becker (Treat Williams) über seine ebenfalls als Polizistin arbeitende Tochter Hanna (Kate Mara) aus Halbsätzen und Gesten zusammenreimen. Sowieso wird in „Cold Blood“ die alte Weisheit, dass sich in ihren Taten der Charakter eines Menschen zeigt, eisern befolgt.

Cold Blood“ (doofer deutscher Titel) ist ein gut gespielter, flott erzählter, traditionsbewusster Gangsterthriller mit glaubwürdigen Charakteren und auch glaubwürdiger Action, der einfach nur neunzig Minuten, ohne aufgesetzten Humor und Hypergewalt, aber dafür mit der Lakonie eines Western oder alten Gangsterfilms (wie „Entscheidung in der Sierra“/“High Sierra“), gut unterhalten will und dabei auch einiges über die Beziehungen von Kindern zu ihren Eltern, vor allem Väter, und Werte sagt.

Das Bonusmaterial

Das Bonusmaterial ist nicht besonders umfangreich geraten und eine durchwachsene Angelegenheit. Es gibt zwei kurze Featurettes, „Schnee & Western“ und „Familie“, die in insgesamt etwas über fünf Minuten fast nichts über die Hintergründe des Films verraten und Interviews mit Eric Bana, zweieinhalb Minuten, und Stefan Ruzowitzky, die für die Featurettes produziert wurden und okay, aber arg kurz sind. Wobei Ruzowitzky hier schon fünf Minuten redet und auch einiges über den Film verrät.

Der wirklich lohnende Teil des Bonusmaterials ist ein über zehnminütiges Interview mit dem Regisseur, das wohl exklusiv für die deutsche DVD produziert wurde. Denn Ruzowitzky erzählt auf deutsch von den Dreharbeiten, was ihm an dem Drehbuch gefiel und der übergroßen Bedeutung von Familie, vor allem dem Bild der perfekten Familie, die sich einträchtig beim jährlichen Thanksgiving-Dinner trifft, bei den US-Amerikanern und in dem Film.

Cold Blood - DVD-Cover

Cold Blood – Kein Ausweg, keine Gnade (Deadfall, USA/Frankreich 2012)

Regie: Stefan Ruzowitzky

Drehbuch: Zach Dean

mit Eric Bana, Olivia Wilde, Charlie Hunnam, Kate Mara, Kris Kristofferson, Sissy Spacek, Treat Williams

DVD

Studiocanal

Bild: 2,35:1 (anamorph)

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1, Dolby Surround), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making of „Schnee & Western“, Making of „Familie“, Über den Film: Eric Bana, Über den Film: Stefan Ruzowitzky, Interview mit Stefan Ruzowitzky, Trailer (deutsch, englisch)

Länge: 95 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

 

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Cold Blood“

Metacritic über „Cold Blood“

Rotten Tomatoes über „Cold Blood“

Wikipedia über „Cold Blood”


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